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Erntedank unter freiem Himmel

Viele Besucher feierten an der Barbara-Kapelle in Mechernich-Nord – Kinder und Vereine gestalteten Gottesdienst mit – Bunte Blätter wurden zu persönlichen Versprechen für die Bewahrung der Schöpfung

Mechernich – Zwischen Kürbissen, Kohlköpfen, Äpfeln, Getreide und bunten Herbstblumen wurde die Barbara-Kapelle in Mechernich-Nord zum Treffpunkt für Jung und Alt. Bei schönem Herbstwetter feierten zahlreiche Besucherinnen und Besucher dort gemeinsam Erntedank. Eingeladen hatten die Barbara-Bruderschaft Mechernich, der Familienmesskreis und Pfarrer Stephen.

Den Auftakt bildete ein Gabengang von der Alten Kirche zur Barbarakapelle. Mit dabei waren auch Abordnungen Mechernicher Vereine, darunter der Festausschuss Mechernicher Karneval und die Prinzengarde, die den Weg mit ihren Fahnen begleiteten.

Vor der Kapelle war ein festlicher Altar aufgebaut worden, umgeben von zahlreichen Erntegaben. Kürbisse, Gemüse, Obst und Blumen machten dabei sichtbar, wofür an diesem Tag gedankt werden sollte. Die Bergkapelle unter der Leitung von Ulli Poth sorgte für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes.

Auch viele Kinder und Familien wirkten aktiv mit. Luisa, Pamela und Annabell übernahmen das Kyrie, Elias trug eine Geschichte über sichtbare und unsichtbare Erntegaben vor. Weitere Kinder brachten Gaben zum Altar und baten um Gottes Segen. Mitglieder des Familienmesskreises gestalteten die Fürbitten.

„Schöpfung bewahren“

Pfarrer Stephen rückte in seiner Predigt die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung in den Mittelpunkt. Die Natur und ihre Gaben seien ein großes Geschenk, zugleich aber auch mit einem Auftrag verbunden: sorgsam mit ihnen umzugehen.

Dabei ging es ganz konkret um den Alltag. Zu viel werde gekauft, vieles später weggeworfen. Gleichzeitig gerate schnell aus dem Blick, wo Lebensmittel eigentlich herkommen und wie viel Arbeit hinter ihrer Herstellung steckt. Erntedank bedeute deshalb nicht nur Dankbarkeit, sondern auch Verantwortung.

Aus dieser Botschaft wurde während des Gottesdienstes eine sichtbare Gemeinschaftsaktion. An die Besucher wurden ausgeschnittene bunte Blätter verteilt. Darauf konnten sie ein persönliches Versprechen notieren, wie sie selbst künftig zur Bewahrung der Schöpfung beitragen möchten. Anschließend wurden die Blätter an einem kleinen Baum befestigt.

So entstand nach und nach ein farbenfrohes Symbol: Wenn viele Menschen im Kleinen etwas beitragen und ihre eigenen Vorsätze ernst nehmen, kann daraus gemeinsam etwas Großes entstehen.

Pfarrer Stephen dankte zum Abschluss besonders der Barbara-Bruderschaft. Sie kümmert sich nicht nur um den Erhalt der Barbara-Kapelle, sondern pflegt auch die umliegende Grünanlage.

Brot aus selbst gemahlenem Getreide

Die Vorbereitungen für das Erntedankfest hatten bereits einen Tag zuvor begonnen. Kinder trafen sich mit dem Familienmesskreis zum gemeinsamen Backen. Getreide wurde gemahlen, Teig geknetet und geformt. Daraus entstanden mehrere Brote, Brötchenräder und Kuchen für das Fest.

Nach dem Gottesdienst blieb die Gemeinde noch lange beisammen. Viele Besucher hatten etwas für das gemeinsame Buffet mitgebracht, die Barbara-Bruderschaft sorgte für Würstchen und Getränke. Für die Kinder gab es zum Nachtisch selbstgemachte Zuckerwatte.

So wurde das Erntedankfest an der Barbara-Kapelle nicht nur zu einem Gottesdienst, sondern zu einem geselligen Treffen mehrerer Generationen mitten im Grünen und passend zu der Botschaft, die den Vormittag prägte: dankbar wahrnehmen, was die Natur schenkt, und Verantwortung dafür übernehmen.

pp/Agentur ProfiPress

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