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„Herzlichen Glückwunsch, Mechernich!“

Aus Kommern stammende Wirtschaftspublizistin Dr. Ursula Weidenfeld beteiligte sich erfolglos am Sloganwettbewerb zur Stadtwerdung 1975

Von Manfred Lang

Mechernich-Kommern - „Als Kommernerin hat es mich, ehrlich gesagt, nicht begeistert, dass Mechernich Stadt wurde. Ausgerechnet Mechernich! Mechernich war für mich Schule, Bahnhof, Krankenhaus. Zuhause war Kommern“, schrieb Dr. Ursula Weidenfeld für das Magazin zum Mechernicher Stadtjubiläum: „Die Festlichkeiten zur Stadterhebung habe ich natürlich trotzdem genossen – auch wenn ich beim Logo-Wettbewerb mit dem Slogan »Stadt Mechernich. Klein und lächerlich« nach hinten durchgereicht wurde. Mein Design hat es nicht einmal in die Ausstellung geschafft.“

Es hat nicht lange gedauert, und die gebürtige Kommernerin hat ihren Frieden mit Mechernich gemacht: „Die Städtepartnerschaft mit Nyons war ein Glück. Die Kneipen, in denen man sitzen konnte, ohne dass zuhause schon alle Bescheid wussten, wenn man durch die Tür kam.“

„Pizza, Gartenhallenbad, WGs“

Und: „Schulfreunde aus der ganzen Eifel. Das Hallenbad zum Schwimmtraining. Die Pizzeria. In der Oberstufe die ersten Klassenkameradinnen, die in WGs nach Mechernich zogen. Und heute weiß ich auch, wie wichtig Schule, Bahnhof und Krankenhaus sind.“ Ursula Weidenfelds Fazit heute: „Herzlichen Glückwunsch, Mechernich!“

Die Kommernerin studierte nach dem Abitur am Gymnasium Am Turmhof (Mechernich) Wirtschaftsgeschichte, Germanistik und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Bonn und München. 1989 wurde sie am Bonner Lehrstuhl für Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte mit einer Arbeit zur Mittelstandspolitik der 1950er Jahre promoviert.

Ihre ersten journalistischen Schritte unternahm sie bei der Lokalausgabe „Schleiden und das Eifelland“ der Kölnischen Rundschau. Ihr Volontariat absolvierte sie 1992 an der Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten in Düsseldorf und ging dann zur Holtzbrinck-Zeitschrift „Wirtschaftswoche“, wo sie stellvertretende Ressortleiterin war, ehe sie zum Berliner Tagespiegel ging.

1999 wechselte die Spitzenjournalistin mit nach wie vor starker familiärer Bindung in die Mechernich-Kommerner Heimat in das Gründungsteam der „Financial Times Deutschland“ nach Hamburg.

Von Mai 2008 bis Januar 2009 war sie Chefredakteurin der G+J-Zeitschrift „Impulse“. Neben ihrer publizistischen Tätigkeit arbeitet Weidenfeld freiberuflich als Moderatorin und Kommentatorin bei verschiedenen Fernseh- und Hörfunksendern. Im Handelsblatt schrieb sie regelmäßige Kolumnen, die auch in Buchform erschienen sind.

„Fronleichnam, Eifel, Heimat“

2007 wurde sie mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet, in dessen Jury sie im folgenden Jahr selbst berufen wurde. Im Jahr 2012 erhielt sie den Karl-Hermann-Flach-Preis. Im Wintersemester 2014/15 und im Sommersemester 2015 vertrat Ursula Weidenfeld die Professur für Pressejournalismus am Journalistischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

2015 zum 40jährigen Mechernicher Stadtjubiläum hatte Ursula Weidenfeld bereits dem Ort ihrer Kindheit eine poetische Liebeserklärung gemacht: „Was man an Kommern hat, wissen die meisten ohnehin – und sind dageblieben. Für die, die weggezogen sind, fehlen: Fronleichnam, Eifel, Heimat“.

pp/Agentur ProfiPress

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