Erst Gruselspaß, dann große Freude
Schub für die Mechernich-Stiftung: Klaus Voussem (v.l.), Markus Ramers, Ralf Claßen und Michael Fingel schieben Roland Barth für den guten Zweck an. Die Benefizaktion auf der Geister-Rodelbahn brachte stolze 3.000 Euro ein. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Unglaubliche 3.000 Euro sind beim Benefiz-Rodeln für die Mechernich Stiftung am Kommerner Erlebnispark Eifeltor zusammengekommen. Am Start der schaurigen Strecke feierten das nun (v. r.) Geschäftsführer Roland Barth, der Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel, Miteigentümerin Erni Kipp, der stellvertretende Euskirchener Landrat Ralf Claßen und Manuela Holtmeier, persönliche Referentin des Bürgermeisters. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Bürgermeister Michael Fingel übernahm die erste Schicht an der Rodelkasse. „Tatsächlich war die erste Eisbestellung die größte Herausforderung“, gestand er nach getaner Arbeit schmunzelnd. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Ungewohnter Arbeitsplatz für zwei Politiker: Landrat Markus Ramers (r.) und Landtagsabgeordneter Klaus Voussem hatten sichtlich Spaß an ihrem Einsatz für den guten Zweck. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Kommern – Am Anfang ging es noch recht gemütlich zu. Als Bürgermeister Michael Fingel ab 15 Uhr die erste Schicht an der Kasse der Kommerner Sommerrodelbahn übernahm, hielt sich der Andrang zunächst in Grenzen. Eine niederländische Familie gehörte zu den ersten Kunden, und schon musste das Stadtoberhaupt seine Englischkenntnisse unter Beweis stellen. „Tatsächlich war die erste Eisbestellung die größte Herausforderung“, gestand Fingel schmunzelnd. Mit tatkräftiger Unterstützung meisterte er aber auch diese Aufgabe. Und dann nahm die Benefizaktion zugunsten der Mechernich-Stiftung langsam Fahrt auf. Am Abend war auf der aufwendig dekorierten Geister-Rodelbahn schließlich im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los.
Als die Dunkelheit hereinbrach und die zahlreichen Gruselfiguren, Skelette und schaurigen Gestalten entlang der Bahn erst richtig zur Geltung kamen, bildeten sich lange Schlangen vor der Kasse. Familien, Kinder und Erwachsene wollten sich das besondere Erlebnis einer nächtlichen Fahrt durch die Halloween-Kulisse nicht entgehen lassen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Gemeinsam mit einer persönlichen Aufstockung durch die Betreiberfamilie Barth/Kipp kamen stolze 3.000 Euro für die Mechernich-Stiftung zusammen.
Damit wurde aus einer ebenso ungewöhnlichen wie unterhaltsamen Idee eine rundum gelungene Benefizaktion. Betreiber Roland Barth, der die Tageseinnahmen der Sommerrodelbahn am letzten Schultag vor den Herbstferien für den guten Zweck zur Verfügung stellte, hatte sich dafür prominente Unterstützung an die Kasse geholt. Neben Bürgermeister Michael Fingel verkauften auch Landrat Markus Ramers, Landtagsabgeordneter Klaus Voussem und der Vorsitzende der Mechernich-Stiftung, Ralf Claßen, Fahrkarten.
Diplomatie an der Rodelkasse
Dass der Job hinter der Kasse durchaus seine Tücken haben kann, bekam Landrat Markus Ramers gleich bei einem seiner ersten Kundenkontakte zu spüren. Eine Reklamation wegen falscher Tickets. Zwei Personen wollten gemeinsam in einem Schlitten fahren, hatten dafür die entsprechenden Tickets gekauft. Doch die Sicherheitsbestimmungen sehen vor, dass Personen ab einer Körpergröße von 1,40 Metern jeweils einen eigenen Schlitten benutzen müssen.
„Das war nicht ganz so einfach, aber da haben wir natürlich unser ganzes diplomatisches Geschick genutzt“, berichtete Ramers lachend. Mit Erfolg: Die Angelegenheit ließ sich zur Zufriedenheit aller Beteiligten klären. Sein Kollege Klaus Voussem konnte anschließend das Ziel des Nachmittages vermelden: „Nur noch zufriedene Kunden!“
Für die prominenten Gastkassierer war der Perspektivwechsel eine willkommene Abwechslung zum politischen Alltag. „Das ist eine schöne Freizeitanlage im Kreis Euskirchen, gerade für Familien“, lobte Ramers. Der Beginn der Herbstferien, das Halloween-Motto und der gute Zweck passten hervorragend zusammen. Außerdem schätzte der Landrat die ungezwungene Atmosphäre und die Möglichkeit, mit den Menschen einmal abseits von Terminen, Sitzungen oder Bürgeranliegen ins Gespräch zu kommen.
