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Kallmuths Ortsvorsteher Robert Ohlerth erzählt, wie leise es plötzlich im Ort ist: „Man hört nur noch ganz wenige Kinder, denn wenn sie alleine oder mit ihren Eltern spielen ist das viel leiser, als wenn sie zusammen durch den Garten toben.“ Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Solidarität ist das Stichwort…

09.04.2020

Rundruf der ProfiPress-Redakteurin Steffi Tucholke und des Journalismus-Studenten Mirco Meuser bei Mechernicher Ortsvorstehern: Wie wirkt sich Corona auf das Leben in den Ortsteilen aus? – Zahlreiche Aktionen und Hilfsangebote – Bürger halten sich an Regelungen

Mechernich – Die Corona-Pandemie hat das Leben in Deutschland verändert: Kontaktverbot, Abstandsregeln, Besuchsverbote in Krankenhäusern und Seniorenheimen, geschlossene Kindergärten und Schulen. In Mechernich sind daraufhin zahlreiche Aktionen und Projekte entstanden, vom Einkaufsservice für ältere und kranke Menschen über Bastelaktionen, eine Spendensammlung für Geschäfte und Dienstleister bis zum gemeinsamen Musizieren über den Gartenzaun hinweg. Die Ortsvorsteher zeichnen darüber hinaus alle ein ähnliches Bild: Die Lage ist ruhig, die Bürger halten sich an die Abstandsregeln, Familien rücken näher zusammen, Nachbarschaftshilfe wird großgeschrieben.

Im Kernort Mechernich hat sich der von Ortsvorsteher Günther Schulz und Peter Kronenberg ins Leben gerufene Einkaufsservice für ältere und kranke Menschen etabliert. Derzeit acht Freiwillige versorgen rund 50 Menschen mit Lebensmitteln. „Die Einkäufe können wir im Vorfeld beim Rewe-Center in Kommern oder beim Rewe in Mechernich bestellen und abholen, sodass unsere Helfer nicht erst alles im Laden zusammensuchen müssen“, freut sich Günther Schulz. Er gehört selbst zur Risikogruppe und ist froh, mit Ehefrau, Tochter, Schwiegersohn und Enkel in einem Haus zu wohnen. Regelmäßig steht er mit der Mechernicher Stadtverwaltung und dem Ordnungsamt in Kontakt und bestätigt: „Die Bürger sind sehr diszipliniert, sie halten sich an die Abstands- und Ausgangsregelungen.“



Im Kernort Mechernich hat Ortsvorsteher Günther Schulz (Foto) zusammen mit Peter Kronenberg einen Einkaufsservice für ältere und kranke Menschen ins Leben gerufen. Aktuell versorgen dort acht Freiwillige rund 50 Personen mit Einkäufen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Mechernicher Bürger haben noch weitere Ideen, um sich in der Corona-Krise gegenseitig zu unterstützen. So malte die zwölfjährige Emma Schlösser eine Kiste voller Steine bunt an und bedankte sich damit beim Klinikpersonal im Kreiskrankenhaus Mechernich. Der Mechernicher Kinderschutzbund stiftete 350 Beschäftigungspakete gegen Langeweile für Kinder und unterstützte damit gleichzeitig die ansässigen Geschäftsleute. Mit der Solidaritätsaktion „ #Wir für Mechernich“ haben Margret Eich und Petra Himmrich dazu aufgerufen, in Not geratene Betriebe und Freiberufler mit Spenden zu unterstützen.

Musik über den Gartenzaun

Eine tolle Aktion zur Stiftung von Gemeinschaft findet derzeit in Eicks statt. Im Rahmen eines bundesweiten Flashmobs musizierten dort am vergangenen Sonntagabend, pünktlich um 18 Uhr, etwa zehn Nachbarn gemeinsam über die Gartenzäune hinweg die irischen Segenswünsche „Möge die Straße uns zusammenführen“. Das Gartenkonzert stieß auf so viel Begeisterung, dass der örtliche Musikverein auch am Ostersonntag um 18 Uhr nach dem letzten Glockenschlag wieder zum gemeinsamen Spielen aufrufen möchte – diesmal mit dem Marsch „Gruß an Würzburg“ von Richard Stegmann.

„Unser Musikverein musste wegen Corona seinen kompletten Probenbetrieb einstellen und auch das Frühjahrskonzert musste abgesagt werden, das Vereinsleben steht bei uns still“, erzählt Ortsvorsteherin Tanja Hüllenkrämer. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vereinskartells bot sie den Bürgern ab 65 Jahren ihre Hilfe an, doch bisher wurde sie nicht in Anspruch genommen. „Das funktioniert hier meistens schon über die direkte Nachbarschaft und über die Familie“, weiß die Eickser Ortsvorsteherin.



