Zum Hauptinhalt springen

Ein Herz für die Provence

25 Jahre „Weinbouquet“ in Kommern: – Inhaber Jens Nowak feiert „Silberne Hochzeit“ mit seinem Laden – Trotz Flut: Dritter Standort brachte ihm Glück – Stammkunden lieben Sekt und Aprikosen – Angebot ist stetig gewachsen: – Sekt, Oliven, Korb- und Töpferwaren

Vor 25 Jahren begann Jens Nowak mit dem Handel von provenzalischen Weinen und Spezialitäten. Mehrmals im Jahr reist er dafür in die südfranzösische Gegend an der Rhône. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Nicht nur Wein: Auch Feines aus Korb oder Porzellan, duftende Seifen und Deko-Artikel findet man beim Stöbern im Lädchen. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Nochmal ganz von vorn anfangen musste Jens Nowak in seinem Laden an der Kölner Straße mit Hilfe der Familie nach der Flut im Juli 2021. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Besonders beliebt bei der Stamm-Kundschaft: Olivenöl und Bortaufstriche wie die dunkle „Tapenade“ aus Südfrankreich. Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Kommern – Dass er nach der Wende in der Eifel gelandet ist, wundert Jens Nowak bis heute. „Eigentlich hätte ich hundert Kilometer weiter westlich landen müssen, in Frankreich.“ Doch es kam anders. – Zum Glück für alle Kommerner, die dem sympathischen Weinhändler mit der Vorliebe für südfranzösischen Rebensaft seit 25 Jahren die Treue halten. 

Und genau wie bei gutem Wein, der bekanntlich mit jedem Jahr besser wird, erging es auch Jens Nowak: Vom Autodidakten hat sich der heute 60-Jährige zum Profi für eine der ältesten Weinregionen seines Lieblingslandes entwickelt: Die Côte du Rhône. „Ich bin kein Sommelier“, sagt der gebürtige Sachse bescheiden. „Aber eins kann ich versichern: Ich liebe jeden einzelnen Wein, den ich verkaufe. Und natürlich weiß ich auch eine ganze Menge darüber. Schließlich habe ich jedes einzelne Weingut und jede Kooperative, mit der ich handle, persönlich besucht. Und tue es noch immer.“

Offenbar wusste das Schicksal also doch ziemlich genau was es tat, als es den jungen Sachsen ausgerechnet in einem Ortsteil von Mechernich sesshaft werden ließ – einer Stadt, die bis heute eine quicklebendige Partnerschaft mit einem französischen Städtchen pflegt: Nyons im Departement Drôme, unweit der Rhône mit ihren sonnenverwöhnten Rebenhängen, an denen so ziemlich alles gedeiht, was lecker ist: Oliven, Aprikosen, Johannisbeeren, Nektarinen … 

Als Jugendlicher heimlich Obstwein hergestellt

Apropos Früchte: Schon in seiner Jugend habe er im Haus der Familie im ländlichen Sachsen Obstwein gekeltert, erinnert sich Jens Nowak. „Erdbeeren, Brombeeren, Rhabarber …, aus allem was der Garten hergab, habe ich Wein produziert, denn zu kaufen gab es ihn ja bei uns nicht.“ Bereits damals habe ihn das Thema fasziniert. „Ich habe oft von Frankreich geträumt, weil es ja hieß, dass dort die besten und teuersten Weine der Welt herkämen.“ 

Als der eiserne Vorhang sich hob, fand Jens Nowak zunächst eine Anstellung als Werkzeugmacher bei einem Bad Münstereifeler Autohändler. Er lächelt. „Mit meiner ersten eigenen Karre bin ich natürlich direkt in mein Traumland Frankreich gedüst.“ Eindrücke, die in seinem Herzen noch lange nachwirkten. Auf die Idee, im Nebenerwerb mit Wein und Waren aus der Provence zu handeln, habe ihn aber erst ein guter Freund bringen müssen. „So kam es, dass ich eines Tages leicht angeschickert in einem Lavendelfeld lag und dachte: „Och. Warum eigentlich nicht?“

 Eröffnet hat der gebürtige Sachse sein „Weinbouquet“ zunächst im Mahlberghaus, zusammen mit einer Geschäftspartnerin aus dem Floristikbereich. Irgendwann habe er jedoch „näher ans Geschehen“ gewollt, sprich in den Ortskern, und sei in die Räumlichkeiten des historischen Kommerner Rathauses gezogen. Im Jahr 2015 erfolgte dann der letzte Umzug: Seither verströmen im ehemaligen Blumenladen der Familie Udelhoven an der Kölner Straße 45 nicht mehr Rosen, Tulpen und Gladiolen ihr duftendes Bouquet, sondern kräftige Rot-, fruchtige Weiß und erfrischende Rosé-Weine. Und nicht nur die!

