Toller Feldgottesdienst, kaum Besucher
Beim Feldgottesdienst in der Bleibergkaserne sprachen (v.l.) Militärpfarrerin Silke Röcher-Hoffmann, Oberstleutnant Lars Rauhut, Pfarrhelferin Angelika Junkes und Diakon Manni Lang die Fürbitten um Gottes Beistand in Krisen- und Wüstensituationen für Menschen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Lars Rauhut, Depotleiter und Standortältester der Bundeswehr in Mechernich, verfolgt die Predigt von Mitlitärpfarrerin Silke Hoffmann-Röcher. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Der Nörvenicher Militärseelsorger Johannes Bresa sorgte mit seiner Orgel für meditative Musik beim Mechernicher Feldgottesdienst, einige Stücke auch im Duett mit Trompete. Außerdem hatte der Pfarrhelfer vom Taktischen Luftwaffengeschwader sein schweres „Honda“-Motorrad als Reminiszenz an die ausgefallene Motorradwallfahrt der Bundeswehr mitgebracht, die eigentlich an dem Tag hätte stattfinden sollen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Den insgesamt sehr ergreifenden und ermutigenden Gottesdienst zum Thema „Was für ein Segen…“ organisierte und leitete die Rheinbacher Militärpfarrerin Silke Röcher-Hoffmann. Ihr zur Seite stand als römisch-katholischer Partner der Mechernicher Diakon Manfred Lang, rechts im Hintergrund. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Kirchenmusik spielt auch im Militärgottesdienst eine tragende Rolle. Trompeter Julius Weber vom Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr in Euskirchen und der Organist und Seelsorger Johannes Bresa sorgten für tragende meditative Klänge zum Thema „Was für ein Segen…“ Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Diakon Manfred Lang, der zuweilen selbst als Reservist in die Bleibergkaserne einrückt und den Bundeswehrstandort bei seiner Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, empfahl der Gottesdienstgemeinde das „Vater unser“ als Gebet für alle Fälle des Lebens: „Damit hat Jesus seinen Freundinnen und Freunden mystische Worte unserer Gotteszuwendung auch für den Fall geschenkt, dass uns selbst nichts mehr einfällt, weil das Leben uns die Sprache verschlagen hat…“ Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – Kaiserwetter mit blauem Himmel, weißen Schäfchenwolken, strahlendem Sonnenschein und sattem Rasengrün im Hintergrund: Schöner hätte die Kulisse für einen Feldgottesdienst in der Mechernicher Bleibergkaserne nicht sein können wie am Donnerstagmorgen.
Harald Koch, der in Mechernich mit Unterstützung des Nörvenicher Pfarrhelfers Johannes Breda die Militärseelsorge und die Tradition der Soldatengottesdienste hochhält, hatte einen altgedienten Feldaltar aus der Zeit des legendären Franziskanerpaters und Militärseelsorgers Arno Schmidt eigens für diesen Gottesdienst unter freiem Himmel restaurieren und aufstellen lassen.
Statt Motorradwallfahrt
Den insgesamt sehr ergreifenden und ermutigenden Gottesdienst zum Thema „Was für ein Segen…“ organisierte und leitete die Rheinbacher Militärpfarrerin Silke Röcher-Hoffmann. Ihr zur Seite stand als römisch-katholischer Partner der Mechernicher Diakon Manfred Lang, der selbst zuweilen als Reservist in der Bleibergkaserne einrückt.
Der einzige Schönheitsfehler bei diesem sehr spirituellen ökumenischen Gottesdienst, den Johannes Bresa an der Orgel und sein Mitarbeiter an der Trompete musikalisch begleiteten, war die schwache Resonanz. Leider fanden nur 15 Soldaten und Zivilbeschäftigte den Weg zur Freiluftkapelle zwischen Turnhalle und Sportplatz der Bleibergkaserne.
„Eigentlich hätte heute unsere Soldaten-Motorradwallfahrt stattfinden sollen“, sagte Johannes Bresa, der seine schwere „Honda“ als Reminiszenz an die Corona-bedingt ausgefallene Pilgerfahrt und als Requisite für den Mechernicher Feldgottesdienst aufgefahren hatte.
Im Mittelpunkt der Betrachtungen von Silke Röcher-Hoffmann stand der Segen, den Gott den 40 Jahre durch die Wüste irrenden Israeliten durch Aaron uns Moses zukommen ließ: „Gott segne und behüte Euch, er lasse sein Angesicht über Euch leuchten und sei Euch gnädig. Der schenke Euch Frieden!“ Pfarrerin Silke Röcher-Hoffmann sprach dazu über ihre persönlichen „Wüstenerfahrungen“ im Leben und auch über die freiwillige Selbstisolation durch Corona, die für manche zum ersten Wüstenerlebnis ihres Lebens wurde.
Depotleiter sprach Fürbitten
Die krisenbewährte und hoffnungsstärkende Wirkung des Glaubens an einen Gott, der bei uns ist und persönlich nicht von unserer Seite weicht, kann in solcher Einsamkeit und auf solchen Durststrecken überlebenswichtig sein. Pfarrerin und Diakon sagten den Gottesdienstteilnehmern diesen Beistand Gottes im Gebet, in den Fürbitten und im Segen zu.
Auch Oberstleutnant Lars Rauhut, der Leiter des Bundeswehrdepots West, und Pfarrhelferin Angelika Junkes beteiligten sich an den Fürbitten. Der Gottesdienst hatte trotz der nur kleinen Gemeinde, die mitfeierte, eine sehr schöne dichte Atmosphäre. Dass nur so wenige kamen, liege sicher auch daran, dass man noch immer Corona-bedingt mit halber Mannschaftsstärke auskommen müsse, so der Kommandeur und Standortälteste am Rande.
Nach dem Gottesdienst standen Pfarrerin Silke Röcher-Hoffmann und Diakon Manfred Lang noch zum Gespräch bereit. Das Evangelische Militärpfarramt Rheinbach hatte zur Stärkung außerdem Kaffee und Kaltgetränke sowie als Präsente für jeden Gottesdienstteilnehmer Segenskarten, Tassen, Taschenbücher und Süßigkeiten mitgebracht.












