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Rehe im Liebesrausch

Mit der Rehbrunft steigt die Unfallgefahr erheblich

Gefährlich kann es wegen der jetzt beginnenden Paarungszeit der Rehe auf den Straßen werden. Foto: Andreas Schneider/LJV-NRW/pp/Agentur ProfiPress

Kreis Euskirchen/Mechernich – Ab Mitte Juli schwebt das heimische Rehwild wieder im siebten Himmel. „Dabei vergessen die Tiere oft jede Vorsicht und es kommt häufiger zu Wildunfällen“, warnt Reinhold Wanasek, Obmann für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjägerschaft Euskirchen.

„Gerade ab Mitte Juli zu Beginn der Blattzeit, wie die Paarungszeit der Rehe in der Jägersprache heißt, ist die Gefahr besonders groß“, ergänzt Rudi Mießeler, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Euskirchen. Viele Autofahrer würden die Gefahr unterschätzen, so Mießeler weiter. Ein Reh von nur 20 Kilogramm habe bei einer Kollision mit 100 Stundenkilometern ein Auftreffgewicht von über einer halben Tonne. Dies sei lebensgefährlich.

Im vergangenen Jahr montierte die Kreisjägerschaft Euskirchen rund 1.800 blaue Wildwarnreflektoren an die Streckenpfosten der Straßen. „Anders als in Frühjahr und Herbst, wo die Unfallgefahr durch Dämmerung und Zeitumstellung steigt, bewegen sich die Rehe während der Paarungszeit auch häufig tagsüber und queren nicht selten stark befahrene Straßen“, betont Reinhold Wanasek.

Auch wenn das angefahrene Tier weiterläuft und keine Verletzungsspuren zu sehen sind, kann es an inneren Verletzungen qualvoll zu Tode kommen. „Hierfür haben Jäger speziell ausgebildete Hunde, mit diesen wird dann nach dem verletzten Tier gesucht“, so Wanasek. Daher gelte: Jeder Wildunfall ist zu melden. Dies ist eine gesetzliche Pflicht.

Die Kreisjägerschaft Euskirchen rät, Fahrbahnränder genau zu beobachten, Wildwechselschilder zu beachten, Sicherheitsabstand einzuhalten und beim Anblick eines Rehes mit weiterem Wild zu rechnen.

Wenn Wild auf die Straße wechselt, sollten Autofahrer langsamer fahren, hupen und abblenden, dabei aber den nachfolgenden Verkehr beachten und  an den eigenen Schutz denken. Ist eine Kollision nicht zu verhindern, ist ein frontaler Zusammenstoß ungefährlicher als ein Seitenaufprall gegen einen Baum.

Wenn sich der Zusammenprall mit dem Tier nicht vermeiden lässt, muss die Unfallstelle abgesichert, eventuell verletzte Personen versorgt und überfahrenes Wild von der Fahrbahn entfernt und unverzüglich die Polizei gerufen werden. Außerdem muss ggf. über die Polizei ein Jagdausübungsberechtigter informiert werden.

Den Wildunfall sollte man sich durch die Unfallmeldung bestätigen lassen, damit eine Regulierung des Schadens durch die Versicherung möglich ist.

pp/Agentur ProfiPress

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