240 Millionen Jahre unter den Füßen
In Berg werden am Sonntag, 4. Oktober Fossilien präsentiert, Fachleute erläutern, was sich aus dem Gestein herauslesen lässt. Für Familien gibt es spezielle Führungen um 11 und um 14 Uhr. Foto: LVR/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Berg – Wer bei Archäologie nur an Römer, Burgen oder Tonscherben denkt, kann sich in Berg auf eine Zeitreise ganz anderer Dimension freuen: Rund 240 Millionen Jahre führt die Archäologietour Nordeifel ihre Besucher dort zurück – in eine Zeit, als die Landschaft am heutigen Eifel-Nordrand noch völlig anders aussah.
Am Sonntag, 4. Oktober, ist der Steinbruch bei Mechernich-Berg von 10 bis 18 Uhr eine von fünf Stationen der 19. Archäologietour Nordeifel. Gemeinsam laden die Kommunen im Kreis Euskirchen, die Nordeifel Tourismus GmbH und das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland zu der Reise in die Vergangenheit ein. Fachleute aus Archäologie, Paläontologie und Geschichte stellen dabei besondere Spuren früherer Zeiten vor.
Die Mechernicher Station trägt den Titel „Uraltes Leben im Steinbruch“. Die markanten Höhenzüge, die man am Eifel-Nordrand etwa von Zülpich aus erkennen kann, bestehen aus Gesteinsschichten des Oberen Muschelkalks aus der mittleren Triaszeit. In ihnen haben sich unscheinbare Fossilien erhalten, die Fachleuten heute verraten, wie die Umwelt vor rund 240 Millionen Jahren ausgesehen haben könnte.
Fossilien zum Anschauen
Vor Ort werden Fossilien präsentiert, außerdem führen Fachleute die Besucher in den Steinbruch und erläutern, was sich dort aus Gestein, Verwitterung und den darin eingeschlossenen Überresten längst vergangenen Lebens herauslesen lässt. Für Familien gibt es spezielle Führungen um 11 und um 14 Uhr.
Treffpunkt ist am Rastplatz gegenüber der Burg, Gemünder Straße 84, in Mechernich-Berg. Der Besuch sowie die Führungen sind kostenlos. Ganz ohne Vorbereitung sollte man sich allerdings nicht auf die Zeitreise machen: Der Steinbruch liegt in einem Naturschutzgebiet, die ausgewiesenen Wege dürfen deshalb nicht verlassen werden. Festes Schuhwerk wird dringend empfohlen, da einzelne Abschnitte sehr steil sind.
Auch für die Stärkung nach der Expedition in die Erdgeschichte ist gesorgt. Die Dorfgemeinschaft Berg bietet unter anderem Reibekuchen und Getränke an. Damit wird die Mechernicher Station nicht nur zum Treffpunkt für Fossilienfreunde, sondern auch zu einem kleinen Dorffest rund um die Geschichte vor der eigenen Haustür.
Fünf Stationen in der Nordeifel
Neben Berg gehören in diesem Jahr vier weitere Ziele zur Archäologietour: In Kall dreht sich alles um die römische Wasserleitung, in Euskirchen-Flamersheim um eine geheimnisvolle spätantike Befestigung, in Bad Münstereifel wird der ehemalige Felsenkeller der Brauerei Hendrichs thematisiert und in Blankenheim geht es um archäologische Überraschungen unter einem Bolzplatz.
Wer gleich alle fünf Stationen kennenlernen möchte, kann zudem an einer ganztägigen Busexkursion teilnehmen – und auch die startet in Mechernich. Treffpunkt ist am Sonntag, 4. Oktober, um 9.15 Uhr am Bahnhof Mechernich, die Fahrt beginnt um 9.30 Uhr und dauert bis 18 Uhr. Sie kostet 24,50 Euro für Erwachsene und 14,50 Euro für Kinder bis 14 Jahre. Eine vorherige Anmeldung ist bis zum 30. September unter www.nordeifel-tourismus.de oder telefonisch unter 02441 99457-0, erforderlich.







