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„Warum ist hier noch nicht geräumt?!“

Arbeitsintensive Wochen der Winterdienste im Stadtgebiet sind beendet – Viele unbegründete, teils bösartige Beschwerden - Grund: Unverständnis und zu hohes Anspruchsdenken – Fachbereichsleiter Mario Dittmann und Bauhofleiter Reiner Metternich nahmen sich Zeit für Fragen und lieferten Antworten

Fachbereichsleiter Mario Dittmann (l.) und Bauhof-Chef Reiner Metternich zogen nach arbeitsintensiven Wochen für den Mechernicher Winterdienst Bilanz, nahmen sich Zeit für Fragen der Bürgerschaft und lieferten Antworten. Grund war, dass viele teils bösartige Beschwerden eingingen, weil den Meisten nicht klar ist, wie das Räumsystem eigentlich funktioniert. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Grund für viel Ärger waren kleine zugeschneite Nebenstraßen wie diese, die in den Wirren des winterlichen Unwetters auf der Prioritätenliste als letztes kommen. Archivfoto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Parkende Autos, oftmals ein gravierendes Problem. Denn im „worst case“ bleiben Straßen dank ihnen ungeräumt. Archivfoto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Streusalz darf von den Kommunen in bestimmten Dosierungen verwendet werden, da es eine Beeinträchtigung für das Grundwasser und somit der Natur darstellt. Archivfoto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Der Winter scheint in diesen Tagen das Mechernicher Stadtgebiet schon wieder hinter sich gelassen zu haben. So kehrt nun auch auf dem städtischen Bauhof langsam wieder Normalität ein – nach viel Stress in den vergangenen Wochen. Denn auf das große eisige Unwetter, dass die Stadt am Bleiberg in Atem gehalten hatte, folgten Tage später Schneeverwehungen, die in Lorbach beispielsweise Höhen von bis zu zwei Metern erreichten und Straßen unbefahrbar machten.

In beiden Fällen waren der Bauhof und beschäftigte Unternehmen mit über zehn Fahrzeugen und Fußtrupps im Einsatz, um für Sicherheit auf dem über 250 Kilometer langen Mechernicher Straßennetz zu sorgen. Man holte sogar noch Extrakräfte hinzu, befestigte Gerätschaften an Baufahrzeugen um der Situation Herr zu bleiben. Bei Vielen führte Unverständnis aber auch zu ungerechtfertigten Reaktionen bis hin zu böswilligen Beleidigungen gegen die Helfer. Hunderte Bürger riefen beim Bauhof an, machten ihrem Ärger Luft – oft auf mehr als unangebrachte Art und Weise. 

Für konstruktive Kritik sei man zwar immer dankbar, Beleidigungen und Egoismus zählten aber nicht dazu. „Das geht so nicht“, sind sich der zuständige Fachbereichsleiter Mario Dittmann und Bauhof-Chef Reiner Metternich einig. Um dem in Zukunft vorzubeugen, die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich über wichtige Maßnahmen aufzuklären und so für Verständnis für die wichtige Arbeit der Winterdienste zu sorgen, haben sie sich nun einmal der wichtigsten Fragen aus der Bürgerschaft angenommen – und liefern klare Antworten.

Fragen und Antworten

Wie reagiert man bei der Stadtverwaltung auf entsprechende Wetterlagen?

Erst einmal sollte klar sein, dass man nicht zeitgleich zu jeder Tages- und Nachtzeit jede Nebenstraße räumen könne. Das sei faktisch unmöglich. Man räume die städtischen Straßen nach einem komplexen System, das Prioritäten hat. Als erstes sind Schulen, Krankenhäuser, Feuerwehren und wichtige Hauptverkehrsstraßen dran. Diese Touren müsse man je nach Wetterlage sogar zwei bis dreimal fahren. Dann weitet man unsere Arbeit aus, bis schließlich auch die kleinen Nebenstraßen dran sind.

All das schreibt übrigens die „Verkehrssicherungspflicht“ vor. Die Stadtverwaltung sei auch nicht „Herr aller Straßen“. Land, Kreis, Bund und Autobahn kümmerten sich jeweils um ihre Abschnitte.

Wann wird Winterdienst gemacht?

Von November bis April fahren drei der Mitarbeiter das Gebiet zur Wetterkontrolle ab, entscheiden dann, wo und wie es zu handeln gilt. Natürlich achte man parallel sehr genau auf aktuelle Wettervorhersagen.

Gibt es ein Recht darauf, dass vor dem eigenen Grundstück geräumt wird – man zahlt doch Winterdienstgebühr?

Nicht so ganz. Man sei sich darüber bewusst, dass die Bürgerinnen und Bürger hierfür Geld bezahlen. Wichtig zu verstehen ist jedoch, dass diese Gebühr eine Umlagefinanzierung des gesamten Winterdienstaufwandes im gesamten Stadtgebiet sei. Das bedeute, dass das die gesamten Kosten auf die Eigentümer der anliegenden Grundstücke verteilt werden. Der Streu- und Räumdienst werde jedoch nach Priorität geordnet und durchgeführt.

Warum soll man als Bürger kein Salz streuen?

Den Kommunen ist dies erlaubt, da es Vorschriften für die Dosierung und für solch große Flächen keine Alternative gibt. Bürgerinnen und Bürger streuen meist viel mehr aus, was in der Gesamtsumme eine viel höhere Menge ergibt.

Welche Probleme gibt es für den Winterdienst?

Parkende Fahrzeuge. Oftmals blockieren sie die Straße, sodass die Räumtraktoren nicht durchkommen. Dann kann es natürlich sein, dass morgens um 9 Uhr die Straße noch nicht geräumt ist, obwohl ein Räumfahrzeug schon lange da war. Also: Bitte beim Parken im Winter darauf achten, bei Schnee genug Platz (mindestens drei Meter) für die Räumdienste zu lassen!

Aber auch unangepasstes Fahrverhalten vieler Bürger und dadurch liegengebliebene Fahrzeuge, die Zeit für Hilfeleistungen in Anspruch nehmen, machten den Räumern oft zu schaffen. Natürlich ist es beispielsweise ärgerlich, wenn von der Straße geräumter Schnee nach dem Räumen wieder in der Einfahrt oder auf dem Bürgersteig landet. Irgendwo muss das Alles aber hin.

Wetterdienste warnten frühzeitig

Man sei vorbereitet gewesen. So habe man den Überblick behalten und den Winterdienst bestmöglich durchführen können. Auch wenn es Vielen wohl nicht schnell genug ging. Der Winter ist und bleibt leider unberechenbar. „Wir hoffen durch diese vorherigen Antworten mehr Transparenz und dadurch mehr Verständnis geschaffen zu haben, denn der nächste Winter kommt bestimmt“, so Fachbereichsleiter Mario Dittmann.

pp/Agentur ProfiPress

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