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Beutel für den Fall der Fälle

Stadt Mechernich hat inzwischen 110 Dogstations im gesamten Stadtgebiet aufgestellt – Spender werden regelmäßig kontrolliert und nachgefüllt – Angebot ist als praktische Hilfe unterwegs gedacht, nicht zur Bevorratung für zu Hause

Eine von 110 Dogstations im Mechernicher Stadtgebiet steht vor dem Rathaus. Die regelmäßig nachgefüllten Beutel sind als praktische Hilfe für den Fall gedacht, wenn beim Spaziergang mal kein eigener zur Hand ist. Foto: Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Ein Spaziergang mit dem Hund, die Tüte zu Hause vergessen oder den letzten Beutel bereits verbraucht: In solchen Situationen sind die Dogstations der Stadt Mechernich eine praktische Hilfe. Inzwischen gibt es davon 110 im gesamten Stadtgebiet. Sie sollen dazu beitragen, dass Hinterlassenschaften unkompliziert beseitigt werden können und Wege, Grünflächen sowie öffentliche Plätze sauber bleiben.

Die Stationen werden regelmäßig kontrolliert und mit neuen Beuteln bestückt.  Über 316.000 Stück wurden in den Jahren 2024 bis 2026 durchschnittlich pro Jahr nachgefüllt. Damit unterhält die Stadt ein dichtes Servicenetz für Hundehalterinnen und Hundehalter und betreibt dafür einen nicht unerheblichen personellen und finanziellen Aufwand. 

„Allerdings zeigt sich zunehmend, dass mit dem Angebot bisweilen eine Erwartung verbunden wird, die über seinen eigentlichen Zweck hinausgeht“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Mario Dittmann. Die Dogstations seien als Unterstützung für den konkreten Bedarf unterwegs gedacht: also für den Fall, dass einmal kein eigener Beutel zur Hand ist. Sie sind hingegen nicht als Selbstbedienungsangebot gedacht, an dem ein größerer Vorrat für zu Hause mitgenommen werden kann.

Fairer Umgang, saubere Stadt

Denn wenn gleich mehrere Beutel oder ganze Bündel aus einem Spender entnommen werden, kann selbst eine regelmäßig nachgefüllte Station schnell leer sein. Dann fehlt der Beutel womöglich genau der nächsten Person, die unterwegs tatsächlich darauf angewiesen ist.

Die Stadt appelliert deshalb freundlich an alle Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer, für den täglichen Spaziergang grundsätzlich eigene Kotbeutel mitzunehmen und die Dogstations als das zu nutzen, was sie sein sollen: eine verlässliche Reserve für den Fall der Fälle.

Ein bewusster und fairer Umgang mit dem Angebot hilft dabei, dass die Beutel möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen. So können alle gemeinsam dazu beitragen, das Stadtgebiet sauber zu halten.

Entsorgt werden sollten die benutzten Beutel in den entsprechenden Mülltonnen, gegebenenfalls zu Haus in der Restmülltonne. „Die Bauhof-Kollegen erleben es regelmäßig, dass die genutzten Beutel in der Landschaft entsorgt werden. Dafür fehlt mir wirklich jegliches Verständnis“, betont Mario Dittmann.

Rund 3500 Hunde gemeldet

Aktuell sind laut Stadtverwaltung im Stadtgebiet Mechernich rund 3500 Hunde gemeldet. Für sie wird Hundesteuer erhoben. Diese ist als sogenannte Aufwandsteuer rechtlich nicht zweckgebunden. Die Einnahmen fließen in den allgemeinen städtischen Haushalt und stehen damit für sämtliche kommunalen Aufgaben zur Verfügung. Die Hundesteuer ist also keine Gebühr, aus der sich ein Anspruch auf eine bestimmte Gegenleistung ableiten lässt, etwa auf jederzeit verfügbare kostenlose Kotbeutel.

Zum 1. Januar 2026 wurde die Hundesteuersatzung der Stadt Mechernich erstmals seit 2011 angepasst. Seither beträgt die jährliche Steuer 89 Euro für den ersten Hund. Bei zwei Hunden werden jeweils 135 Euro, bei drei oder mehr Hunden jeweils 158 Euro fällig. Für als gefährlich eingestufte Hunde liegt der Steuersatz bei 825 Euro pro Jahr.

Befreiungen gelten weiterhin unter anderem für Blindenführ-, Therapie- und Assistenzhunde. Auch Hunde aus dem Tierheim Mechernich bleiben nach der Adoption zunächst für zwei Jahre steuerfrei. Werden sie erst im Alter von zehn Jahren oder später aufgenommen, gilt die Befreiung dauerhaft.

Die 110 Dogstations sind unabhängig davon ein freiwilliger Service der Stadt für mehr Sauberkeit und ein rücksichtsvolles Miteinander. Damit dieser Service zuverlässig funktioniert, kommt es nicht allein auf das regelmäßige Nachfüllen an, sondern ebenso auf eine faire Nutzung durch alle.

pp/Agentur ProfiPress
 

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