Als Mechernich noch Meeresgrund war
Freuen sich auf die Archäologietour Nordeifel am 4. Oktober: Dr. Ulrike Müssemeier (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland), Norbert Liebing (Ehrenamtlicher Mitarbeiter LVR-Amt für Bodendenkmalpflege und Busbegleiter), Landrat Markus Ramers (Kreis Euskirchen), Bürgermeister Sebastian Glatzel (Bad Münstereifel), Patrick Schmidder (Nordeifel Tourismus GmbH), Dr. Petra Tutlies (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland).
Mechernich-Berg/Nordeifel – Eine Reise durch 240 Millionen Jahre Erdgeschichte, zu römischen Bauwerken, geheimnisvollen Befestigungen und barocker Gartenkunst: Bei der 19. Archäologietour Nordeifel öffnen sich am Sonntag, 4. Oktober, von 10 bis 18 Uhr gleich fünf besondere Fenster in die Vergangenheit. Der Eintritt zu sämtlichen Stationen ist frei.
Veranstaltet wird die Archäologietour vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und der Nordeifel Tourismus GmbH gemeinsam mit den beteiligten Kommunen im Kreis Euskirchen. Neben fachkundigen Führungen erwarten die Gäste an einigen Stationen Kinderangebote. Örtliche Vereine und gastronomische Betriebe sorgen außerdem für Speisen und Getränke.
Einblicke in eine vergangene Welt
Ein besonderer Ort der diesjährigen Tour liegt im Mechernicher Stadtgebiet. Im alten Steinbruch bei Berg können Besucherinnen und Besucher uraltes Leben entdecken, das sich in den Gesteinsschichten erhalten hat. Denn lange bevor Menschen die Eifel besiedelten, sah die Landschaft völlig anders aus: Die markanten Höhenzüge am Nordrand der Eifel zwischen Zülpich und Bürvenich bestehen aus Oberem Muschelkalk, der während der mittleren Triaszeit vor rund 240 Millionen Jahren entstand.
Die dort eingeschlossenen Fossilien sind für Fachleute wertvolle Zeugnisse einer längst vergangenen Welt. Aus ihnen lassen sich Rückschlüsse auf die damalige Umwelt und Lebensbedingungen ziehen. Führungen durch den Steinbruch und eine Präsentation ausgewählter Fossilien machen diese gewaltigen Zeiträume anschaulich und verständlich. Zugleich zeigt der ehemalige Steinbruch, dass Landschaft niemals stillsteht.
Vier weitere Zeitreisen
In Bad Münstereifel können Interessierte derweil einen Felsenkeller erkunden, dessen Geschichte vom gescheiterten Steinkohleabbau über die Bierkühlung und die Nutzung als Luftschutzkeller bis hin zur Champignonzucht und Autowerkstatt reicht. Heute dient der Stollen Fledermäusen als Winterquartier, weshalb vor Ort auch über den Schutz der Tiere informiert wird.
Am Kaller Bahnhof steht ein Teilstück der römischen Eifelwasserleitung im Mittelpunkt. Die insgesamt 95,4 Kilometer lange Leitung versorgte Köln mindestens 190 Jahre lang täglich mit rund 20 Millionen Litern Trinkwasser aus der Eifel. Ein Infostand widmet sich zudem dem UNESCO-Welterbe Niedergermanischer Limes, während Familien verschiedene römische Spiele ausprobieren können.
Im Flamersheimer Wald bei Euskirchen führt die Tour zu einer spätantiken römischen Kleinbefestigung aus dem 3. oder 4. Jahrhundert. Die als „Alte Burg“ bezeichnete Anlage lag einst an einer wichtigen römischen Straßenverbindung zwischen Rheinbach und Billig. Wall und Graben sind bis heute im Gelände zu erkennen.
An der Burg Blankenheim wiederum verbirgt sich unter dem heutigen Bolzplatz ein barocker Garten aus dem Jahr 1727/28. Bodenradar-Untersuchungen machten ehemalige Beete, Wege, ein Wasserbecken und die Grundmauern einer Orangerie sichtbar. Fachleute erläutern dort, wie die prächtige Gartenanlage einst aussah und mit welchen Methoden ihre Überreste erforscht werden.
Mit dem Bus zu allen Stationen
Alle Ziele können individuell mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Auto besucht werden. Darüber hinaus bietet die Nordeifel Tourismus GmbH eine begleitete Busexkursion zu sämtlichen Stationen an. Sie startet am Bahnhof Mechernich und wird von Guides begleitet, die während der Fahrt Wissenswertes über die Region und ihre Geschichte erzählen. Die Fahrgäste erhalten dafür Headsets.
Die Busexkursion kostet für Erwachsene 24,50 Euro und für Kinder bis 14 Jahre 14,50 Euro. Gehörlose Menschen können das Angebot in Begleitung einer Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache nutzen. Anmeldungen nimmt die Nordeifel Tourismus GmbH telefonisch unter (0 24 41) 99 45 70 sowie online unter www.nordeifel-tourismus.de entgegen. Hier und unter www.lvr.de/bodendenkmalpflege finden sich auch Hinweise zur individuellen Anfahrt und weitere Infos. Nach der Veranstaltung werden die Informationen zu den einzelnen Stationen dauerhaft im Online-Portal www.kuladig.de bereitgestellt.