„Das Vereinsleben steht bei uns still“, sagt Eicks’ Ortsvorsteherin Tanja Hüllenkrämer. Deshalb musizierten einige Dorfbewohner gemeinsam über die Gartenzäune hinweg – und wollen diese Aktion auch am Ostersonntag wiederholen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Sie selbst arbeitet derzeit von zu Hause aus und unterrichtet ihre Tochter im Grundschulalter. „Die Klassenfahrt im März ist ausgefallen, da musste ich ihr erstmal erklären, warum das jetzt nicht geht“, erzählt Tanja Hüllenkrämer. Indessen stecke ihr Sohn gerade in der Abiturvorbereitung: „Das ist nicht zu unterschätzen, welchem Druck die Schüler jetzt nicht nur mit dem verschobenen Abitur, sondern auch mit der gesamten Corona-Situation ausgesetzt sind.“ Dennoch habe man es hier in Mechernich vergleichsweise gut, die meisten Familien genügend Platz in Haus und Garten und viele Möglichkeiten, raus in die Natur zu gehen.

Nur wenige Minuten bis zu Wald, Wiese und Flur

Auch Rudi Mießeler, Ortsvorsteher in Eiserfey, Vollem und Dreimühlen, sieht sich hier im Vergleich zum Leben in der (Groß-)Stadt mit verhältnismäßig wenigen Einschränkungen konfrontiert. „Wir haben es ja nur wenige Minuten bis zu Wald, Wiese und Flur. Deshalb wird die Eifel jetzt am Wochenende nahezu von Menschen überflutet.“

Das hat auch Joachim Wagner, Ortsvorsteher in Hostel, beobachtet: „Ich sehe hier viele Leute, die unter der Woche zum Wandern herkommen“, erzählt er. Ansonsten laufe das Leben im Dorf so weiter. „Bei uns ist alles ruhig“, sagt auch Heinz Josef Heimbach, Ortsvorsteher in Bergbuir. Schrecklich ruhig, findet Ferdinand Ley, Ortsvorsteher in Berg: „Hier geht keiner mehr unnütz durchs Dorf spazieren.“



Pia Benz, Ortsvorsteherin in Kommern-Süd und Katzvey, bedauert, dass sie aktuell keine Geburtstagsbesuche im Namen der Stadt Mechernich bei den Über-90-Jährigen machen kann. „Jetzt kann ich die Flasche Wein und die Glückwünsche nur noch vor der Tür abstellen, das ist sehr schade.“ Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Das normale Leben ist anders geworden“, bestätigt auch Pia Benz, Ortsvorsteherin in Kommern-Süd und Katzvey. Sie bedauert es, dass sie aktuell keine Geburtstagsbesuche im Namen der Stadt Mechernich bei den Über-90-Jährigen machen kann. „Jetzt kann ich die Flasche Wein und die Glückwünsche nur noch vor der Tür abstellen, das ist sehr schade.“ Stattdessen bietet sie nun ihre Hilfe über das Netzwerk der Facebook-Gruppe „Dat jode ale Kommern“ an. Darüber erhält sie zum Beispiel auch Einkaufswünsche von älteren oder kranken Menschen, die sie dann „auf dem kleinen Dienstweg“ erledigen kann: „Die Anfrage bekomme ich direkt über den Messenger, bezahlt wird kontaktlos über Paypal – das funktioniert richtig gut.“

Mehr Helfer als Bedürftige

Kaum Bedarf an Einkaufshilfe gibt es indessen in Satzvey. „Wir haben hier mehr Helfer als Bedürftige“, erzählt Ortsvorsteherin Heike Waßenhoven. Mehrere Freiwillige nähen jetzt außerdem Behelfsmasken zur Bedeckung von Mund und Nase und verschenken sie dann. Die Satzveyer seien immer schon sehr solidarisch gewesen, dafür wolle sie sich gerne bedanken, sagt Heike Waßenhoven: „In einer Krise sind sie immer da und helfen alle mit.“

Eine besondere Solidaritätsaktion solle nun auch am Ostersamstag um 20 Uhr stattfinden. „In meinem Rundschreiben habe ich alle aufgerufen, sich in ihren Garten, vor die Haustür oder ans Fenster zu stellen und gemeinsam all denen zu applaudieren, die noch für uns arbeiten.“

Persönlich empfindet Heike Waßenhoven die Situation als sehr beklemmend: „Ich halte mich strikt an die Vorgaben und bleibe zu Hause, deshalb kann ich meine 88-jährige Mutter nicht besuchen und ich vermisse auch unsere Freunde. Aber man sollte immer auch das Positive sehen, ich denke viele Familien rücken in dieser Zeit näher zusammen und man hat Zeit Dinge zu erledigen, die man sonst aufgeschoben hat.“

„Das öffentliche Leben läuft nahezu auf null“

Als bedrückend empfindet auch Marco Kaudel, Ortsvorsteher in Lessenich, den Alltag in der Corona-Krise. Als Geschäftsleiter einer Weiterbildungsgesellschaft für Immobilienmakler und Sachverständige musste er von Präsenzveranstaltungen auf digitale Lernangebote wie Webinare und Web Based Training umstellen und seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. In Lessenich sieht er, dass sich die Bürger sehr zurückgezogen haben. „Die Vereinsaktivitäten wurden eingestellt, man sieht kaum jemanden auf der Straße – das öffentliche Leben läuft nahezu auf null.“



