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„Mit vollem Erfolg“

Freiwillige Feuerwehr, Bundeswehrfeuerwehr, Bundespolizei und Krankenhaus übten gemeinsam für Triebwerksbrand auf Hubschrauberlandeplatz

In Mechernich übten Freiwillige Feuerwehr, Bundeswehrfeuerwehr, Bundespolizei und das Krankenhaus gemeinsam für einen Triebwerksbrand auf Hubschrauberlandeplatz. Foto: David Langstein/Feuerwehr Mechernich/pp/Agentur ProfiPress

Im Mittelpunkt standen Menschenrettung, Brandbekämpfung, der Umgang mit einem verunfallten Luftfahrzeug sowie die Gefahren durch Kerosin und weitere Betriebsstoffe. Foto: David Langstein/Feuerwehr Mechernich/pp/Agentur ProfiPress

Zwei Prüfer der Bezirksregierung Düsseldorf überprüften als zuständige Luftfahrtbehörde die vorgesehenen Abläufe und Einrichtungen des Krankenhauslandeplatzes. Foto: David Langstein/Feuerwehr Mechernich/pp/Agentur ProfiPress

Da eine Kontamination der Einsatzkräfte im Übungsszenario nicht ausgeschlossen werden konnte, bereitete die Bundeswehrfeuerwehr parallel zum Einsatz eine Dekontaminationsstelle vor. Foto: David Langstein/Feuerwehr Mechernich/pp/Agentur ProfiPress

Den Übungshubschrauber hatte die Bundespolizei gestellt. Foto: David Langstein/Feuerwehr Mechernich/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich - Was zunächst nach einem schweren Unglück klang, war glücklicherweise nur ein realitätsnahes Übungsszenario, das David Langstein von der Mechernicher Feuerwehr beschrieb: „Ein Hubschrauber setzt zur Landung auf dem Krankenhauslandeplatz in Mechernich an. Noch während des Landevorgangs kommt es zu einem Triebwerksbrand. Rauch steigt auf, Flammen schlagen aus dem Bereich des Triebwerks. Drei Crewmitglieder werden vermisst.“

Für diesen Ernstfall trainierten die Freiwillige Feuerwehr Mechernich, die Bundeswehrfeuerwehr, die Bundespolizei und das Krankenhaus Mechernich gemeinsam auf dem örtlichen Hubschrauberlandeplatz. Im Mittelpunkt standen Menschenrettung, Brandbekämpfung, der Umgang mit einem verunfallten Luftfahrzeug sowie die Gefahren durch Kerosin und weitere Betriebsstoffe.

Aus der Landung wird ein Notfall

„Für die Übung stellte die Bundespolizei einen Hubschrauber zur Verfügung. Dadurch konnten die Einsatzkräfte unmittelbar an einem realen Luftfahrzeug trainieren“, so Langstein. Während der Landung entstand im Übungsszenario ein Triebwerksbrand. Ein Techniker des Krankenhauses erkannte die angenommene Gefahrensituation und leitete erste Löschmaßnahmen über die fest installierten Wasserwerfer ein.

Kurz darauf wurde über die Brandmeldeanlage die Feuerwehr alarmiert. Gleichzeitig wurde bekannt, dass „drei Crewmitglieder vermisst beziehungsweise verletzt waren“. Zwei Personen lagen unter dem Hubschrauber, eine weitere hatte sich über eine Fluchtleiter auf ein darunterliegendes Geschoss gerettet und lag dort bewusstlos zwischen abgestellten Pkw: „Damit stand für die eintreffenden Einsatzkräfte neben der Brandbekämpfung vor allem die Menschenrettung im Vordergrund.“

Aufgrund des besonderen Einsatzszenarios wurde neben der Freiwilligen Feuerwehr Mechernich auch die in Mechernich stationierte Bundeswehrfeuerwehr angefordert. Sie trafen kurz hintereinander an der Einsatzstelle ein. Die Leitstelle der Kreisverwaltung alarmierte den Löschzug 1 der Feuerwehr Mechernich sowie den B-Dienst (Bestellter Einsatzleiter der Kommune). Der Löschzug rückte mit Einsatzleitwagen (ELW), Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), zwei Löschgruppenfahrzeugen (LF) und der Drehleiter (DLK) aus. Die Bundeswehrfeuerwehr kam mit einem Löschfahrzeug und einem Gerätewagen für den Aufbau einer Dekontaminationsstelle.

Höchste Priorität: Menschenrettung

Nach dem Eintreffen erfolgte unmittelbar die Lageerkundung. Zwei Atemschutztrupps gingen zur Rettung der unter dem Hubschrauber liegenden Personen vor. Gleichzeitig wurde die Drehleiter in Stellung gebracht. Über sie konnte ein weiterer Atemschutztrupp das auf dem darunterliegenden Geschoss befindliche Crewmitglied erreichen. Parallel dazu begann ein weiterer Trupp mit der Brandbekämpfung im Bereich des betroffenen Luftfahrzeugs und der herumliegenden Teile. David Langstein: „Die Menschenrettung konnte innerhalb weniger Minuten erfolgreich abgeschlossen werden. Alle drei vermissten Crewmitglieder wurden gefunden, aus den Gefahrenbereichen gerettet und zur weiteren medizinischen Versorgung übergeben.“

Für Markus Kurtensiefen, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Mechernich und bei der Übung als B-Dienst eingesetzt, fiel die erste Bilanz entsprechend positiv aus: „Es war ein voller Erfolg. Alle eingesetzten Kräfte haben planmäßig reagiert und miteinander gearbeitet. Die vermissten Personen konnten binnen kürzester Zeit lokalisiert und gerettet werden."

