Zum Hauptinhalt springen

Ankommen. Lernen. Anpacken.

Michael Fingel hat seine ersten Tage als Bürgermeister der Stadt Mechernich hinter sich und findet sich Schritt für Schritt in seine neue Rolle ein – In der konstituierenden Ratssitzung am 18. November wird er offiziell vereidigt

Angekommen am Schreibtisch im Rathaus: Bürgermeister Michael Fingel freut sich auf die anstehenden Herausforderungen, Termine und Begegnungen mit den Menschen in Mechernich. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Gute Laune beim Fotoshooting vor dem Rathaus: Bürgermeister Michael Fingel und der Erste Beigeordnete Thomas Hambach wollen gemeinsam anpacken und Mechernich weiter voranbringen. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Die Wände im Büro sind noch etwas kahl. Zeit, Bilder auszusuchen und aufzuhängen, war noch nicht. Ohnehin soll die Ausgestaltung des Büros noch kommen. Was schon da ist? Die ersten Aktenstapel, der Computer mit den beiden Bildschirmen, das Tablet und rechts neben den Familienfotos liegt eine gelbe M&M-Dose. „Ein Geschenk von einem Freund“, sagt Michael Fingel mit einem Lächeln, weil seine Tochter das natürlich direkt ausgenutzt hat. Es ist sein zweiter Tag im Mechernicher Rathaus, der erste Schwung Arbeit liegt bereit und der neue Bürgermeister ist angekommen.

„Besonders gefreut haben mich die vielen Glückwünsche, über Social Media und verschiedene andere Kanäle. Aber der Moment, als Thomas Hambach die Urkunde vorgelesen hat, das war schon besonders“, erzählt der 41-Jährige. „Das war so ein Moment, wo ich gedacht habe: Jetzt ist es wirklich ernst.“ Ein Rundgang durch die Büros im Rathaus folgte, überall ein freundlicher Empfang. „Und dann kam noch meine Frau vorbei – und nachmittags stand plötzlich mein Vater in der Tür. Das war wirklich ein emotionaler Tag.“

Landes-Millionen sinnvoll einsetzen

Seit dem 1. November ist Michael Fingel offiziell im Amt, am Montag danach war sein erster Tag im Rathaus. Der neue Bürgermeister weiß: Bevor er gestalten kann, muss er das Rathaus mit all seinen Strukturen und Menschen kennenlernen. „Ich möchte die Abläufe, die sich hier über Jahre eingespielt haben, erstmal verstehen und dann auch annehmen“, sagt er. „Ich will wissen, wie die Dinge laufen, um dann überall anpacken zu können.“ 

Bereits am zweiten Tag stand der erste Austausch mit den Fachbereichsleitern auf dem Programm. „Das war eine richtig gute Runde und im Moment fühlt sich alles sehr gut an.“ Hier schließt er auch ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Ersten Beigeordneten Thomas Hambach mit ein, mit Manuela Holtmeier, Teamleiterin Bürgermeisterbüro und Politik, und mit den Assistentinnen Martina De Vries und Petra Greis. Der Teamgedanke sei ihm wichtig.

Nach der konstituierenden Ratssitzung am 18. November will Fingel gemeinsam mit dem Team dann „richtig Gas geben“. Themen gibt es genug: Jugendarbeit, Kommunikation in die Ortschaften, Zusammenarbeit mit den Ortsbürgermeistern, strategische Nutzung der Fördermittel aus dem NRW-Paket. „Da müssen wir jetzt zügig eine Strategie entwickeln, wie und wo wir die rund 14,4 Millionen Euro in den nächsten zwölf Jahren sinnvoll einsetzen.“

Auch die Finanzen sind ein großes Thema. „Ganz ehrlich: Wenn man sich Kosten und Einnahmen anschaut, das ist schon ein Wahnsinn“, sagt der 41-Jährige. Land und Bund bestellen, aber die Kommunen müssen bezahlen. „Da ist in den vergangenen Jahren einiges in Schieflage geraten.“ Prominentes Beispiel: Köln. Dort hat die Kämmerin in diesen Tagen eine Haushaltssperre verhängt. Die Herausforderungen, vor denen Kommunen stehen, sind enorm: Digitalisierung, steigende Investitionskosten, Sanierungsstau an der ein oder anderen Stelle. „Wir hatten Glück, unsere Ausgleichsrücklage ist noch ganz ordentlich. Aber Rücklagen sind schnell aufgebraucht.“

