Neue Ausstellung noch ohne Zuschauer
Die Arbeiten an und um die Bockwindmühle aus Spiel bei Titz (Jülicher Land) laufen derzeit auf Hochtouren. Foto: Volker Kirsch/LVR/pp/Agentur ProfiPress
Das Innere der Brühler Milchbar um die Zeit ihrer Eröffnung 1955. Repro: Hans-Theo Gerhards/LVR/pp/Agentur ProfiPress
Hinter einer Holzvertäfelung fanden die Restauratoren des Museums die original verputzte Wand von 1955. Foto: Katharina Rütten/LVR/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Kommern – Auch wenn das Rheinische Freilichtmuseum Kommern zurzeit wie alle Museen für den Publikumsverkehr geschlossen ist, so heißt das nicht, dass Museumsdirektor Dr. Josef Mangold und seine Mannschaft nun die Hände in den Schoß legen darf.
„Hinter den Kulissen gehen die Arbeiten weiter“, meldet Daniel Manner, der Öffentlichkeitsarbeiter des berühmten Mechernicher Museums. Die geplante Ausstellung „Trüb und Klar - Unser täglich Wasser“ sei termingerecht fertiggestellt worden, so Manner. Auch wenn sie einstweilen keiner ansehen darf…
Dass keine Menschenmassen wie sonst gerade zur Osterzeit („Historischer Jahrmarkt“) ins LVR-Freilichtmuseum strömen, nutzen die Mitarbeiter für forcierte Instandsetzungsmaßnahmen an Gebäuden und Weidezäunen. Auch die Bockwindmühle aus Spiel (Jülicher Land) wird zurzeit von den Zimmerleuten des Landschaftsverbandes Rheinland restauriert.
1782 erbaut, 1959 ein zweites Mal
Die Mühle wurde 1782 erbaut, 1959 abgebaut und anschließend auf dem Kommerner Kahlenbusch wiederaufgebaut. Sie ist eines der ältesten Gebäude im Eifeler Freilichtmuseum. An der Bockwindmühle werden unter anderem die große mit dem Mühlenblock drehbare Freitreppe und der sogenannte Sterz oder auch Vordrehbaum erneuert.
Eine weitere Baustelle im Museumsgelände befindet sich in der Baugruppe „Marktplatz Rheinland“. Seit August 2019 befindet sich dort eine aus Brühl nach Kommern transportierte und wiederaufgebaute Milchbar aus Brühl. Die 1955 nach amerikanischem Vorbild eröffnete Lokalität servierte neben weißer Milch auch Mokka-, Erdbeer- und Bananenmilch. In den 1960er-Jahren änderte sich die Angebotspalette sowie die Kundschaft der Milchbar. Sie wurde zu einer Kneipe und kurz darauf zum Zentrum der Brühler Rockerszene.
Erste Arbeiten im Innenraum der Milchbar haben mittlerweile begonnen, so der Museums-Bauwissenschaftler Dr. Carsten Vorwig. Die Restauratorin Katharina Rütten und Vorwig seien dort zusammen mit den Handwerkern auf eine Überraschung gestoßen, so Daniel Manner: Im Thekenbereich befindet sich eine mit Holz vertäfelte Wand.
Darunter vermuteten die Fachleute einen älteren Wandaufbau. Es fand sich tatsächlich die original verputzte Wand von 1955. Dr. Carsten Vorwig war begeistert, er will das Gebäude jetzt in zwei verschiedenen Zeitschnitten zeigen. Die eine Hälfte der Milchbar soll die Zeit der Entstehung 1955 wiederspiegeln, die andere die Rockerkneipe in den 1960er Jahren.









