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Auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums (AWZ) bei Strempt (Stadt Mechernich) liegen derzeit rund 50.000 Tonnen Hochwassermüll, der zusätzlich entsorgt werden muss. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (m.) ließ sich von Landrat Markus Ramers (r.) und dessen Vertreter Achim Blindert die Lage vor Ort schildern. Foto: Michael Nielen/WoSp/pp/Agentur ProfiPress

Riesige Müllberge in der Eifel

25.08.2021

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser informiert sich im Mechernicher Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) nahe Kalenberg über massenhaften Anfall von Nachhochwasserunrat – Insgesamt wird mit 100.000 Tonnen Katastrophenmüll gerechnet - Entsorgung noch unklar

Mechernich – Als Ministerin Ulla Heinen-Esser den unglaublich großen Müllberg auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums (AWZ) bei Strempt (Stadt Mechernich) sah, verschlug es ihr fast den Atem. 50.000 Tonnen Unrat liegen dort auf Halde. Sie warten gleichsam auf ihre „Entsorgung“. Dieses Wort vom sorgenfreien „Wegmachen“ bekam seit dem 14. Juli in der Eifel eine ganz neue und unheimliche Bedeutung…

Es handelt sich um eine der Hinterlassenschaften der Flutkatastrophe. Es ist nicht der einzige Müllberg, der sich in der Eifel auftürmt. In Kall werden rund 8000 Tonnen Müll zwischengelagert, auf Vogelsang 12.000 Tonnen und bei der Firma Schönmackers 1600 Tonnen. Landrat Markus Ramers und sein Vertreter Achim Blindert gehen davon aus, dass das noch längst nicht alles ist. In der anstehenden Renovierungsphase im Flutgebiet erwartet man insgesamt 100.000 Tonnen Müll. Normalerweise werden im AWZ jährlich rund 35.000 Tonnen Müll umgeschlagen.

 

Massenweise Kühlschränke und Herde

 

Laut Blindert hat die in der Müllentsorgung federführende Kreisverwaltung bislang mit neun Entsorgungsfirmen Verträge abgeschlossen. Rund 6000 Tonnen Müll wurden bereits weggeschafft. Wirkliche Entlastung verspricht man sich von dem Vertrag mit einem niederländischen Entsorgungsunternehmen, das dem Kreis 45.000 Tonnen abnehmen will. Zunächst sollen die Lagerplätze in Kall und Vogelsang geräumt werden. „Dort werden Zerkleinerungsanlagen für einen schnelleren Abtransport aufgestellt“, berichtet der Redakteur Michael Nielen in der aktuellen Ausgabe des Schleidener WochenSpiegel.



Ursula Heinen-Esser und Landrat Markus Ramers stehen vor einem Chaos. Die Entsorgung des Hochwassermülls aus dem Kreis Euskirchen dürfte bis zu 25 Millionen Euro kosten. Das Land zahlt. Foto: Michael Nielen/WoSp/pp/Agentur ProfiPress

Probleme bereitet dem Kreis „Weiße Ware“ genannter Elektroschrott, also Kühlschränke, Elektroherde oder Waschmaschinen. Eigentlich seien die Hersteller zur Rücknahme verpflichtet, so Landrat Markus Ramers. Aber  mit einem solchen Massenanfall habe keiner gerechnet. Jetzt habe man Schwierigkeiten, Entsorger zu finden.

Probleme machen auch Styropor-Abfälle. Sie entwickeln in den Müllverbrennungsanlagen sehr hohe Temperaturen, was in der Konsequenz dazu führt, dass mengenmäßig nicht besonders viel auf einmal verbrannt werden kann.

 

Land übernimmt Kosten

 

Eine Option für die Entsorgung des Mülls, der momentan auf dem AWZ-Gelände gelagert wird, brachte Landrat Markus Ramers beim Ministerinnenbesuch in Mechernich noch ins Spiel. Fakt sei, dass dieser Müll auf einer ehemaligen Deponie sicher für das Grundwasser liege. Man könnte also darüber nachdenken, ob man ihn nicht an Ort und Stelle belasse und dort entsorge. „Ob das eine Möglichkeit sein könnte, wird derzeit geprüft“, so die Umweltministerin am Bleiberg. Derzeit geht man davon aus, dass die Entsorgung der Müllberge im Kreis Euskirchen rund 25 Millionen Euro kosten wird. Das Land sicherte zu, diese Kosten zu übernehmen. 

pp/Agentur ProfiPress



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