Besondere Ehre für besondere Menschen
Die Skulptur von Tom Krey vor dem Mechernicher Rathaus könnte Pate für die Ehrengabe des neuen „Ehrenpreises der Stadt Mechernich“ stehen. Bürgermeister Michael Fingel schwebt eine Miniatur des Kunstwerks vor, die künftig an besonders verdiente Bürgerinnen und Bürger überreicht werden könnte. Foto: pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – Sie helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Sie kümmern sich um ihre Mitmenschen, halten das gesellschaftliche Leben in den Dörfern lebendig oder setzen sich mit außergewöhnlichem Engagement für ihre Heimat ein. Oft geschieht das ganz selbstverständlich, ohne großes Aufheben und abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit. Genau diesen Menschen möchte die Stadt Mechernich künftig eine besondere Bühne bieten: mit dem neuen „Ehrenpreis der Stadt Mechernich“.
Der Stadtrat hat die Einführung der Auszeichnung beschlossen. Sie soll Menschen würdigen, die sich in außergewöhnlicher Weise um das Gemeinwohl, den sozialen Zusammenhalt, das kulturelle und sportliche Leben, die Umwelt oder das Ansehen der Stadt verdient gemacht haben. Höchstens zwei Persönlichkeiten sollen jährlich ausgezeichnet werden.
Die Idee hat eine Vorgeschichte. Ihren Anfang nahm sie in Firmenich, wo Jens Breuer die Anregung hatte für die Würdigung besonders engagierter Menschen. Über den Ortsbürgermeister gelangte die Anregung an Bürgermeister Michael Fingel.
Parallel dazu hatte die CDU einen Ehrenamtspreis ins Gespräch gebracht. Fingel griff die Anregungen auf, entwickelte sie gemeinsam mit seiner persönlichen Referentin Manuela Holtmeier weiter und entschied sich schließlich für einen bewusst breiteren Ansatz: Aus dem Ehrenamtspreis wurde der „Ehrenpreis der Stadt Mechernich“.
Jeder kann Vorschläge machen
„Mir war wichtig, dass wir das Ganze breiter aufstellen“, erklärt Fingel. Denn nicht jeder, der Außergewöhnliches für seine Mitmenschen leiste, sei zwangsläufig in einem Verein oder einer anderen ehrenamtlichen Struktur aktiv. „Es gibt viele Menschen, die unabhängig davon etwas bewegen, die anderen helfen oder sich in besonderer Weise für unsere Stadt einsetzen. Auch diese Menschen wollen wir erreichen.“
Damit kommen neben langjährig engagierten Ehrenamtlichen beispielsweise auch Menschen infrage, die besondere soziale Leistungen vollbringen, sich für Kinder und Jugendliche einsetzen, außergewöhnliche Hilfs- und Rettungsleistungen erbringen oder durch persönliche Initiativen das Zusammenleben bereichern.
Wer einen solchen Menschen kennt, kann ihn für den Ehrenpreis vorschlagen. Vorschlagsberechtigt sind alle Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtgebiet sowie Vereine, Organisationen, Ratsfraktionen, Ortsbürgermeister und der Bürgermeister selbst.
Die Vorschläge müssen schriftlich eingereicht und ausführlich begründet werden. Dabei soll deutlich werden, worin die besonderen Verdienste bestehen, wie lange das Engagement bereits andauert und welche Wirkung es entfaltet hat.
Für die erste Vergabe können Vorschläge noch bis zum 31. Oktober 2026 eingereicht werden. In den kommenden Jahren endet die Frist jeweils am 30. September.
Über die Vergabe entscheidet eine Jury unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Fingel. Ihr gehören außerdem Vertreter aller Ratsfraktionen sowie Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeistern der Stadt Mechernich in Höhe der im Rat vertretenen Fraktionen an. Letztere werden pro Jahr im Rotationsverfahren bestimmt.Maximal zwei Auszeichnungen werden jährlich verliehen. Eine automatische Vergabe gibt es nicht: Nur wer sich in außergewöhnlicher Weise verdient gemacht hat, soll den Ehrenpreis erhalten. Nicht berücksichtigte Vorschläge können im Folgejahr erneut eingereicht werden.
Rathaus-Skulptur als Vorbild
Auch die Auszeichnung selbst soll etwas Besonderes werden. Neben einer Urkunde und einer persönlichen Laudatio ist eine hochwertige Ehrengabe vorgesehen. Fingel schwebt dabei eine Miniatur jener Skulptur vor, die mit ihren ineinandergreifenden Ringen vor dem Mechernicher Rathaus steht und den Zusammenhalt symbolisiert. Ob sich diese Idee verwirklichen lässt, wird derzeit noch geprüft.
Die Verleihung soll in einem würdevollen öffentlichen Rahmen stattfinden. Außerdem ist eine Ehrentafel im Rathaus vorgesehen, auf der die Namen der Preisträger dauerhaft festgehalten werden.
Für Bürgermeister Fingel ist der Ehrenpreis vor allem ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung. Denn eine Stadt lebt nicht allein von ihren Einrichtungen und ihrer Infrastruktur, sondern vor allem von den Menschen, die mit Herzblut etwas für andere bewegen. Genau ihnen soll die neue Auszeichnung eine besondere Anerkennung verschaffen.