Ein Unfall mit einem Hubschrauber stellt die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Denn: „Neben der Brand- und Explosionsgefahr können Kerosin, Hydraulikflüssigkeiten, Schmierstoffe und weitere Betriebsstoffe eine erhebliche Gefährdung darstellen.“ Da eine Kontamination der Einsatzkräfte im Übungsszenario nicht ausgeschlossen werden konnte, bereitete die Bundeswehrfeuerwehr parallel zum Einsatz eine Dekontaminationsstelle, kurz DECON, vor.

Die Bundeswehrfeuerwehr unterstützte auch die fachliche Beratung der Einsatzleitung im Hinblick auf das Luftfahrzeug. Brandoberamtsrat Christoph Bücker erläuterte die besondere Rolle der Bundeswehrfeuerwehr: „Wir wurden aufgrund dessen angefordert, da wir im Gegensatz zur öffentlichen Feuerwehr in unserer Ausbildung speziell auf verschiedene Luftfahrzeuge und deren Notlagen ausgebildet wurden."

Hubschrauber der Bundespolizei

Die Zusammenarbeit zwischen Bundespolizei und Feuerwehren findet auch im regulären Einsatzgeschehen statt - unter anderem bei Bränden, Großschadenslagen und Wasserrettung. Gerade die Schnittstellen zwischen Einsatzkräften am Boden und Einsatzmitteln aus der Luft müssen regelmäßig trainiert werden. Für die Bundespolizei bietet eine solche Übung ebenfalls einen wichtigen Mehrwert: „Auch die Feuerwehr profitiert vom direkten Kontakt mit einem realen Hubschrauber. Für viele Einsatzkräfte gibt es im normalen Einsatzdienst nur selten die Möglichkeit, ein Luftfahrzeug aus dieser Nähe kennenzulernen.“

Auch für das Krankenhaus Mechernich hat die Übung einen hohen Stellenwert. Geschäftsführer Martin Milde betonte: „Extrem wichtig ist hier das Zusammenspiel aller Beteiligten in solchen Notfallsituationen, damit im Ernstfall Hand in Hand gearbeitet werden kann. Was ich heute gesehen habe, bestätigt meinen Eindruck der letzten Jahre, dass alle beteiligten Kräfte - sowohl aus unserem Haus als auch die Feuerwehren und die Bundespolizei - gerne zusammen üben, da sich alle des Mehrwerts im Einsatzfall bewusst sind."

Das gemeinsame Ziel sei, für unterschiedliche Notfallsituationen vorbereitet zu sein: „Dass man für den Ernstfall gerüstet ist, egal ob Brandfall oder andere Ereignisse, und dann alle Zahnrädchen ineinandergreifen und alle wissen, was zu tun ist, um einer gegebenenfalls entstehenden Gefahrensituation professionell zu begegnen." Neben dem Ausbildungscharakter hatte die Übung auch einen offiziellen Hintergrund. Zwei Prüfer der Bezirksregierung Düsseldorf waren vor Ort. Als zuständige Luftfahrtbehörde überprüften sie die vorgesehenen Abläufe und Einrichtungen des Krankenhauslandeplatzes. Dabei wurden unter anderem die Sicherheitseinrichtungen sowie die Alarm- und Einsatzplanung für mögliche Unfallereignisse betrachtet.

Erfolgreicher Abschluss

Markus Kurtensiefen zog abschließend ein positives Fazit: „Das beübte Szenario konnte mit vollem Erfolg abgeschlossen werden, was uns die Vertreter der Bezirksregierung im Nachgang ebenfalls ohne Mängel bestätigten." Im Anschluss folgten noch Stationsausbildungen bei der Bundeswehrfeuerwehr und durch die Besatzung der Bundespolizei. David Langstein: „Damit bot der Ausbildungstag nicht nur die Möglichkeit, bestehende Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen. Gleichzeitig konnten die beteiligten Organisationen ihre Zusammenarbeit vertiefen und gegenseitig wertvolles Fachwissen vermitteln.“ 

Markus Kurtensiefen dankte abschließend allen Beteiligten: „Ich danke sowohl den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses, der Bundeswehrfeuerwehr, allen freiwilligen Kameradinnen und Kameraden der Stadt Mechernich als auch der Bundespolizei für die Bereitstellung des Hubschraubers und die anschließende Stationsausbildung am Fluggerät." So resümierte David Langstein: „Wenn aus einer routinemäßigen Hubschrauberlandung plötzlich ein Notfall wird, bleibt keine Zeit, Zuständigkeiten und Abläufe erst zu klären. Dann müssen die Maßnahmen sitzen - und alle Zahnräder ineinandergreifen.“

pp/Agentur ProfiPress
 

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