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Der Baum wird geholt, nicht geklaut

Mit Manfred Lang und Thomas Müller waren ein Mechernicher Journalist und ein Kirchheimer Standesbeamter zu Gast bei den Sonntagsfragen – Interview mit Gisela Steinhauer über Maibräuche und andere Eifeler Traditionen wird am Sonntag ab 8.05 Uhr im WDR 2-Radio gesendet – Heute schon im Podcast

Beste Laune bei der Aufzeichnung zu den Sonntagsfragen: Moderatorin Gisela Steinhauer, der Mechernicher Journalist Manfred Lang (l.) und der Kirchheimer Standesbeamte Thomas Müller. Foto: WDR/pp/Agentur ProfiPress

Sprachen über Maibräuche und andere Eifeler Tradtionen: Die Sendung mit Manfred Lang (l.) und Thomas Müller wird am Sonntag ab 8.05 Uhr im WDR 2 Radio gesendet. Foto: WDR/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich/Kirchheim/Köln – Was ein Blitzkraut ist, was der Friseur, die Kneipe und der Friedhof gemeinsam haben und was es mit dem Kallmuther Georgsritt auf sich hat – all das erfahren die Zuhörer in der neuen Folge der WDR 2 Sonntagsfragen. Denn Moderatorin Gisela Steinhauer hatte den Mechernicher Journalisten und Diakon Manfred Lang sowie den Kirchheimer Standesbeamten Thomas Müller vor dem Mikrofon.

Das Interview geht sofort gut los, als Gisela Steinhauer wissen will, womit der 1. Mai beginnt. „Mit dem 30. April“, ist Manfred Langs knappe wie humorvolle Antwort, die er sodann noch ausführt: „Eigentlich noch ein paar Tage vorher.“ Denn schließlich werde dann schon der Dorf-Mai, eine ausgewachsene Birke, für den Dorfplatz geholt. „Geholt ist übrigens eine Umschreibung für geklaut“, fügt der Eifeler Journalist noch schmunzelnd an, bevor er das weitere Vorgehen beschreibt.

Derweil berichtet Thomas Müller über die eher ungewöhnliche Kirchheimer Tradition. „Bei uns fängt der Mai weder am 30. April noch am 1. Mai an“, so der Standesbeamte. Das Maifest beginne bereits am Palmsamstag mit der Ersteigerung der Mai-Lehen. Die junge Dame, für die am meisten geboten werde, sei dann Maikönigin. „Und dann bekommen die Frauen bei uns nicht zum 1. Mai, sondern an Pfingsten die Maibäume aufgestellt“, so Thomas Müller.

Später geht es im Interview dann um Dorfgeschichten. Manfred Lang hat dem Thema eines seiner zahlreichen Bücher gewidmet. Was er da zusammengetragen habe, möchte Gisela Steinhauer wissen und erfährt vom Autor mit einer Mischung aus Scherz und Ernsthaftigkeit: „Erlebtes und Geklautes.“ De facto geht es darin um einen intimen Einblick in den Mikrokosmos liebenswerter Dorfmenschen und in die alte Zeit vor 1960/1970, als die Welt noch kein Dorf, sondern das Dorf die Welt war.   Und wo gibt es für Thomas Müller die besten Dorfgeschichten? „Beim Friseur, in der Kneipe und auf dem Friedhof“, führt er einen wunderschönen, lebenswirklichen Zusammenhang aus.

 

Zum Georgspütz

 

Später sprechen die beiden noch über diverse andere Eifeler Traditionen. Manfred Lang etwa führt aus, was es mit dem Kallmuther Georgsritt auf sich hat. Denn bei dieser traditionellen Prozession am 1. Mai, deren Ursprünge einige hundert Jahr zurückreichen, machen sich alljährlich zahlreiche Reiter hoch zu Ross und auch Fußpilger von Kallmuth aus auf den rund einen Kilometer langen Weg zum Georgspütz, wo unter freiem Himmel eine Messe gefeiert wird.

Auch zum Thema Krautwisch, oder Krockwösch, sprechen die beiden Eifelexperten mit der WDR-Moderatorin. Schon seit dem Mittelalter wurden Kräutersträuße gebunden und im Gottesdienst gesegnet. Damit ist die Kräutersegnung an Maria Himmelfahrt am 15. August eine der ältesten Bräuche im Kirchenjahr.

„In den Strauß gehören sieben, neun, 21 Sorten Kräuter rein“, berichtet Thomas Müller. Dass die Bestandteile der kleinen Segenssträuße von Dorf zu Dorf variieren, ergänzt Manfred Lang. „Es gibt Sachen, die sind immer drin“, führt der Diakon aus: „Die vier Grundgetreidearten Roggen, Weizen, Hafer, Gerste.“ Auch Johanneskraut dürfe nicht fehlen. „Das heißt witzigerweise Blitzkrock, also das Kraut, das gegen den Blitz hilft“, sagt der Eifelexperte, der weiter berichtet, dass seine Oma diese Zweige ins Feuer schmiss, um bei Unwettern Blitz und Hagelschlag abzuhalten.

Wer das und viel mehr über Maibräuche und andere Eifeler Traditionen nachhören möchte, sollte also einschalten, wenn Gisela Steinhauer, Manfred Lang und Thomas Müller am Sonntag, 28. April, von 8.05 bis 9 Uhr im WDR 2 Radio auf Sendung sind. Wer es nicht abwarten kann, kann über die Suchworte „WDR 2 Sonntagsfragen“ im Internet bereits den Podcast zur Folge finden.

pp/Agentur ProfiPress

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