Pflege im Krisenfall
In Vogelsang, wo mehrere Summercamps stattgefunden haben, hat seit September ein Pflegeanhänger seinen Standort, mit dem bis zu 25 pflegebedürftige Personen im Krisenfall über mehrere Stunden versorgt werden können. Foto: Rolf Zimmermann/pp/Agentur ProfiPress
Kreis Euskirchen/Bonn – Schon seit vielen Jahren verbindet den Rotkreuz-Kreisverband Euskirchen und die DRK-Schwesternschaft Bonn eine vertrauensvolle Partnerschaft. Einen Schwerpunkt hat die Zusammenarbeit aktuell in Hinblick auf den Katastrophenschutz, denn mit den Erfahrungen aus der Flutkatastrophe hat man es sich zum Ziel gesetzt, pflegende Personen gezielt auf Krisensituationen vorzubereiten.
Ein wichtiger Meilenstein dazu wurde im August 2024 mit der Gründung des ersten Kompetenzzentrums „Pflege im Bevölkerungsschutz“ erreicht. In diesem Rahmen wurde ein auf den Bedarf im Krisen- und Katastrophenschutz abgestimmtes Kursprogramm für Rotkreuzschwestern entwickelt. Die entsprechenden Basisschulungen wurden inzwischen mehrfach durchgeführt, sodass inzwischen fast 200 Teilnehmende geschult werden konnten.
Darüber hinaus konnte das Konzept auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin vorgestellt werden. Das Thema Katastrophenschutz soll künftig auch dauerhaft in die generalistische Pflegeausbildung integriert werden.
Praktische Übung im Summercamp
Bei den Summercamps in der Rotkreuz-Akademie in Vogelsang konnte schließlich die Theorie in die Praxis umgesetzt werden. Pflegefachpersonen verschiedener DRK-Schwesternschaften übten dort, unterstützt auch von Einsatzkräften des DRK-Kreisverbandes Euskirchen, den Ernstfall. Das Übungs-Szenario: Evakuierung einer Seniorenresidenz.
Beim Rotkreuz-Kreisverband Euskirchen in Vogelsang hat seit September nun auch ein Pflegeanhänger seinen Standort. Der Anhänger ist mit Hilfsmitteln ausgestattet, um die Versorgung von bis zu 25 pflegebedürftigen Personen über mehrere Stunden sicherzustellen.
Um auch ungebundene Helferinnen und Helfer in Krisen- und Katastrophenlagen einzubinden, startete wenig später das Pilotprojekt Pflegeunterstützungskräfte (PUK) in Kooperation der DRK-Schwesternschaft Bonn mit dem DRK-Kreisverband Euskirchen und dem Landesverband Nordrhein. Ziel ist es, den Teilnehmenden praktische Kenntnisse in Pflegemaßnahmen, Hygiene und Versorgung zu vermitteln, um im Ernstfall kompetent helfen zu können.
Vernetzung per App
Ein weiterer Meilenstein war in diesem Zusammenhang die Einführung der neuen App „KatNu“ (Katastrophen Nursing) im Oktober. Die App bietet Pflegefachpersonen und pflegenden Angehörigen praktische Tipps zum Handeln in Krisensituationen und wichtige Infos für den Ernstfall. Außerdem möchte sie Austausch und Vernetzung zwischen den Pflegepersonen ermöglichen.
So wurde im vergangenen Jahr viel auf den Weg gebracht, um pflegebedürftige Menschen im Krisenfall bestmöglich versorgen zu können. Auch für das kommende Jahr haben DRK-Kreisverband und Schwesternschaft schon einiges in Planung, darunter weitere Basisschulungen zur „Pflege im Bevölkerungsschutz“, Katastrophenvorbereitungskurse (auch in Kooperation mit dem Kreis Euskirchen) und natürlich das jährliche Summercamp in Vogelsang.
pp/Agentur ProfiPress







