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Besucherrekord im Freilichtmuseum

Jahrmarkt anno dazumal und Zeitblende auf dem Marktplatz Rheinland locken Tausende an

Die Baugruppe „Marktplatz Rheinland“ erlaubt einen Ausflug in die jüngere Geschichte und versetzt ältere Besucher zurück in ihre Kindheit oder Jugend. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Kommern – Am Wetter wird es gewiss nicht gelegen haben: Knapp 221.000 Gäste besuchten 2017 das LVR-Freilichtmuseum Kommern. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung um mehr als 15.000 Besucher. Gleich hohe Zahlen waren zuletzt Anfang der 1980er-Jahre verzeichnet worden.

Die große Attraktivität der neuen zeitgeschichtlichen Baugruppe „Marktplatz Rheinland“ ist nach Beobachtung von Museumsleiter Dr. Josef Mangold ein Grund für den Besucheranstieg. Ältere Gäste fühlten sich in ihre Kindheit und Jugend zurückversetzt. Sie würden aber auch eine rege Bautätigkeit erleben und könnten mit den Museumshandwerkern ins Gespräch kommen. So wie derzeit beim Wiederaufbau der Otto-Bartning-Notkirche aus Overath.

Aber auch die vielen Sonderausstellungen und -veranstaltungen haben die Gäste in Scharen angelockt. Neben Klassikern wie der „Jahrmarkt anno dazumal“ in der Osterzeit, die „Zeitblende“ im August und „Nach der Ernte“ im September kommen auch neue Formate gut an: So war die „Kommerner Museumsnacht“ im November trotz schlechten Wetters ein Renner. Auch die zusätzlichen Angebote, historisches Handwerk wie das Aufziehen von Eisenreifen auf hölzerne Wagenräder zu erleben, haben sich herumgesprochen. „Wir bieten in Kommern eine spannende Mischung aus Natur und Kultur. Hier kann man in vielen Details den Alltag der Menschen im Rheinland nachvollziehen“, freut sich Josef Mangold.

Dabei dehnt sich das Einzugsgebiet des von seiner Fläche her inzwischen größten Freilichtmuseums Deutschlands aus, wie die Registrierung von Postleitzahlen am Museumseingang belegt. Vor allem die Zahl der Besucher aus Belgien und den Niederlanden ist 2017 stark gestiegen, aber auch aus weiter entfernt liegenden Regionen rechts des Rheins kommen immer mehr Gäste.

Erfreulich großen Zuspruch fand das Museum übrigens auch bei Flüchtlingen und ihren Begleitern. Im Durchschnitt besuchten rund 100 Flüchtlinge pro Monat das rund 95 Hektar große Gelände. Staunend begegneten sie dort neben Notunterkünften aus der Nachkriegszeit auch einer Wohncontaineranlage für Asylbewerber aus den frühen 1990er-Jahren.

pp/Agentur ProfiPress

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