Gefahr beim Griff zur Heckenschere
Gut verborgen und bei Gartenarbeiten leicht zu übersehen: Dieses Nest der Asiatischen Hornisse wurde in einer Efeuhecke in Mechernich-Kommern entdeckt. Der Kreis Euskirchen warnt davor, Nester eigenständig zu berühren oder zu entfernen. Foto: Stefan Hoffmann/Schädlingsbekämpfer/Kreis Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich/Kreis Euskirchen – Ein Griff zur Heckenschere kann in diesen Wochen eine gefährliche Überraschung auslösen: Die Asiatische Hornisse baut ihre Nester nicht nur hoch oben in Baumkronen, sondern auch in Hecken, Sträuchern und dichtem Buschwerk. Manche Nester befinden sich sogar in Bodennähe. Der Kreis Euskirchen ruft deshalb zu besonderer Vorsicht bei Garten- und Gehölzarbeiten auch in Mechernich auf.
Die aus Südostasien stammende Art hat sich inzwischen im gesamten Kreisgebiet ausgebreitet. Das zeigen auch die stark steigenden Fundzahlen: Im Jahr 2024 wurden lediglich fünf Nester gemeldet. 2025 waren es bereits 80. Bis Ende September 2026 wurden im Kreis Euskirchen schon 139 Nester gefunden und fachgerecht entfernt – Tendenz weiter steigend.
Grundsätzlich verhält sich die Asiatische Hornisse ähnlich wie die heimische Europäische Hornisse friedlich und defensiv. Anders sieht es jedoch aus, wenn sich Menschen ihrem Nest nähern oder dieses erschüttert beziehungsweise beschädigt wird. Dann verteidigen die Tiere ihre Brut äußerst energisch und können mehrfach zustechen. Besonders für Allergiker kann das gefährlich werden.
Nester bleiben leicht unentdeckt
Gerade beim Schneiden von Hecken oder beim Fällen von Bäumen besteht die Gefahr, ein verborgenes Nest unbeabsichtigt zu öffnen, zu beschädigen oder zum Absturz zu bringen. Gartenbesitzer sollten Hecken, Sträucher und Bäume deshalb vor Beginn der Arbeiten aufmerksam beobachten. Fliegen an einer Stelle wiederholt Hornissen ein und aus, kann das auf ein Nest hindeuten.
In diesem Fall gilt: Arbeiten sofort einstellen, Abstand halten und das Nest keinesfalls berühren. Auch von eigenmächtigen Versuchen, es zu entfernen, warnt der Kreis ausdrücklich. Die Beseitigung wird von der Unteren Naturschutzbehörde organisiert und von Fachleuten vorgenommen.
Doch die Asiatische Hornisse ist nicht nur wegen möglicher Stiche problematisch. Als invasive Art setzt sie auch die heimische Tierwelt unter Druck. Auf ihrem Speiseplan stehen zahlreiche Insekten, darunter Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Honigbienen. Ihre weitere Ausbreitung kann daher Folgen für die heimische Artenvielfalt, die Imkerei und letztlich auch für die Landwirtschaft haben.
Schwarz mit gelben Beinenden
Von der heimischen Europäischen Hornisse lässt sich die invasive Art bei genauerem Hinsehen unterscheiden. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner und überwiegend schwarz gefärbt. Auffällig sind ein gelb-orangefarbener Ring am Hinterleib sowie die hellgelben Enden ihrer Beine.
Wer ein Nest entdeckt oder einen begründeten Verdacht hat, sollte seine Beobachtung möglichst mit einem Foto sowie Angaben zu Fundort und Datum per Mail an neobiota@kreis-euskirchen.de senden. Meldungen sind außerdem über das Online-Erfassungsformular im „Neobiotaportal“ des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen unter
https://neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de/neobiota/de/fundpunkte/webformular möglich. Mit jeder Meldung kann die Bevölkerung so dazu beitragen, die weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse besser zu kontrollieren und heimische Insektenarten zu schützen.






