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Verglich den scheidenden Vorsitzenden Günter Rosenke in seiner humorvollen Laudatio mit einem Karmeliter-Bettelmönch: Förderkreis-Mitglied Alois Sommer. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Wie ein Karmeliter gebettelt“

16.05.2022

Ex-Landrat Günter Rosenke gab Vorsitz im „Förderkreis Kloster Steinfeld“ an Nachfolger Markus Ramers ab - Alois Sommer erinnerte in humorvoller Laudatio an die Energie Rosenkes beim Lockermachen von Fördermitteln und Spendengeldern – Mechernicher Kirchenmusiker Erik Arndt ist Intendant des „Eifeler Musikfestes“, das auch 2022 wieder wegen Corona ausfällt

Mechernich/Kall-Steinfeld – Kulturfreund Alois Sommer brachte es bei seiner Laudatio auf Günter Rosenke, den scheidenden Vorsitzenden des „Verein der Freunde und Förderer des Kloster Steinfeldes“, auf den Punkt: „Er ist kein Mönch und er trägt keine Kutte, aber wenn es um das Eifeler Musikfest ging, konnte Günter Rosenke betteln, wie ein unbeschuhter Karmeliter.“

So der frühere Bürgermeister von Schleiden und Kreistagsabgeordnete Energie und Ausdauer, mit der Ex-Landrat Rosenke große Summen an Fördermitteln und Sponsorengelder für das Eifelkloster und sein legendäres Musikfest locker gemacht habe. „Dies gelingt nur einem Überzeugungstäter“, so Alois Sommer.

Wie vergleichbar Rosenke in seiner 26-jährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Fördervereins mit den Mönchen des Karmeliter-Bettelordens agiert hat, belegten die imposanten Zahlen, die Alois Sommer vortrug: 375.000 Euro an Förder- und Spendengeldern habe der Förderkreis in dieser Zeit dem Kloster zur Verfügung stellen können, für das Eifeler Musikfest habe man mit der langjährigen Hilfe Rosenkes sogar 431.000 Euro lockergemacht.



Gute Tropfen von der Ahr übergaben Geschäftsführer Michael Heller (l.) und Schatzmeister Gottfried Schnitzler (r.) an ihren scheidenden Vorsitzen Günter Rosenke. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

 

Vierter Landrat im Vorsitz

 

Die Mitglieder des Fördervereins hatten sich Mitte Mai im Hermann-Josef-Saal des Klosters versammelt, um Bilanz zu ziehen und den Vorstand neu zu wählen. Schatzmeister Gottfried Schnitzler berichtete von einer geordneten Kassenlage. Durch Corona sei das Spendenaufkommen rückläufig gewesen, allerding seien auch weniger Ausgaben angefallen.

Der Verein habe derzeit zwar 146 Mitglieder, berichtete Rosenke, doch betonte er auch: „An den Mitgliederzahlen müssen wir noch etwas tun“. Beisitzer Hans Bösch hatte dazu ein Rezept parat: „Wir nehmen uns alle vor, dass jeder bis zur nächsten Versammlung mindestens ein neues Mitglied gewinnt.“ So habe der Verein nicht nur eine große inhaltliche Bedeutung, er sei auch die tragende Basis für das Kloster und das Musikgeschehen, argumentierte Bösch.

Der Verein stehe für Kontinuität, betonte auch Alois Sommer, der die Vorstandswahl leitete. Seit der Gründung des Vereins im Jahr 1973 sei es Brauch, dass Landräte Vorsitzende seien. Der erste sei Alt-Landrat Georg Linden aus Urft gewesen, der damals als Bauunternehmer und Kohlenhändler auch „Klütten-Schorsch“ genannt wurde.

Ab 1979 habe dann Landrat Josef Linden aus Obergartzem für 17 Jahre den Vorsitz im Verein übernommen. 1996 schließlich habe dann Landrat Günter Rosenke das Staffelholz an sich genommen, das er nun, nach 26 Jahren, für die Wahl seines Nachfolgers Markus Ramers wieder abgebe.



Im Hermann-Josef-Saal des Klosters Steinfeld trafen sich die Mitglieder des Förderkreises zur Wahl eines neuen Vorsitzenden. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

 

„Verdienst des ganzen Vorstandes“

 

So wählte die Versammlung Markus Ramers einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Stellvertreter wurde Pater Lambertus Schildt als Nachfolger von Pater Paul Cyrys, der als Superior des Klosters dem Vorstand als „geborenes Mitglied“ angehört. In ihre Ämter wiedergewählt wurden Geschäftsführer Michael Heller und Schatzmeister Gottfried Schnitzler. Ebenso die Beisitzer Anna Esser, Es-Kreissparkassendirektor Hans Bösch und Bürgermeister Hermann-Josef Esser.

