Ein Schild mit Charakter
Gemeinsam eingeweiht: Die Dorfgemeinschaft von Kommern-Süd freute sich mit Bürgermeister Michael Fingel (l.) und Ortsbürgermeisterin Nathalie Konias (r.) über das neue, individuell gestaltete Ortsschild. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Viel Eigenleistung steckt im neuen Ortsschild: Andreas Roth (l.) fertigte die Schriftzüge mit seiner selbstgebauten CNC-Fräse im Keller, Pierre Benz half beim Aufbau. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Kommern – Ein kurzes Schütteln der Flasche, ein lautes Plopp und schon spritzte der Sekt über Holz und Schriftzug: Bürgermeister Michael Fingel ließ es sich nicht nehmen, den neuen Blickfang von Kommern-Süd höchstpersönlich zu taufen. Und während die Tropfen noch am Schild herunterliefen, war eines schon klar: Hier ist ein wunderschöner Blickfang für den Ortseingang entstanden.
„Willkommen in Kommern-Süd“ lesen Autofahrerinnen und Autofahrer, die aus Richtung Katzvey kommen. Wer den Ort in die andere Richtung verlässt, bekommt ein freundliches „Auf Wiedersehen in Kommern-Süd“ mit auf den Weg. Dazwischen sorgen als Holz-Silhouetten gestaltete Wildtiere für den unverwechselbaren Bezug zum Ort und zum nahegelegenen Hochwildpark.
Die Idee stammt von Nathalie Konias, die das Projekt gemeinsam mit engagierten Mitstreitern aus der Dorfgemeinschaft auf den Weg gebracht hatte. Der Bauhof hat das Gestell gebracht und dann Wochen später, nachdem alles andere geklärt und Teile repariert waren, vor Ort aufgebaut. „Der Ständer ist recycelt“, erklärte sie bei der Einweihung.
Derweil setzte Andreas Roth die Vorstellungen für die neuen Holzschilder um. „Wir haben ein paar Entwürfe gemacht, und das habe ich dann im Keller selbst gefräst“, berichtete er. Möglich machte das eine CNC-Fräse, die Roth sich selbst gebaut hat. So entstanden die beiden Schriftzüge mit sauber ausgearbeiteten Buchstaben, die dem aufgearbeiteten Gestell seinen neuen Charakter geben.
Mit gemütlichem Dorfabend gefeiert
Auch das Wildmotiv darunter wurde bewusst gewählt. Die Tiere greifen den Bezug zum Hochwildpark auf und knüpfen zugleich an den Hirsch an, der bereits am Kreisverkehr von Kommern-Süd die Blicke auf sich zieht. Beim Aufbau packte unter anderem Pierre Benz mit an. Die Materialkosten für das neue Schild konnten aus der Dorfkasse übernommen werden.
Nathalie Konias bedankte sich bei allen Beteiligten, besonders bei ihrem Mann, der das Gestell wieder instand gesetzt hatte, bei Andreas Roth, der ihre Vorstellungen handwerklich umgesetzt habe, und bei Pierre Benz für die Unterstützung beim Aufbau. Aus einer zunächst „fixen Idee“ sei so etwas entstanden, das sichtbar zu Kommern-Süd gehöre.
Das sah auch Bürgermeister Michael Fingel so. Solche individuellen Begrüßungsschilder seien für ihn charakteristisch für die Region und deutlich persönlicher als die üblichen gelben Ortsschilder. Besonders gelungen sei die Verbindung mit dem örtlichen Bezug zum Hochwildpark. „Das ist tatsächlich auch in unserem Stadtgebiet einzigartig“, sagte Fingel. Es gebe zwar bereits Willkommensschilder, aber kaum eines sei derart individuell auf einen Ort zugeschnitten. „Ich bin auch ein bisschen stolz drauf.“
Nach der offiziellen Sekt-Taufe blieb es nicht beim Fototermin am Straßenrand. Die Dorfgemeinschaft machte sich gemeinsam auf den Weg zur Bushaltestelle „Am Bruch“. Dort wurde der Grill angeworfen, Salate kamen auf den Tisch und aus der Einweihung wurde ein gemütlicher Dorfabend und während der Abend längst verstrichen ist, ist das neue Schild nun fester Bestandteil des Ortes. Es begrüßt jeden, der nach Kommern-Süd kommt und sorgt selbst beim Abschied dafür, dass man sich auf ein Wiedersehen freut.








