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Wildnis schafft Vielfalt

Nationalpark Eifel zieht zum Internationalen Tag des Artenschutzes positive Bilanz – Über 11.400 nachgewiesene Arten, Erfolge bei Schwarzstorch und Bechsteinfledermaus – Erweiterung um 750 Hektar geplant

Der Nationalpark Eifel zieht zum Internationalen Tag des Artenschutzes positive Bilanz. So wurde zum Beispiel eine Wochenstubenkolonie der Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) nachgewiesen. Foto: M. Koch/pp/Agentur ProfiPress

Auch besonders störungsempfindliche und seltenen Arten wie der Schwarzstorch finden im Nationalpark Eifel eine Heimat. Foto: J.-R. Vos/pp/Agentur ProfiPress

Projekte wie „KI-Nationalpark“ entwickeln KI-gestützte Monitoringsysteme, die große Mengen an Daten sammeln und auswerten, um fundierte Entscheidungen für den Schutz der Natur zu unterstützen. Foto: A. Simantke/Nationalparkverwaltung Eifel/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich/Schleiden – Am internationalen Tag des Artenschutzes lohnte sich der Blick in ein Mittelgebirge ganz besonders. Denn der Nationalpark Eifel steht beispielhaft dafür, was geschehen kann, wenn man der Natur wieder Raum gibt. Mehr als 11.400 Arten sind mittlerweile in dem Schutzgebiet nachgewiesen – darunter über 2.600 Arten der Roten Liste. Eine Zahl, die nicht nur beeindruckt, sondern Hoffnung macht.

Auf weiten Teilen der Fläche gilt das für deutsche Nationalparke typische Leitmotiv: „Natur Natur sein lassen“. Wo früher Wirtschaftswälder standen, entstehen heute Naturdynamikzonen – Rückzugsorte, in denen sich die Landschaft Schritt für Schritt in Richtung Wildnis entwickelt. Hier wächst der Wald von morgen, hier finden seltene Arten wie Luchs oder Wolf wieder Lebensräume, die lange verloren schienen.

„KI-Nationalpark“

Besonders sichtbar wird dieser Wandel bei den sogenannten Leittierarten. Der scheue Schwarzstorch etwa, der auf störungsarme, alte Wälder angewiesen ist, konnte im vergangenen Jahr mit Brutpaaren im Nationalpark nachgewiesen werden. Ebenso bemerkenswert: die erste Wochenstubenkolonie der Bechsteinfledermaus. Diese europaweit geschützte Waldfledermaus ist auf strukturreiche, alte Laubwälder angewiesen – Lebensräume, die durch die naturnahe Entwicklung im Nationalpark wieder entstehen.

Und auch für die Wildkatze bleibt das Schutzgebiet ein zentraler Baustein der größten zusammenhängenden Wildkatzenpopulation Mitteleuropas. Die Eifel ist damit nicht nur ein Rückzugsraum, sondern ein Kerngebiet europäischer Biodiversität. Um die Artenvielfalt noch genauer zu erfassen, setzt der Nationalpark verstärkt auf moderne Technik. Im Projekt „KI-Nationalpark“ helfen automatisierte Audiosensoren, Fotofallen und KI-gestützte Auswertungssysteme dabei, Tierbestände zu dokumentieren – ohne die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten zu stören. Wissenschaft und Wildnis gehen hier Hand in Hand.

„Der Tag des Artenschutzes erinnert uns daran, dass wir Teil eines komplexen Netzwerks sind. Im Nationalpark Eifel geben wir der Natur den Raum, sich nach ihren eigenen Gesetzen zu entfalten“, betont Dr. Christa Lang, Leiterin des Fachgebietes Forschung und Dokumentation in der Nationalparkverwaltung.

Der positive Trend soll weiter gestärkt werden. Mit der geplanten Erweiterung um rund 750 Hektar Landeswaldflächen steht der nächste Entwicklungsschritt bevor. Damit würde der Nationalpark seine Rolle als Hotspot der Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen – und ein weiteres Kapitel in der Geschichte einer Landschaft schreiben, die Schritt für Schritt zur Wildnis zurückkehrt.

pp/Agentur ProfiPress
 

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