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Freund von Kultur und Genuss

Strempter Redakteur und Autor Dieter Ohnrich, langjähriger stellvertretender Redaktionsleiter beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ in Euskirchen, starb im Alter von 78 Jahren

Dieter Ohnrich galt als „Edelfeder“ unter den Lokaljournalisten im Kreis Euskirchen und „ruhender Pol“ in krisenhaften Situationen. Der in Strempt lebende ehemalige stellvertretende Redaktionsleiter starb im Alter von 78 Jahren. Foto: Silvia Creuzberg/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Strempt – Der aus Kall stammende und seit Jahrzehnten in Strempt lebende Redakteur Dieter Ohnrich ist tot. Er starb vorvergangene Woche nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren. Dieter Ohnrich prägte als stellvertretender Redaktionsleiter den „Kölner Stadt-Anzeiger“ über viele Jahre gemeinsam mit Redaktionsleiter Wolfgang Rau und einer engagierten Crew junger Journalisten. Ohnrich galt im Kollegenkreis als „Edelfeder“, also Autor mit brillantem Stil, und ausgesprochener Kulturkenner. Lange Jahre begleitete er die Kommunalpolitik in Bad Münstereifel kritisch.

In seinem redaktionellen Nachruf schreibt Christoph Heup, der aktuelle Redaktionsleiter der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft, die in der Stadt Mechernich und im übrigen Kreis Euskirchen die Lokalteile der „Kölnischen Rundschau“ und des „Kölner Stadt-Anzeiger“ herstellt: „Auch wenn beruflich manchmal andere interessante Herausforderungen lockten, seiner Eifelregion und der Lokalredaktion Euskirchen/Eifel des »Kölner Stadt-Anzeiger« ist Dieter Ohnrich während der ganzen Zeit seines beruflichen Schaffens treu geblieben.“

Auch nach seinem altersbedingten Ausscheiden aus der Redaktion habe der altgediente Redakteur und Autor das Geschehen in der Region und dessen Darstellung in der Tageszeitung mit wachem Blick verfolgt. Seine Interessen waren vielfältig, seine Kenntnisse und sein Einschätzungsvermögen kultureller Ereignisse bedeutend. Seine Tagebücher verfasste Dieter Ohnrich in mehreren Sprachen.    

"Humorvoll und hilfsbereit“

Am Donnerstag, 23. Oktober, ist Gerd Dieter Ohnrich, so sein vollständiger Name, im Alter von 78 Jahren gestorben. Christoph Heup schreibt in seinem Nachruf: „Mit seiner Ehefrau Marie-Luise, mit der er fast 50 Jahre zusammen war, den beiden Töchtern und dem Sohn, die seine Frau mit in die Ehe gebracht hatte, den beiden Enkelsöhnen, denen er immer sehr nahestand, und vielen weiteren Familienangehörigen und Freunden trauert auch die Redaktion Euskirchen/Gemünd der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft um den langjährigen Kollegen.“

„Ich habe Dieter Ohnrich als sehr humorvollen und äußerst hilfsbereiten Kollegen kennengelernt, der über Jahrzehnte hinweg ein bedeutender Eckpfeiler der Euskirchener Redaktion war. Die damalige Chefredaktion wusste die Lokalausgabe bei ihm immer in den besten Händen“, notiert Michael Greuel, Mitglied der Chefredaktion des „Stadt-Anzeiger“.

Über 25 Jahre hinweg war der Strempter ein ruhender Pol der Euskirchener Redaktion. So beschrieb es der 2023 gestorbene Redaktionsleiter Wolfgang Rau, dem Ohnrich so lange Zeit im Büro gegenübersaß, als er 2005 seinen Kollegen und Freund in den Ruhestand verabschiedete: „Gleichgültig, ob die Ereignisse sich überschlugen, es personelle Engpässe zu bewältigen galt oder die Nerven der Kollegen blank lagen – Dieter Ohnrich behielt die Fassung und hielt die Stellung.“

Und weiter: „Er ordnete, gestaltete und organisierte – ungezählten Ausgaben des in Euskirchen erstellten »Kölner Stadt-Anzeiger« mit den Lokalausgaben Euskirchener Land/Eifel drückte er seinen Stempel auf.“ In Wolfgarten geboren und in Kall aufgewachsen, machte er in den 1970er-Jahren sein Abitur am Städtischen Gymnasium in Schleiden und studierte in Aachen Jura.

Kunst, Literatur und Musik

Früh faszinierte ihn der Journalismus. Er arbeitete zunächst freiberuflich und ab 1980 als Redakteur für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Im Mai 1993 wurde er stellvertretender Redaktionsleiter in Euskirchen. Dieter Ohnrich wusste sein profundes Wissen zu vermitteln, in seinen pointierten und durchdachten Berichten, aber auch in den Gesprächen in der Redaktion, mit der Familie oder mit Freunden.

Kunst, Literatur und klassische Musik waren seine Steckenpferde. Darüber hinaus war er auch Genießer mit Sinn für die schönen Dinge. Ob bei den Besuchen mit seiner Frau in Sternerestaurants oder beim gemeinsamen Kochen mit den Eifeler Gourmets, denen er mehr als 20 Jahre angehörte – gutes Essen und edle Weine wusste er zu schätzen.

Ebenso gemütliche Wanderungen durch die Natur und viele Reisen. Viele davon führten nach Frankreich oder Norditalien. Gute Restaurants und Museumsbesuche gehörten stets dazu. Dieter Ohnrich, dem Freunde auch einen Sinn für Spiritualität und Glauben nachsagen, wird am Freitag, 14. November, um 14 Uhr mit einem Gottesdienst in der Strempter Pfarrkirche St. Rochus verabschiedet und anschließend auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt.

pp/Agentur PropfiPress

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