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„Bibel spannend wie ein Krimi“

Mechernicher Künstler zeigt seine Werke „Zwischen Krieg und Religion“ bis zum 30. April im Schleidener Rathaus

Franz Kruse (r.) und Bürgermeister Ingo Pfennings vor kleruskritischem Bild. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich/Schleiden – Der Mechernicher Künstler Franz Kruse (80), der auch Kurator der Galerie im Mechernicher Rathaus ist, stellt derzeit in der Schleidener Stadtverwaltung aus. „Zwischen Krieg und Religion“ hat der aus dem Ruhrpott stammende Wahl-Eifeler mit Wohnsitz in Floisdorf und Atelier am Mechernicher Eifelstadion seine umfangreiche Werkschau betitelt, die jetzt von Bürgermeister Ingo Pfennings eröffnet wurde.

„Es geht in Kruses Bildern immer wieder um mehr als pure Dekoration“, schreibt der Autor und Rezensent Stephan Everling in der „Kölnischen Rundschau“ und im „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der frühere Theater- und Opernbühnenbildner und Gestalter hat einen Ausschnitt seines Lebenswerks in mehrere Themenbereiche gegliedert.

So ist ein Bereich im ersten Stock der Stadtverwaltung Schleiden Bildern vorbehalten, die Kruse nach den Erfahrungen der Flut vom Juli 2021 geschaffen hat. „Als gesichtslose Gestalten lässt er die Helfer durch die zerstörten Orte“ irren, schreibt Stephan Everling: Auch ein Bild, das er den aus Vietnam flüchtenden „Boat People“ der 80er-Jahre gewidmet hat, ist dort zu finden.

„Ein beliebtes Sujet im Schaffen Kruses ist die Religion“, so der „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Mal zeigen die Bilder eine Affinität zur Bibel, setzen sich aber auch immer wieder kritisch mit der katholischen Amtskirche auseinander“ – und mit den Ungerechtigkeiten dieser Welt.

Nachthimmel und grelle Lichter

„Als ich in Mallorca gelebt habe, habe ich jeden Morgen eine Stunde in der Bibel gelesen“, wird Franz Kruse zitiert, der auch schon Lourdes-Bilder für die Pfarrkirche Floisdorf anfertigte und unter anderem in der Pfarrkirche Mechernich und im Kloster Steinfeld sowie bei der Communio in Christo ausgestellt hat. Die Bibel sei für ihn wie ein Krimi. Viele Skizzen seien zu der Zeit entstanden: „Davon zehre ich thematisch bis heute!“

Es kommt in der Schleidener Bilderhängung auch zum Ausdruck, wie sehr Städte und insbesondere die Spiegelungen von Straßen und Häusern in Gewässern Kruse faszinieren. Köln und Hamburg, Florenz und Venedig, tiefblauer Nachthimmel, grelle Lichter und die bunte Reflexion des Tageslichtes sind zu sehen.

Eine Marotte sind Franz Kruses Tulpenbilder, die er seit 35 Jahren in immer wieder neuen und faszinierenden Variationen vorlegt, so auch diesmal - in verschiedensten Stilrichtungen und immer mit einer persönlichen Note.

Die Ausstellung „Zwischen Krieg und Religion“ von Franz Kruse ist noch bis zum 30. April im Rathaus Schleiden, Blankenheimer Straße 2, zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist geöffnet montags bis freitags, 7.45 bis 12.30 Uhr, und zusätzlich donnerstags von 14 bis 18 Uhr, abgesehen von Feiertagen oder sonstigen Schließungen. Weitere Informationen per E-Mail oder unter Tel. (0 24 45) 89 141. rathaus@schleiden.de

pp/Agentur ProfiPress

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