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Schäden im früheren „Golddorf“

Hochwasser veränderte Schützendorf und seine Menschen – Hannelore Ackermann baute ihren neuen Lieblingsort selbst – Ein Ortsportrait anlässlich des Doppeljubiläums 50 Jahre Kommunale Neugliederung/ Zehn Jahre neues Rathaus

Hannelore Ackermann (78) erfüllte sich mit dem Gartenhäuschen am Rand von Schützendorf einen Lebenstraum. Die gebürtige Glehnerin zog 1972 ins gemeinsam mit Ehemann Jakob errichtete Haus, verheiratet waren die beiden schon seit 1964. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Im Rheinischen Freilichtmuseum Kommern wurde das ursprüngliche Schützendorfer Fachwerk-Kapellchen wiederaufgebaut. Im Ort entstand ein neues Gotteshaus, in dem heutzutage noch einmal im Monat Messe gefeiert wird. Archivfoto: LVR/pp

Mechernich-Schützendorf – Eigentlich hätte sie den Dorfanger unterhalb der St.-Michael-Kapelle als ihren persönlichen Lieblingsort nennen wollen oder den „Pool“, ein dörfliches Naherholungsterrain mit Teich und Grillhütte, an dem sich früher die Schützendorfer zum Schwofen im Sommer und Schlittschuhlaufen im Winter trafen.

Doch beides und noch mehr im Dorf sei in den vergangenen Jahren bei Hochwassern zerstört und nicht wieder in der ursprünglichen Form hergerichtet worden, sagte Hannelore Ackermann (78) im Interview für das Sonderheft zum Mechernicher Jubiläum „50 Jahre Kommunale Neugliederung/Zehn Jahre neues Rathaus“.

Dabei war Schützendorf einst beim Dörferwettbewerb auf Landes- und Bundesabende ganz weit vorne. Ein „Goldorf“ wie vor ihm Floisdorf und damit Aushängeschild für die ganze Stadt Mechernich. In Ermangelung aktueller „schönster Plätze“ im Dorf selbst entschied sich Hannelore Ackermann auf die Frage nach ihrem Lieblingsort für das Gartenhäuschen im eigenen Garten – mit Blick auf weidende Rinder und weite Feldfluren.

Schutzwall und Graben

Indirekt ist das Gartenhäuschen der Witwe, zweifachen Mutter und zweifachen Oma auch eine Frucht der Hochwasser 2016. Hannelore Ackermann: „Da ist das Wasser über die Felder vom »Lüh« herunter in unseren Garten und Keller geschwappt. Es stand 60 Zentimeter hoch – gegen Elementarschäden war ich nicht versichert.“

Das habe sie sofort geändert und beim nächsten Hochwasser sei sie auch für neue Schäden im Haus entschädigt worden. Die Stadt habe sogar eine Art Schutzwall und Graben auf ihrem Grundstück gezogen, um künftige Hochwasser abzufangen, aber den Abfluss leider zu hoch angesetzt: „Ein Schildbürgerstreich“.

Ein Gutes hatten die Hochwasser im Ackermann’chen Garten nur: „Ich entschloss mich, mir einen Lebenstraum zu erfüllen und ein Gartenhäuschen anzuschaffen.“ Auf Anraten und mit Hilfe ihres Gefährten Everhard Heinrichs habe man die Blockhütte auf einen Sockel gesetzt – in der Hoffnung, dass sie von künftigen Hochwassern verschont bleibt… (ml)

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