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Sensibilisierung und Selbstvertrauen

Projekte gegen Kindesmissbrauch an der städtischen Katholischen Grundschule Mechernich: „Little Lion” und „Mein Körper gehört mir” – Eltern online vorbereitet, fast 190 Kinder machten mit

Das Duo der „Theaterpädagogischen Werkstatt” Osnabrück in Aktion bei einer ihrer Projektvorstellungen zum Thema „Mein Körper gehört mir”. Das Präventivprogramm diente 190 Kindern der Katholischen Grundschule Mechernich als Sensibilisierung für verfängliche Situationen. Foto. Theaterpädagogische Werkstatt/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich - „Nein!“ ist ein Wort, das im Gebrauch für viele Kinder sehr komplex erscheint. Besonders, wenn es um körperliche Nähe und Zuneigung geht. Nicht so ergeht es hoffentlich den fast 190 Kindern der Katholischen Grundschule Mechernich, deren Schulalltag in den Monaten von März bis Mai von einem zweiteiligen Präventivprogramm zum Thema Kindesmissbrauch durchzogen war.

Es handelte sich um ein vierstufiges Konzept in zwei Blöcken: „Little Lion” und „Mein Körper gehört mir“. Das bereits seit längerem im Schulprogramm praktizierte „Little Lion“-Projekt wurde in Zusammenarbeit mit „Dunkelziffer e.V.“ vorgeführt und durch eine Spende von „Menschen gegen Kindesmissbrauch e.V.“ finanziert.

Ziel ist es, viele Fälle von Kindesmissbrauch zu verhindern und Schülern eine Perspektive zu geben, kritische Situationen einzuschätzen und sich im Notfall gezielt Hilfe zu holen. Das Projekt „Mein Körper gehört mir”, das von zwei Theaterpädagogen der „theaterpädagogischen Werkstatt” Osnabrück geleitet wurde, diente vor allem dazu, den Kindern spielerisch die Ernsthaftigkeit bestimmter, grenzüberschreitender Situationen vor Augen zu f+hren.

„Es hilft Kindern »Nein« zu sagen”, heißt es in einer Pressemitteilung der Katholischen Grundschule Mechernich. Und: „Da Kinder heutzutage mit enormer körperlicher Nähe und liebevoller Zuneigung aufwachsen, was durchaus positiv ist, fällt es ihnen schwer, zu unterscheiden, ob die ihnen entgegengebrachte Nähe nun liebevoll oder bereits grenzüberschreitend ist.“

 

Übergriffe aus Verwandtenkreis

 

Wie die beiden Theaterpädagogen in Mechernich zeigten, verstummen viele Kinder, sobald sich ihre „Ja-Nein Gefühle“ vermischen. Also versuchen sie, das Selbstvertrauen der Mädchen und Jungen dahingehend zu stärken, dass sie sich deutlich mitteilen, wenn sie sich in einer Situation unwohl fühlen oder die körperliche Nähe einer nahestehenden Person als unangenehm und zu intim empfinden. Denn häufig kommen Übergriffe aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis.

Nach zwanzigjähriger Berufserfahrung gelang es der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, 190 Mechernicher Schüler/innen zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, ihren „Ja-Nein Gefühlen uneingeschränkt zu vertrauen“, schreibt Schulleiter Ulrich Lindner-Moog dem Mechernicher „Bürgerbrief“.

Die Veranstaltung wurde im Vorhinein auch den Eltern der Kinder in Form einer Online-Veranstaltung vorgeführt, um ihnen den Inhalt des Programms näherzubringen und ihnen das Präventivprogramm genauer zu erläutern. Das sollte Mütter und Väter in die Lage versetzen, auf mögliche Fragen ihrer Kinder zu reagieren und diese besser einordnen zu können.

th/pp/Agentur ProfiPress  

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