Klaus Voussem hatte ebenfalls sichtlich Spaß an seiner ungewohnten Aufgabe. Für ihn stand vor allem der soziale Gedanke im Mittelpunkt. „Die Einnahmen gehen an die Mechernich-Stiftung, und das ist Grund genug, die Aktion zu unterstützen“, so der Landtagsabgeordnete.
Auch Michael Fingel genoss seinen Einsatz. „Eine sehr, sehr gute Aktion“, lautete sein Fazit. Besonders beeindruckte ihn das Engagement aller Beteiligten und die liebevolle Gestaltung der Geister-Rodelbahn. Selbst das Wetter spielte mit. „Mitte Oktober und wir stehen hier alle gefühlt in kurzen Klamotten, das ist schon verrückt“, stellte der Bürgermeister fest. Und während die ersten Rodler den Hang hinuntersausten, freute er sich bereits auf die Abendstunden: „Am liebsten würde ich jetzt so ein bisschen die Dunkelheit herbeizaubern, damit das alles noch besser in Szene gesetzt wird.“
Sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Denn mit Einbruch der Dunkelheit entwickelte die Gruselkulisse ihren ganzen Reiz und der Besucherandrang nahm noch einmal kräftig zu.
Auch der Stiftungsvorsitzende ging auf die Bahn
Ralf Claßen freute sich derweil nicht nur über die zahlreichen verkauften Fahrkarten, sondern ließ es sich ebenso wie die anderen prominenten Gastkassierer auch nicht nehmen, die Sommerrodelbahn selbst auszuprobieren. Sein Urteil fiel eindeutig aus: „Die Bahn war super.“ Mit einem verschmitzten Lächeln fügte er hinzu: „Da merkt man, dass das Kind im Manne noch da ist.“
Noch größer war seine Freude über die Hilfsbereitschaft des Eifeltor-Betreibers. „Ich finde es toll, dass man die Freizeit damit verbindet, den Menschen zu helfen, denen es finanziell nicht so gut geht“, sagte Claßen. Die Familie Barth/Kipp habe sich in Mechernich hervorragend integriert, den Erlebnispark noch attraktiver gemacht und sich bereits bei anderen Veranstaltungen als verlässlicher Partner erwiesen.
Dass Roland Barth nun auch die Mechernich-Stiftung unterstütze, sei ein weiteres schönes Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt und ihren Menschen. „Das zeigt, dass man sich hier wohlfühlt und auch etwas zurückgeben möchte. Geben und Nehmen – so funktioniert eine gute Gemeinschaft“, freute sich Claßen.
Eine Aktion mit dreifachem Gewinn
Auch Roland Barth zog ein durchweg positives Fazit. Für den Betreiber der Sommerrodelbahn ging es bei der Aktion nämlich um weit mehr als um die Spende allein. „Ich finde es immer schön, wenn man mit so einer Aktion noch einmal darauf aufmerksam machen kann, dass es solche Stiftungen gibt, die sich für bedürftige Menschen einsetzen“, erklärte er.
Genau dieser Effekt sei bereits im Vorfeld eingetreten. Bei Gesprächen mit anderen Unternehmern habe er festgestellt, dass manche die Mechernich-Stiftung und ihre Aufgaben bislang überhaupt nicht gekannt hätten. Durch die Benefizaktion sei neues Interesse geweckt worden, aus dem sich möglicherweise weitere Unterstützung entwickeln könne.
Für Barth ist das eine dreifache Erfolgsgeschichte: Die Stiftung erhält finanzielle Unterstützung, die Sommerrodelbahn gewinnt zusätzliche Aufmerksamkeit und vor allem profitieren Menschen, die Hilfe besonders dringend benötigen.
Dass die Benefizaktion so erfolgreich endete, lag nicht zuletzt an der besonderen Atmosphäre der Halloween-Rodelbahn. Mit viel Liebe zum Detail hat das Eifeltor-Team die Anlage in eine schaurig-schöne Erlebniswelt verwandelt. Gerade am Abend sorgte die Kombination aus Dunkelheit, Gruselkulisse, echten Erschreckern und rasanter Fahrt für Begeisterung. Die langen Warteschlangen vor der Kasse zeigten, dass die Idee bei den Besuchern bestens ankam.
Und möglicherweise war die Aktion erst der Anfang. Ob die aufwendig inszenierte Geister-Rodelbahn auch im kommenden Jahr wieder für Halloween-Stimmung sorgen wird? „Ich schätze schon“, verriet Roland Barth. Zunächst wolle man schauen, wie sich der Betrieb bis Halloween entwickle. „Wenn das so weitergeht, werden wir nächstes Jahr noch ein paar Geschütze mehr auffahren müssen.“
Aktuell bleibt die Geister-Rodelbahn noch bis einschließlich Sonntag, 1. November, geöffnet, ehe sie am 2. November in die Winterpause geht. Weitere Infos unter: www.eifeltor-erlebnispark.de/










