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Das Herzstück schlägt jetzt

Breitenbenden feierte die Eröffnung seines neuen Dorfgemeinschaftshauses – Enorme Eigenleistung erbracht – Bürgermeister Michael Fingel und sein Amtsvorgänger Dr. Hans-Peter Schick durchschnitten das Band

Bürgermeister Michael Fingel (v.l.), Sandra Stürzenberger, Heinz Loosen und Ex-Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick durchschnitten gemeinsam das rote Band und eröffneten damit offiziell das neue Dorfgemeinschaftshaus. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Sandra Stürzenberger (l.), Vorsitzende des Bürgervereins, und „Bauleiter“ Heinz Loosen begrüßten die Gäste zur Eröffnung des neuen Dorfgemeinschaftshauses in Breitenbenden. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Neuer Treffpunkt für Breitenbenden: Nach Monaten voller Arbeit und viel Eigenleistung konnte das neue Dorfgemeinschaftshaus nun offiziell eröffnet werden. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Hell, modern und bereit fürs Dorfleben: Der Innenraum des neuen Dorfgemeinschaftshauses bietet künftig Platz für Vereinsveranstaltungen, Dorffeste und private Feiern. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Ein Stück Stadt fürs neue Haus: Bürgermeister Michael Fingel überreichte Sandra Stürzenberger zur Eröffnung ein Stadtwappen, das künftig einen Platz im Dorfgemeinschaftshaus finden soll. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Kühle Getränke zum Einstand: Anamarija und Petar Grgic sorgten bei der Eröffnungsfeier hinter der Theke dafür, dass niemand durstig blieb. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Breitenbenden – Noch beim Richtfest war es ein Versprechen für die Zukunft: Ein neues „Herzstück“ sollte in Breitenbenden entstehen, ein Ort, an dem das Dorf wieder zusammenkommen kann. Jetzt schlägt dieses Herz. Mit einer großen Feier wurde das neue Dorfgemeinschaftshaus offiziell eröffnet und wer an diesem Tag in die Gesichter der Beteiligten schaute, konnte erahnen, wie viel Arbeit, Herzblut und manche schlaflose Nacht in dem Gebäude stecken.

Einer, dem die Freude besonders anzusehen war, war Ortsbürgermeister Bernd Wienand. „Es war durchaus ein schwieriger Weg mit einem straffen Zeitplan. So entstand zum Beispiel die komplette Außenanlage innerhalb von nur zwei Wochen, um noch vor dem Motorradgottesdienst und der Einweihung fertig zu sein. Umso schöner ist es jetzt, das Ergebnis zu sehen“, sagte er. Sein Dank galt allen Menschen und Vereinen, die das Projekt unterstützt und tatkräftig mit angepackt hatten: „Es geht auch irgendwie alles alleine, aber alleine geht es meist nicht gut. Nur zusammen lässt sich ein solches Projekt stemmen.“

Wie viel dieses „zusammen“ in Breitenbenden bedeutet, wissen vor allem Heinz Loosen, der den Bau praktisch als ehrenamtlicher Bauleiter begleitete, und Sandra Stürzenberger, Vorsitzende des Bürgervereins. Im März 2025 hatten die Arbeiten begonnen. Den Rohbau übernahm die Firma Lorbach, anschließend ging es für die Dorfgemeinschaft erst richtig los.

„Sehr viel Eigenleistung“

Innenausbau, Dacharbeiten und große Teile der Haustechnik wurden mit viel Eigenleistung gestemmt. Loosen, gelernter Dachdecker, kümmerte sich unter anderem um das Dach. Sandra Stürzenberger organisierte Material, plante mit, kümmerte sich darum, wie das Haus am Ende aussehen sollte und packte ebenso selbst mit an.

„Im Prinzip war es bei uns jeder Urlaub, jedes freie Wochenende. Eigentlich immer“, beschrieb sie die vergangenen Monate. Heinz Loosen sprach allein von acht Wochen Urlaub, die in das Projekt geflossen seien.

Warum man sich so etwas freiwillig antue? Sandra Stürzenberger hatte darauf zunächst eine ziemlich trockene Antwort parat: „Weil wir bescheuert sind“, sagte sie lachend. Dahinter steckt aber vor allem der Wunsch, Breitenbenden wieder einen gemeinsamen Treffpunkt zu geben.

Denn genau der hatte im Ort zunehmend gefehlt. Früher gab es noch zwei Kneipen. Heute besteht kaum noch eine Möglichkeit, im Dorf größere Feste und Veranstaltungen unter einem Dach zu feiern. „Man hätte natürlich immer wieder ein Zelt aufbauen können. Aber das kann ein kleiner Verein heutzutage kaum noch bezahlen“, so Sandra Stürzenberger.

Vom Seniorennachmittag bis zur Kirmes

Das neue Haus soll deshalb möglichst vielseitig genutzt werden. St. Martin und der Seniorennachmittag gehören zu den nächsten Veranstaltungen. Und erste private Feiern hat das Dorfgemeinschaftshaus bereits erlebt: Runde Geburtstage, eine Kommunion und eine Taufe fanden dort schon statt.