Pater Lambertus bedankte sich bei Günter Rosenke mit einem Präsentkorb mit Spezialitäten aus den Klöstern Steinfeld und Mariawald. Geschäftsführer Michael Heller und Schatzmeister Gottfried Schnitzler übergaben ihrem scheidenden Vorsitzenden gute Tropfen von der Ahr.

Die Aussage von Alois Sommer, er sei kein Mönch, bestätigte Günter Rosenke: „Aber ich war Messdiener und wir mussten damals die lateinischen Gebete auswendig lernen“. Er sei die ganzen 26 Jahre seiner Amtszeit mit Herz und Seele dabei gewesen, wobei ihm das Kreismusikfest ganz besonders am Herzen gelegen habe.



Leitete zum letzten Mal die Sitzung des Steinfelder Fördervereins: Günter Rosenke (m.) mit Geschäftsführer Michael Heller (l.) und Schatzmeister Gottfried Schnitzler (r.) Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Leider habe die Corona-Pandemie verhindert, dass er 2020 das 75. Fest als Landrat habe eröffnen können. Doch Rosenke betonte: „Das Kreismusikfest muss auch weiterhin ein Markenzeichen des Kreises Euskirchen bleiben!“

Tatsächlich habe er viele Förderer und Sponsoren für das Kloster und des Musikfestes so begeistern können, dass sie nicht nur die Herzen, sondern auch die Kasse dafür geöffnet hätten. Rosenke: „Aber was wir in all den Jahren erreicht haben, ist ein Verdienst des ganzen Vorstandes.“

 

Musikfest 2023 angepeilt

 

Als Rosenke 1996 den Vorsitz im Förderverein übernommen habe, sei er in die vierte Klasse der Grundschule gegangen, berichtete Nachfolger Markus Ramers. Danach habe er das Hermann-Kolleg in Steinfeld besucht. Er kenne also die großen Verdienste Rosenkes um das Kloster und das Kreismusikfest.

Einstimmig kam die Versammlung dem Vorschlag von Landrat Ramers nach, Günter Rosenke zum „Ehrenmitglied im Range eines Ehrenvorsitzenden“ zu ernennen. Ramers zu Rosenke: „Diese Auszeichnung hast Du verdient.“ Für die Fans des Eifeler Musikfestes hatte der neue Vorsitzende dann allerdings keine gute Nachricht, denn auch in diesem Jahr müsse das große Musikereignis ausfallen.



Pater Lambertus Schildt verabschiedet Günter Rosenke mit einem Korb voller Spezialitäten aus den Klöstern Steinfeld und Mariawald. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Eine lange Vorlaufzeit und verlässliche Planung sei bei der unsicheren Lage der noch immer anhaltenden Corona-Pandemie nicht gewährleistet, berichtete Erik Arndt, der Intendant des Musikfestes. Die erneute Absage des eigentlich schon im Jahr 2020 vorgesehenen 75. Musikfestes sei zwar bedauerlich, jedoch musikalisch und wirtschaftlich alternativlos.

So seien verlässliche, organisatorische Vorbereitungen wie der Kartenvorverkauf oder die Proben von Chor und Orchester derzeit nicht gewährleistet, so Erik Arndt, Kirchenmusiker im Hauptberuf in der GdG Sankt Barbara in Mechernich.

„Wir werden den Fokus nun auf das Jahr 2023 legen“, so Arndt. Man habe seitens des Vorstandes auch eine Pleite vermeiden wollen, berichtete der frischgebackene Ehrenvorsitzende Günter Rosenke. Zudem habe man bei der Absage auch die Gesundheit der Gäste und Musiker im Blick gehabt.

pp/Agentur ProfiPress

 



Musikfest-Intendant Erik Arndt (m.) bedauerte die erneute, alternativlose Absage des 75. Eifeler Musikfestes. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Der neue Vorstand des Förderkreises mit (v.l.) dem Vize-Vorsitzenden Pater Lambertus Schildt, Geschäftsführer Michael Heller, Beisitzerin Anna Esser, Schatzmeister Gottfried Schnitzler, Vorsitzender Landrat Markus Ramers, Beisitzer Hans Bösch und Superior Pater Paul Cyrys. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Sehen optimistisch dem Eifeler Musikfest im nächsten Jahr entgegen (v.l.): Pater Lambertus Schildt, Michael Heller, Günter Rosenke, Gottfried Schnitzler, Anna Esser, Intendant Erik Arndt, Landrat Markus Ramers, Pater Paul Cyrys und Hans Bösch. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

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