Weinproben mit provenzalischem Fingerfood

Besonders beliebt sind – neben provenzalischen Produkten wie Oliven, Tapenade, Honig, Porzellan und Seife – auch Jens Nowaks Weinproben. Zwischen zwanzig und dreißig solcher geselligen Abende für rund 15 Personen führt der Kommerner jährlich durch, teils mitten in seinem schnuckligen Lädchen, zwischen Olivenöl, Korbtaschen und bunt bemalten Töpfereien. Authentizität, die bei den Kunden bestens ankommt: Die Nachfrage nach den gemütlichen Abend-Events, bei denen stets zehn Weine sowie leckeres französisches Fingerfood verkostet werden, ist ungebrochen. 

Zumal selbst der teuerste französische Tropfen überraschend erschwinglich ist. Jens Nowak, der in Obergartzem hauptberuflich einen Verpackungsbetrieb leitet, nimmt eine tiefschwarze Flasche aus dem Regal.  „Mein teuerster Wein kostet 25 Euro, der günstigste 6,90 Euro.“ Er sei eben kein klassischer Weinhändler, betont der 60-Jährige. „Ich möchte guten Wein für jedermann anbieten. Und keine Edeltropfen für hunderte von Euro.“  

Hohes Niveau, niedriger Preis: Dieses erfolgreiche Konzept hat sich längst rumgesprochen, nicht zuletzt dank zahlreichen Kommerner Outdoorveranstaltungen, zu denen regelmäßig auch die Sekte und Weine von der Côte du Rhône ausgeschenkt wurden. „Ich liebe es, wenn Leute in den Laden kommen und nach dem ´Kommerner Kirmessekt` fragen. Wenn jemand einen guten Wein-Tipp für den Geburtstag vom Chef braucht, oder sich einen bunten provenzalischen Geschenkkorb für die Schwiegermutter zusammenstellen lässt. In solchen Momenten bin ich happy!“ 

Zweimal von der Flut getroffen

Dabei hatte die Flut den Kommerner gleich zweimal hart getroffen. Wie viele im historischen Ortskern ansässige Bewohner und Geschäftsleute, musste Jens Nowak 2016 und 2021 mit seinem Laden quasi von vorne anfangen. „Ohne die Unterstützung meiner Frau und meines Sohnes hätte ich das nicht geschafft, dafür bin ich zutiefst dankbar.“  Überhaupt sei das zweimal wöchentlich geöffnete Ladenlokal im Grunde ein Familienprojekt. „Wenn ich nach Südfrankreich reise, um Wein zu bestellen, was gut fünfmal im Jahr vorkommt, oder im Sommer einen Hänger voll frischer Aprikosen abzuholen, stehen entweder meine Frau oder mein Sohn im Geschäft, das kennen die Leute schon.“ 

Auch in diesem Jahr wird der Kommerner das ein oder andere Mal in seine zweite Heimat reisen, das erste Mal im Frühjahr. An Karneval ging es los. Während zuhause kräftig mit Kölsch angestoßen wurde, testete Jens Nowak sich also durch die Weinkeller der Côte du Rhône. Immer auf der Suche nach besonderen Produkten, die er seinen Kundinnen und Kunden aus tiefstem Herzen empfehlen kann. 

pp/Agentur ProfiPress
 

Unsere neuesten Neuigkeiten für Sie

André Neubauer hat für den 30. April kühle Getränke, Leckeres vom Grill, Hüpfburg und Kinderschminken organisiert – Erlös soll für guten Zweck…

Weiterlesen

GAT-Leistungskurs Sozialwissenschaften/Wirtschaft traf den Mechernicher Bürgermeister Michael Fingel

Weiterlesen

Mit Kinderschminken am 19. April auf dem ehemaligen Schulhof der „St. Barbara-Schule“

Weiterlesen

Aktion der Kreis-Abfallwirtschaft: eine Tüte mit regionalem Saatgut für Müllentsorger – 1700 m² können nun aufblühen

Weiterlesen

Große Beteiligung bei Müllsammelaktion des Bürgervereins – Auch viele Kinder machten fleißig mit – Wegekreuz im Fokus

Weiterlesen

Communio in Christo lud zum Besinnungstag Gläubige auf 14 Stationen in Adenau und Mechernich – Hauptzelebrant war Generalsuperior Jaison Thazhathil

Weiterlesen