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Milchshake und Rock ‘n‘ Roll

Die Milchbar aus Brühl zieht ins LVR-Freilichtmuseum Kommern – Später Zentrum der Brühler Rockerbewegung – Schwertransport in der Nacht vom 24. auf den 25. August

Die im Sommer 1955 eröffnete Brühler Milchbar wird ins Kommerner Freilichtmuseum gebracht. Bild: LVR-Freilichtmuseum/pp/Agentur ProfiPress

Nach ihrer Zeit als Milchbar war das Lokal Zentrum der Brühler Rockerbewegung. Bild: Hans-Theo Gerhards/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Kommern – Die legendäre Milchbar aus Brühl wird in der Nacht von Samstag, 24. August, auf Sonntag, 25. August, per Tieflader ins Freilichtmuseum Kommern gebracht. Die Vorbereitungen starten bereits jetzt: die Wände samt Fußboden und Decke werden in den kommenden Wochen so verpackt, dass sie in einem Paket ins Freilichtmuseum transportiert werden können.

Ab 21 Uhr am 24. August wird in der für den Autoverkehr gesperrten Carl-Schurz-Straße in Brühl ein Schwerlast-Kran aufgebaut. Voraussichtlich gegen 1 Uhr morgens wird das Gebäudepaket der Milchbar angehoben und verladen. Noch in der gleichen Nacht wird der Tieflader mit der verpackten Milchbar in Richtung Kommern aufbrechen. Am Morgen wird das Gebäude an seinem neuen Standort im Freilichtmuseum auf die vorbereiteten Fundamente gesetzt.

Anfang 1955 wurde die Milchbar in Brühl errichtet und im Sommer eröffnet. In Amerika war diese Lokalform bereits weit verbreitet. Auch in Köln gab es Anfang der 1950er-Jahre mehrere solcher Lokale, die auch zum direkten Vorbild der Brühler Milchbar wurden.

Hier wurden neben weißer Milch auch Mokka-, Erdbeer- und Bananenmilch verkauft. Daneben gab es Joghurt und verschiedene Eissorten. Eine Musikbox aus den Anfangsjahren lieferte die passende Musik der Rock-‘n‘-Roll-Zeit. In einem integrierten Kiosk wurden Zigaretten, Schokolade, Bier, Bonbons und viele andere Kleinigkeiten, insbesondere „Chewing Gum“ (Kaugummi) angeboten.

Im Laufe der 1960er-Jahre änderten sich die Angebotspalette und auch die Kundschaft in der Milchbar. Der Milchverkauf wurde eingestellt. Die Milchbar wurde zur Kneipe und schon bald zum Zentrum der Brühler Rockerbewegung. Überall standen die schweren Motorräder um die Milchbar herum, sehr zum Ärger der Anwohner.

Im LVR-Freilichtmuseum Kommern werden nach der Wiedererrichtung der Milchbar diese beiden prägenden Phasen im gewollten Spannungsfeld nebeneinander thematisiert.

pp/Agentur ProfiPress

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