Auch alte Traditionen könnten mit dem neuen Treffpunkt wieder neuen Schwung bekommen. Heinz Loosen kann sich etwa wieder eine kleine Kirmes oder ein Spritzenfest vorstellen. „Jetzt brauchen wir dafür kein Zelt mehr zu besorgen“, stellte er zufrieden fest. Damit erfüllt sich genau das, was sich die Beteiligten von dem Gebäude erhofft hatten: Es soll kein Haus sein, das lediglich dasteht, sondern eines, in dem Dorfleben stattfindet.

Dass die ersten Gäste überhaupt rechtzeitig feiern konnten, war allerdings zwischenzeitlich noch einmal eine echte Zitterpartie. Sandra Stürzenberger erinnerte bei der Eröffnung besonders an die Firma Marius Apostol aus Breitenbenden. Kurz vor der ersten Vermietung fehlten noch Arbeiten in den Toilettenbereichen. Ausgerechnet der Donnerstag davor war ein Feiertag.

„Marius war mit seiner ganzen Mannschaft hier“, berichtete Stürzenberger. Toilettenwände und Schiebetüren wurden noch eingebaut, damit am folgenden Tag tatsächlich der Schlüssel für die erste Vermietung übergeben werden konnte. „Da haben wir graue Haare bekommen. Aber er hat es gerettet.“

„Mehr als nur vier Wände“

Zur offiziellen Eröffnung waren auch Bürgermeister Michael Fingel, sein Amtsvorgänger Dr. Hans-Peter Schick und der stellvertretende Bürgermeister Heinz Schmitz gekommen. Schick hatte das Projekt während seiner Amtszeit gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Dorfgemeinschaft auf den Weg gebracht. Nun standen alter und neuer Bürgermeister gemeinsam vor dem Eingang und durchschnitten zusammen mit den Beteiligten symbolisch das Band.

Michael Fingel machte anschließend deutlich, welche Bedeutung solche Treffpunkte aus seiner Sicht für die Dörfer haben. Dorfgemeinschaftshäuser stünden „für viel mehr als nur für vier Wände“. Sie seien Orte der Begegnung, die von den Menschen mit Leben gefüllt werden müssten.

Sein Dank galt deshalb nicht nur Verwaltung und Politik sowie ausdrücklich seinem Amtsvorgänger Dr. Hans-Peter Schick, sondern vor allem den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort: „Ganz wichtig sind die Menschen, die mit viel Engagement dabei sind.“

Denn mit der Fertigstellung sei die Arbeit keineswegs beendet. Ein solches Haus müsse gepflegt, erhalten und immer wieder mit Leben gefüllt werden. Dabei wolle die Stadt unterstützen, wo dies möglich sei.

Fingel wünschte den Breitenbendenern, dass in ihrem neuen Dorfgemeinschaftshaus künftig „schöne Feste stattfinden“ und viele Geschichten entstehen, „an die sich vielleicht auch die nächsten Generationen noch zurückerinnern können“. Eine kleine Aufmerksamkeit für das neue Haus hatte der Bürgermeister ebenfalls mitgebracht, verbunden mit der Hoffnung, dass sie einen Platz an der Theke finden werde.

Dank an die vielen Helfer

Auch Heinz Loosen nutzte die Eröffnung, um sich bei den zahlreichen Unterstützern zu bedanken: bei der Stadt Mechernich, bei den beteiligten Firmen, bei allen Helferinnen und Helfern aus dem Dorf und ganz besonders bei Sandra Stürzenberger. Sie habe während der Bauphase eben nicht nur dafür gesorgt, dass alle mit Essen und Getränken versorgt waren, sondern selbst überall mit angepackt.

Dass das neue Haus tatsächlich zum Treffpunkt werden kann, bewies bereits die Eröffnungsfeier selbst. Während sich draußen die jüngeren Gäste auf einer Hüpfburg austobten, sorgten Anamarija und Petar Grgic an der Theke für kühle Getränke. Dazu gab es reichlich gutes Essen vom Restaurant Bonjour Saigon 22, viele Gespräche und Gelegenheit, das fertige Gebäude in Augenschein zu nehmen.

Und nach all den Wochenenden, Urlaubstagen, Baustellenproblemen und kurzfristigen Rettungsaktionen durfte an diesem Abend schließlich vor allem eines getan werden: gefeiert. Denn Breitenbenden hat jetzt wieder einen Ort, an dem das möglich ist.

Das Bürgerhaus Breitenbenden kann auch für private Feiern und Veranstaltungen gemietet werden. Die Miete beträgt 180 Euro, für Ortsvereine sowie für Beerdigungen jeweils 80 Euro. Hinzu kommen 35 Euro für die Endreinigung. In der Vermietung enthalten sind die Nutzung von Kücheninventar, Bestuhlung und Musikanlage. Vermietungsanfragen nimmt Sandra Stürzenberger unter Telefon 0179 2 40 14 56 entgegen.

pp/Agentur ProfiPress
 

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