Frau am Steuer
Drei Generationen Fahrlehrer: Opa Herbert und Papa Harald Bank sind stolz darauf, dass Tochter und Enkelin Malin Bank in ihre Fußstapfen tritt. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Ein harmonisches und eingeschweißtes Team: Fahrlehrer Ben Urfell (v.l.), Bürokraft Andrea Hecker, Firmengründer und Opa Herbert Bank, Büromitarbeiterin und Mama Hester Hoffman, Geschäftsführer und Papa Harald Bank, Fahrlehrer Cedric Klink sowie die jüngste im Team, Malin Bank. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Vom Beifahrersitz aus bringt Malin Bank Fahrschülern wie Sven Rossbach das bei, was sie für ihre Prüfungen alles können müssen. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Zülpich/Mechernich – Eigentlich befand sie sich auf einer ganz anderen Spur. Doch dann hat sie eine ungeplante Ausfahrt genommen. Jetzt ist Malin Bank eine der jüngsten Fahrlehrerinnen Deutschlands. „Wenn nicht sogar die jüngste“, sagt Papa Harald Bank, Geschäftsführer der Fahrschule Bank mit Niederlassungen in Zülpich und Mechernich. Bei seinen Recherchen konnte er jedenfalls keine jüngere Fahrlehrerin als seine Tochter ausmachen.
Ihre eigene Ausbildung hat ein Jahr gedauert. Davon drückte sie acht Monate die Schulbank in der Fahrlehrerschule in Bielefeld, die restlichen vier Monate dienten dem praktischen Unterricht. Am 22. August hat sie die Prüfung erfolgreich bestanden. Und was reizt sie so an dem Beruf? „Erstens, dass ich mithelfen kann, den Straßenverkehr sicherer zu machen, und zweitens der Lehrberuf an sich. Dass ich mit meist jungen Menschen arbeiten und ihnen beibringen kann, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen“, sagt die 20-Jährige ohne lange zu überlegen.
Bestandene Prüfung ist ihr Applaus
Papa Harald Bank sieht das ähnlich und ergänzt: „Unser Applaus ist, wenn die Fahrschüler ihre Prüfung bestehen.“ Schließlich bedeutet der „Lappen“ in ländlichen Regionen auch ein Stück Freiheit und Selbstbestimmung. Für viele ist der bestandene Führerschein auch die Grundlage für ein Einkommen als Berufskraftfahrer.
Malin Bank ist sich ihrer künftigen Verantwortung bewusst. Gleichzeitig genießt sie den Zusammenhalt in dem Familienunternehmen, das sie gerne in die dritte Generation führen möchte. Mit Mama Hester Hoffman und Andrea Hecker im Büro, den Fahrlehrern Harald Bank, Ben Urfell und Cedric Klink verfügt das Unternehmen aktuell über ein tolles und eingeschweißtes Team, das die 20-Jährige bestens ergänzt. Für spezielle Schulungen der Verkehrsfachschule Bank gehören zudem die Fahrlehrer Michel Frank und Patric Bank zum Team.
Zwar darf Malin Bank derzeit lediglich die Klassen B und BE, also Auto und Auto mit Anhänger, unterrichten. Doch die junge Fahrlehrerin ist durchaus ambitioniert. So arbeitet sie bereits daran, einmal alle 16 Führerscheinklassen unterrichten zu dürfen. Dafür muss sie auch selbst weiter die Schulbank drücken. Aktuell steht der Busführerschein auf dem Programm. Den Lkw-Führerschein hat sie bereits. Der Lastwagen ist derzeit ihr Lieblings-Gefährt. „Das ist ein ganz anderes Fahrgefühl. Darin fühlt man sich wie der King“, sagt die Fahrschul-Thronfolgerin.
Über 15.000 Fahrschüler unterrichtet
Ihr Opa kann sich noch erinnern, dass es gar keinen separaten Lkw-Führerschein gab. „Ich war mit der erste, der den hier im Kreis angeboten hat“, sagt der 86-Jährige, der heute noch jeden Führerschein selbst besitzt und in seiner Berufslaufbahn über 15.000 Fahrschüler zur erfolgreichen Prüfung geführt hat.
Bis Malin Bank diese Zahl erreicht, wird es noch etwas dauern. Wenn sie aber von ihrem Beruf spricht, wird schnell klar, dass sie ihre Berufung gefunden hat – und die ungeplante Ausfahrt offenbar goldrichtig für sie war.









