Wenn Kaltblüter die Äcker pflügen
Bei „Nach der Ernte“ erwacht im Freilichtmuseum Kommern am 19. und 20. September die Arbeitswelt früherer Generationen zu neuem Leben. Foto: Hans-Theo Gerhards/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Kommern – Schwere Kaltblutpferde ziehen Pflüge über die Felder, mit Getreide beladene Wagen rollen zu den Höfen und eine historische Dreschmaschine setzt sich lautstark in Bewegung: Bei der Großveranstaltung „Nach der Ernte“ erwacht im LVR-Freilichtmuseum Kommern am Samstag und Sonntag, 19. und 20. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr die Arbeitswelt früherer Generationen zu neuem Leben.
Im Mittelpunkt stehen all jene Tätigkeiten, die nach Abschluss der Getreideernte auf den Feldern, Höfen und in den Dörfern anfielen. Denn wenn das Korn eingebracht war, war die Arbeit längst nicht getan. Lebensmittel mussten verarbeitet, Vorräte für den Winter angelegt und Äcker sowie Hofstellen auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden.
Wie das einst geschah, zeigen zahlreiche Mitwirkende mit historischen Geräten, Gespannen und Arbeitstieren. Auf den Museumsfeldern sind schwere Kaltblutpferde aus dem Rheinland, Westfalen, Belgien und Luxemburg im Einsatz. Sie pflügen und eggen die Äcker, rücken Holz aus dem Wald oder ziehen die Ernte zu den Höfen. Dort wird das Korn mit einer historischen Dreschmaschine ausgedroschen.
Auch Zugochsen, historische Gespanne und Oldtimer-Traktoren gehören zum Programm. Gemeinsam vermitteln sie anschaulich, wie sich die Arbeit in der Landwirtschaft während des 19. und 20. Jahrhunderts verändert hat.
Highlights
Ein besonderer Höhepunkt beginnt an beiden Veranstaltungstagen jeweils um 11 Uhr: Dann setzt sich der große Korso der Mitwirkenden mit ihren Gespannen und Arbeitstieren in Bewegung. Anschließend werden Tiere und Fahrzeuge auf der Festwiese vorgestellt.
Auch in den Häusern und Werkstätten des Freilichtmuseums herrscht reger Betrieb. Schmied, Stellmacherin, Weberin, Korbflechterin und Mausefallenmacherin lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. So wird sichtbar, wie eng Landwirtschaft und Handwerk im dörflichen Alltag miteinander verbunden waren.
An vielen Stationen dürfen die Gäste selbst mit anpacken: Sie können Getreide mit dem Flegel dreschen, Körner mit Windfege und Wanne reinigen, Flachs verarbeiten oder Sauerkraut ansetzen. Währenddessen lädt eine große Strohburg die jüngeren Besucher zum Klettern, Springen und Toben ein.
Abgerundet wird das Wochenende durch einen großen Land- und Bauernmarkt mit regionalen Produkten sowie verschiedenen kulinarischen Angeboten. Viele der gezeigten Arbeiten waren über Generationen hinweg selbstverständlicher Bestandteil des bäuerlichen Lebens. Heute sind sie nur noch selten aus nächster Nähe zu erleben.
Erwachsene zahlen einen veranstaltungsbezogenen Eintritts-Aufschlag von zwei Euro. Mitglieder des Fördervereins Rheinisches Freilichtmuseum Kommern sowie Einwohner der Stadt Mechernich sind von diesem Zuschlag ausgenommen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Weitere Infos gibt´s unter https://kommern.lvr.de.








