Ein Dach für die Dorfgemeinschaft

Mechernich-Lessenich – Noch ist im neuen Dorfgemeinschaftshaus einiges zu tun. Doch mit dem Dach über dem Gebäude ist ein wichtiger Schritt geschafft: Etwas mehr als vier Monate nach dem Spatenstich feierte Lessenich nun Richtfest. Wie dringend erwartet der Neubau ist, zeigte sich schon im September: Die Kirmes fand bereits am neuen Standort am Sportplatz statt – mit Festzelt und vielen Gästen. Darunter auch hunderte Jugendliche.
„Wir feiern, dass aus einer Idee so langsam Wirklichkeit wird“, so Ortsbürgermeister Michael Wolfgarten in seiner Rede. Das Haus solle ein Ort werden, an dem Menschen zusammenkommen, miteinander reden, feiern, helfen und lachen. Gemeinschaft solle hier nicht nur im Namen stehen, sondern tatsächlich gelebt werden. „Es sind nicht die Mauern, die ein solches Gebäude zu unserem Haus machen. Es sind die Menschen, die zusammenkommen.“
Viele helfende Hände
Wie viel davon bereits in den Bau eingeflossen ist, zeigte Wolfgarten mit seinem Dank an die vielen Helferinnen und Helfer. Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichen Alters hätten in ihrer Freizeit geplant, gerechnet, organisiert und mit angepackt. Stellvertretend nannte er unter anderem Jürgen Kaule, Peter Kau, Michael Breuer sowie Jonas Reck und Maurice Diefenthal vom Junggesellen- und Männerverein. Auch die bauausführenden Firmen Weiler Bau aus Mülheim in der Eifel, die Zimmerei Schneider und die Dachdeckerei Schäfer aus Zülpich unterstützten das Vorhaben.
Rund 20 Prozent der Bausumme sollen insgesamt durch sogenannte Hand- und Spanndienste aus der Bürgerschaft erbracht werden. Die nächsten Aufgaben stehen bereits an: Zwischenwände müssen fertiggemauert, Böden vorbereitet sowie Fenster und Türen eingebaut werden. Auch bei Elektro- und Haustechnik soll die Dorfgemeinschaft mitwirken. „Wir freuen uns über jede helfende Hand“, warb Wolfgarten um weitere Unterstützung.
Der Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel lobte indes das verlässliche Zusammenspiel zwischen Dorf und Stadtverwaltung. Was in Lessenich zugesagt werde, werde auch umgesetzt, sagte er. Das sei leider keine Selbstverständlichkeit. Das Projekt zeige, was entstehen könne, wenn Land, Stadt und Menschen vor Ort zusammenarbeiteten. Das Land hatte 250.000 Euro aus dem Heimatförderprogramm bewilligt, die Stadt Mechernich steuert 150.000 Euro bei.
Bürgermeister Fingel erinnerte auch daran, dass ein Dorfgemeinschaftshaus mehr sei als ein Gebäude. Gerade weil gesellige Treffpunkte wie Kneipen vielerorts verschwänden, brauche es Orte, an denen Menschen einander begegnen könnten. Mit der Fertigstellung beginne deshalb auch die Aufgabe, das Haus dauerhaft mit Leben zu füllen.
„Ort für alle“
Manfred Rechs von der Unabhängigen Wähler-Vereinigung Mechernich (UWV) erinnerte an die Diskussionen über Größe und Nutzung des Hauses. Durch Gespräche zwischen Vereinen und Verwaltung sei schließlich die Idee gereift, den Neubau mit dem benachbarten TuS-Gebäude zu verbinden. Eine vorbereitete Öffnung soll die gemeinsame Nutzung ermöglichen; der befestigte Platz bietet Raum für ein Festzelt. So können Veranstaltungen auch künftig größer gefeiert werden.
Auch Horst Sielaff, Ortsbürgermeister des benachbarten Antweiler, gratulierte. Er kenne den Platz vom Fußball und von früheren Kirmesbesuchen und halte ihn für gut geeignet. Den traditionellen Richtspruch hielt schließlich Zimmermeister Georg Schneider. Das neue Gebäude solle „ein Ort für alle, für Große und Kleine“ werden. Unter dem Dachgebälk möge das Dorf zusammenrücken – bei Festen ebenso wie im Alltag.
Anschließend stießen die Gäste gemeinsam auf die Zukunft an, bevor der Abend in geselliger Runde samt Leckereien vom Grill einen entspannten Ausklang fand.
pp/Agentur ProfiPress










