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BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken las und sang zum krönenden Abschluss für die Lit.Eifel aus seinem Buch, in dem er sich auf die Spuren Bob Dylans begibt, aber auch seine eigene Rolle miteinfließen lässt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

De kölsche Dylan

25.11.2021

BAP-Frontmann liest, singt und spielt aus „Wolfgang Niedecken über Bob Dylan“ – Mike Herting bereitet brillanten Klangteppich - Standing Ovations zum krönenden Abschluss der Lit.Eifel

Vogelsang/Mechernich – Wolfgang Niedecken, Frontmann der kölschen Band BAP, krönte den Abschluss der diesjährigen Lit.Eifel mit einem großartigen Abend zwischen Lesung und musikalischer Liebeserklärung an sein Idol Bob Dylan. 320 Zuschauer belohnten die Vorstellung im ehemaligen Kino auf Vogelsang IP, einer Nachbargemeinde Mechernichs, mit Standing Ovations.

Dass die Lit.Eifel mit einer ihrer insgesamt 17 Veranstaltungen (zum Beispiel im Mechernicher Gymnasium Am Turmhof),  in der Spielzeit 2021 auch auf Vogelsang Station machte, freut nach eigenem Bekunden auch Thomas Kreyes, Geschäftsführer der IP Vogelsang, der die Gäste zur Veranstaltung mit Wolfgang Niedecken in „seinem“ Haus eingangs herzlich begrüßte.



Mike Herting brillierte mit der Intensität seines Spiels am Piano. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

In seinem roadmovieartigen Buch schreibt „Wolfgang Niedecken über Bob Dylan“, den US-amerikanischen Musiker, Songwriter und achtzigjährigen Nobelpreisträger.  Es bietet Rückblenden zu den Routen, die Niedecken auf den Spuren Dylans kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika bereiste – darunter Originalschauplätze, Pilgerstätten, Sehnsuchtsorte. Zeigt aber auch Lebenslinien auf, die sich treffen und überschneiden.

Viele seiner Songs und letztlich auch BAP würde es ohne Bob Dylan gar nicht geben, bekannte Niedecken, der auch als „De kölsche Dylan“ bezeichnet wird. Im Gepäck hatte der Musiker, Maler und Autor neben seinem Buch seine Gitarre und Mundharmonika. Als sein musikalischer Partner auf der Bühne brillierte Mike Herting, Musiker, Pianist, Arrangeur und Bigband-Dirigent, der förmlich ansaugt mit der Intensität seines Spiels und der gleichzeitig glasklaren Töne wie Perlen. Ein perfekter Klangteppich, den er für Wolfgang Niedecken ausbreitet. Immer wieder ernten beide Künstler großen Szenenapplaus.



Für die beiden Künstler gab es am Ende Standing Ovations. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Englisch & eingekölscht

Hurricane, Quinn the Eskimo, One more cup of coffee, Forever young – ein Bob-Dylan-Hit nach dem anderen wird von den beiden live gespielt. Musikalische Parallelwelten zwischen Dylan und BAP, die sich auftun. Übergänge, kaum merklich, kaum hörbar, wechselt Wolfgang Niedecken geschickt inszeniert von englischen zu „eingekölschten“ Zeilen. Dylans Lieder seien irgendwie „heilsam“, sagt Niedecken, der zwischendurch mit gekonnt bayerischen Textzeilen überrascht. Auch den typischen Hut - wie sein Idol behielt er den ganzen Abend auf.

„Like A Rolling Stone“ habe ihn inspiriert, sein Instrument, den (Quelle-Katalog-) Bass abzugeben und Sänger zu werden. Mit dem Lit.Eifel Abend verbeugt sich ein großartiger Musiker vor dem anderen großartigen Musiker. 



„Es war mir ein Fest“, verabschiedete sich Wolfgang Niedecken mit Mike Herting beim Lit.Eifel-Publikum im Kino auf Vogelsang. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Klar würde ich ihn gerne wissen lassen, dass er mein Leben entscheidend geprägt hat, und mich dafür bei ihm bedanken. Aber wie gesagt, ich hätte diesen fragilen Moment ruiniert, und das war’s mir nicht wert“, berichtet Niedecken von dem kurzen Moment, wo er seinem Meister „backstage“ in der Saarlandhalle in Zweibrücken gegenüberstand.

Liebe auf den ersten Blick war es allerdings nicht. Das verhinderten Peter, Paul and Mary mit ihrer „süßlichen“ Version von „Blowin‘ in the wind“. Aber dafür wurde es eine Liebe, die das ganze Leben hält. Mit einem Augenzwinkern sagte Niedecken: „Ich verlasse ja auch nicht das Stadion, wenn der 1. FC Köln hoffnungslos zurückliegt.“ Und am Ende des Lit.Eifel-Abends sagte Wolfgang Niedecken glücklich: „Es war mir ein Fest.“

Mit dem fulminanten, fast dreistündigen Niedecken-Abend schloss die Lit.Eifel ihre gelungene Veranstaltungsreihe in diesem Jahr und lässt schon vorfreuen auf den Start in 2022 – mit weiteren Highlights der Literatur, beeindruckenden Autoren, wunderbaren Leseabenden und außergewöhnlichen Veranstaltungsorten.

pp/Agentur ProfiPress



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