Viel Raum für Vorfreude

Das Thema EDV beleuchtet er genauer. „Hier müssen zunächst einmal viele Programme angeschafft werden, die kaum einen Mehrwert haben, aber die durchaus kostspielig sind.“ Auf diesen Programmen setzen dann erst Anwendungen auf, die nach hinten heraus die Arbeit erleichtern und über eine Effizienzsteigerung dann möglicherweise eine Kostenersparnis mit sich bringen. Da braucht es eine kluge Strategie und einen langen Atem. 

Und trotzdem bleibt Raum für Vorfreude: Auf Vereinstermine, Jubiläen, Begegnungen. „Ich freue mich drauf, hinter die Kulissen zu schauen, mit Menschen zu sprechen“, sagt der verheiratete Vater von zwei Kindern, der mit seiner Familie in Kommern lebt. Einer seiner ersten Termine war ein Treffen mit dem Eifelverein. „Das war eine richtig schöne Runde mit interessanten Einblicken.“

Auf die Frage, ob er sich auch schon auf die kommende „fünfte Jahreszeit“ freut, antwortet Fingel lächelnd: „Ich bin Rheinländer, ich kann Karneval annehmen, aber ich bin jetzt nicht der Unterhaltungsfaktor auf der Bühne.“ Beim karnevalistischen Bürgermeisterempfang Ende November wird er sich gemütlich einschunkeln können in die närrische Zeit. Wenn dann Kasalla „Mir sin eins“ gespielt werden sollte, steht dem Gemeinschaftsgefühl nichts mehr im Wege und bei „Drink doch ene met“ und einem freundschaftlichen Kölsch kann sowieso nichts mehr schief gehen. 

Davor steht allerdings noch ein besonderes Datum für ihn im Kalender: seine Vereidigung am 18. November in der konstituierenden Ratssitzung. „Darauf freue ich mich sehr“, sagt er. Und er freut sich darauf, nach der Eingewöhnungsphase und einer vermutlich etwas ruhigeren Weihnachtszeit im neuen Jahr richtig durchstarten zu können. „Denn ich lerne am besten, wenn ich selbst mit anpacke“, sagt Michael Fingel während er sich in seinem Bürostuhl zurücklehnt und auf eine weiße Wand ohne Bilder blickt. Sicher ist: Die werden noch kommen. Dem Büro wird er noch seinen Stempel aufdrücken mit persönlichen Gegenständen und neuen Deko-Elementen. Sicher ist auch, dass auch künftig noch ganz viel Arbeit auf seinem Tisch liegen wird neben den Familienfotos und neben der gelben M&M-Dose.

pp/Agentur ProfiPress
 

Unsere neuesten Neuigkeiten für Sie

Mechernicher Planungsausschuss stellt sich gegen die Windkraftvorhaben bei Glehn und Floisdorf und beschließt zivilen Ungehorsam – Lediglich die…

Weiterlesen

Mechernicher Frauenflohmarkt am Sonntag, 8. März, von 10 bis 16 Uhr in der Dreifachturnhalle – Anmeldung für Ausstellerinnen von Montag bis Freitag,…

Weiterlesen

Amphibien wandern wieder zu Laichgewässern – Autofahrer und Anwohner werden gebeten, in den kommenden Wochen auf wandernde Amphibien zu achten –…

Weiterlesen

23. Kommerner Kinderzug trotzte erfolgreich dem Wetter – Kinderparty in allen Straßen – Mit Konfetti und Seifenblasen: 25 bunt kostümierte Gruppen…

Weiterlesen

Zirkusdirektor Michael Fingel musste trotz starker Unterstützung aus dem Rathaus kapitulieren – Mechernichs Prinz Torsten I. regiert nun das Rathaus…

Weiterlesen

„Greesberger“ feier(te)n mit Herz, Tradition und Gemeinschaft –Jede Menge Highlights – Das Fünfgestirn der Familie Rühr führt die Jecken ab…

Weiterlesen