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Gedenken + Erinnerungen

Erinnerung an Anne Frank

Am 7. Mai 2023 weihte die Projektgruppe „Forschen – Gedenken – Handeln“ zusammen mit Schülerinnen der Marienschule Euskirchen eine Anne- Frank- Kastanie auf dem jüdischen Friedhof in Kommern ein. Der Baum ist ein symbolischer Ableger der Kastanie vor dem Fenster des Hinterhauses in Amsterdam, in dem sich Anne Frank mit ihrer Familie vor der nationalsozialistischen Verfolgung versteckte – bis zu ihrer Entdeckung im Jahr 1944. 

In ihrem weltberühmten Tagebuch erwähnt Anne die Kastanie, die sie aus dem Dachfenster sehen konnte und die sie an die Außenwelt erinnerte und somit etwas Hoffnung in Zeiten der Isolation schenkte. Dieser Anne-Frank-Gedenkbaum ist mehr als nur ein Zeichen der Natur. Er steht für Erinnerung, Hoffnung und Menschlichkeit.  Anne Frank war ein junges Mädchen, das trotz Angst und Verfolgung nie aufgehört hat, an das Gute im Menschen zu glauben. 
Die Kastanie soll uns daran erinnern, wachsam zu bleiben – gegen Hass, Ausgrenzung und Gleichgültigkeit und uns einzusetzen für Freiheit, Toleranz und Mitgefühl. Und er soll ein Zeichen der Hoffnung sein für die kommenden Generationen. Denn in unserer heutigen Welt möchte man gerne sagen können:
„ … wenn ich zum Himmel schaue, denke ich, dass sich alles wieder zum Guten wenden wird, dass auch diese Härte aufhören wird, dass wieder Ruhe und Frieden in die Weltordnung kommen werden.“ [aus: Anne Frank Tagebuch, Fassung von O.H. Frank und M. Pressler (aus dem Niederl. Von M. Pressler). Frankfurt 2009 (14. Aufl.), S. 309f]

 

Vier Schülerinnen berichten vom

„Anne-Frank-Baum-Projekt“

 

"Am 07. Mai 2023 haben wir an einer Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof in Kommern teilgenommen. Die Veranstaltung sollte an die Gräueltaten des NS-Regimes erinnern, damit so etwas nie wieder passiert. Während dort ein Anne-Frank-Erinnerungsbaum eingeweiht wurde, haben wir vier mehrere Auszüge aus ihrem berühmten Tagebuch vorgelesen. Ziel war es, Annes Gefühle in Bezug auf den Kastanienbaum im Hinterhof des Verstecks in Amsterdam zu verdeutlichen, da der Anne-Frank-Baum in Kommern ein Ableger dieses Baums ist. Im Anschluss haben wir Steine mit den Namen von deportierten und ermordeten jüdischen Kindern aus Kommern neben dem Baum niedergelegt. Eine Woche später fand in der Marienschule Euskirchen die Einweihung unseres Schulgartens statt, bei der ein weiterer Ableger der Anne-Frank-Kastanie gepflanzt wurde. Auch diesmal trugen wir wieder Auszüge aus ihrem Tagebuch vor und versuchten damit, die Zuhörer/innen an die Situation von Juden während der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern. Am Ende der Veranstaltung wurde ein Stein mit dem Namen von Anne Frank neben den Baum gelegt.

Wir alle haben an dem Projekt teilgenommen, weil es uns wichtig ist, dass so etwas wie der Holocaust nie wieder (in Deutschland) passiert und möglichst viele Menschen daran erinnert werden. Wir denken, dass Veranstaltungen wie diese dabei helfen, die Schrecken der damaligen Zeit in den Köpfen der Menschen wachzurufen und dafür zu sorgen, dass wir alle versuchen, unsere Demokratie zu schützen. Wir hoffen, dass auch in Zukunft solche Projekte organisiert werden und wir ein Teil davon sein können."


Alexandra, Elisabeth, Laura und Magali (Schülerinnen der Marienschule)
 

Gedenkstele am Rathaus

„Erinnerung und Trauer“ standen über der Einweihung einer Gedenkstele vor dem Mechernicher Rathaus am 9. November 2021.

Erstmals im Euskirchener Kreisgebiet und darüber hinaus finden auf diesem Denkmal ausnahmslos alle Opfer des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in Deutschland Erwähnung -ausdrücklich auch die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen insbesondere aus Polen und der früheren Sowjetunion, die hier entmenschlicht, versklavt und aus geringsten Anlässen umgebracht wurden.

Der Denkmaltext endet mit einem Appell: „Die Zerstörung von Demokratien beginnt mit der Ausgrenzung, Entrechtung und Entmenschlichung einzelner Bevölkerungsgruppen. Verteidigt den Rechtsstaat – Widersteht Hass und Hetze – Bewahrt Frieden!“

Unterzeichnet ist die Texttafel der Stele, deren Errichtung auf eine Initiative des Journalisten und Buchautors Franz Albert Heinen zurückgeht und deren künstlerischer Entwurf von Anna von Laufenberg stammt, von Bürgermeister, Rat und Verwaltung der Stadt Mechernich.

Filmbeitrag zur Einweihung am 9. November 2021

Flyer zur Gedenkstele

Pressebeiträge: 

„ERINNERT EUCH!“

Einweihung der Gedenkstele am 9. November 2021