Marco Kaudel, Ortsvorsteher in Lessenich, empfindet den Alltag in der Corona-Krise als bedrückend. „Das öffentliche Leben läuft nahezu auf null.“ Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Kallmuth. Alle Veranstaltungen, darunter der Schmerzensfreitag, der Georgsritt und der Theaterabend, wurden abgesagt. Ortsvorsteher Robert Ohlerth erzählt, wie leise es plötzlich im Ort ist: „Man hört nur noch ganz wenige Kinder, denn wenn sie alleine oder mit ihren Eltern spielen ist das viel leiser, als wenn sie zusammen durch den Garten toben.“

In Firmenich hat Ortsvorsteher Anton Schröder beobachtet, dass der Landmarkt gut genutzt werde. „Er ist eine Alternative zu den Supermarktketten, deren Regale gerade zur späteren Stunde ja oft schon geleert sind“, so Schröder.

Abstand auch beim Spaziergang

Ihm falle zudem auf, dass sich das Verhalten der Bürger geändert habe, um die Maßnahmen der Regierung bestmöglich umzusetzen. So seien ihm beim Spaziergang mit seiner Frau beispielsweise zwei Ehepaare begegnet, die sich über eine Distanz von fünf Metern unterhalten hätten oder auch eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die mit ihrem Überholmanöver gewartet hätten, bis sich ein Platz mit dem nötigen Sicherheitsabstand ergab.

Bei der vom örtlichen Vereinskartell gegründeten Hilfsgruppe, die bei Einkäufen und anderen Besorgungen unterstützen soll, sei es nach Angaben des Ortsvorstehers bislang ruhig geblieben, da habe man mit mehr Aufkommen gerechnet. „Vielleicht haben die Leute da auch etwas Berührungsängste“, vermutet Schröder.

In Holzheim gebe es bisher überhaupt keine Probleme mit der Durchsetzung des Kontaktverbotes, erzählt Ortsvorsteher Hans-Joachim Emonds. „Die Familien helfen sich und ihren älteren Mitbürgern gegenseitig“, so Emonds, deshalb sei eine organisierte Bürgerhilfe, wie sie in einigen Ortsteilen schon angelaufen sei, erstmal nicht geplant.

Erfahrungswerte austauschen

Eine solche Einkaufshilfe wurde auch in Weyer  und Urfey auf Initiative von Ortsvorsteher Björn Wassong eingerichtet. „Da haben sich um die 50 Helfer gemeldet, das hat mich schon sehr gefreut und hätte ich auch so nicht erwartet“, so der Weyerer, der jetzt wie viele andere auch aus dem Home-Office arbeitet. Bisher sei der Hilfebedarf aber noch nicht so groß gewesen – es gab drei Einsätze. Er stehe zudem in Kontakt mit Vertretern weiterer Orte im Stadtgebiet, um Erfahrungswerte auszutauschen.

Die „normalen“ Aufgaben eines Ortsvorstehers ruhen während der Corona-Krise aber nicht. So trifft sich Wassong noch mit dem zweiten Vorsteher des ortsansässigen Vereinskartells, um die Wiesen im Ort zu mähen. „Natürlich mit ausreichend Abstand“, versichert er und fügt hinzu, dass sich auch die Einwohner Weyers und Urfeys an das Kontaktverbot und die Empfehlung, zu Hause zu bleiben, hielten. Einzig an der Sammlung von Grünschnitt am Platz des Martinsfeuers, was ausdrücklich untersagt wurde, stört sich Björn Wassong: „Wenn man in dieser Zeit von Solidarität spricht, gehört das für mich auch dazu.“

Nicole Reipen, die stellvertretend für den nach einem schweren Unfall auf dem Weg der Besserung befindlichen Kommerner Ortsvorsteher Rolf Jaeck sprach, sagte bezüglich der Situation in Kommern: „Das Vereins- und Dorfleben ruht.“ Es gebe eine organisierte Einkaufshilfe, „für die die älteren Leute sehr dankbar sind“, so Reipen. Zwei Frauen der Gruppe nähen zudem Masken, die dann an die Älteren und in den Supermärkten des Dorfes verteilt werden. Sie persönlich bleibe mit ihrer Familie so gut es geht zu Hause und schaue jeden Tag die Nachrichten, um sich über die neusten Entwicklungen zu informieren. Ihrer Arbeit beim Zahnarzt komme sie weiterhin nach: „Auch hier sind aber weitreichende Schutzmaßnahmen getroffen.“

pp/Agentur ProfiPress



In Firmenich werde der Landmarkt gut genutzt, beobachtete Ortsvorsteher Anton Schröder. „Er ist eine Alternative zu den Supermarktketten, deren Regale gerade zur späteren Stunde ja oft schon geleert sind.“ Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

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