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Wie ein ICE soll der künftige Gebäudekomplex aussehen. Der alte RWZ-Turm wird in das Ensemble eingebunden. Animation: Mertens Architekten

„Sky Bar“ für den Raiffeisen-Turm?

14.02.2020

Modernes und attraktives Nutzungskonzept für das ehemalige RWZ -Gebäude vorgestellt – NEW will dort zentrale Ausbildungsstelle für den Kreis Euskirchen unterbringen

Mechernich – Den Turm kennt fast jeder Mechernicher. Das Überbleibsel von der ehemaligen Raiffeisen-Warenzentrale (RWZ) an der Bahnlinie sticht aus der ihn umgebenden Wohnbebauung heraus und erinnert an frühere goldene Zeiten des Industriegebäudes. Jetzt wurde ein modernes und attraktives Nutzungskonzept für das ehemalige Lagerhaus im Auftrag der Investoren Schilles Tiefbau GmbH im Mechernicher Stadtrat vorgestellt.

Das Konzept, das Architekt Hans Jürgen Mertens aus Bad Neuenahr-Ahrweiler aufzeigt, wirkt frisch und auf den Turm zugeschnitten. „Das erste, was man macht als Architekt, ist, sich den Ort anzuschauen und dann erst, was kann man tun“, erläuterte er seine Vorgehensweise. Der Ort sei natürlich geprägt von der Lage zum Bahnhof und weise daher auf den ersten Blick eher „überschaubare Qualitäten“ auf. 



Architekt Hans Jürgen Mertens stellte ein attraktives Konzept für den „RWZ“-Turm an der Friedrich-Wilhelm-Straße im Stadtrat vor. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Deshalb müsse man durch eine „zeichenhafte Architektur“ einen Hingucker schaffen. Mertens: „Das Gebäude muss auch von innen leuchten!“ Ein attraktives Nutzungskonzept sei daher unabdingbar.

„ICE“-Optik ist der Clou

Der Clou: Die Optik eines ICE mit dem roten Streifen an der Seite wird bei dem Entwurf, der im Stadtrat präsentiert wurde, im Erdgeschoss aufgegriffen, sozusagen als „Eyecatcher“ und als ob gerade ein Schnellzug vorbeifahren würde. „So dass man aus dem Problem eine Qualität macht“, erläuterte Mertens. Vorstellen könne er sich eine Metallfassade in Industrie-Optik, die zur Wilhelm-Friedrich-Straße mit vorgehängten Wintergärten arbeite. Auch für ein Hotel wäre der Baukörper interessant.

Zu Beginn des Projektes sei für den Standort noch „attraktiver Wohnungsbau“ angedacht gewesen. „Da habe ich echt `ne Hochfrisur gekriegt“, so der Architekt mit Glatze. Er sei heilfroh gewesen als die Interessenten der NEW mit ins Boot kamen.

Die Nordeifelwerkstätten wollen demnach rund 3.000 Quadratmeter Fläche für sogenannte „reduzierte Werkstätten“ mieten. Auf den unteren Etagen im Turm könnten dann für Menschen mit Behinderung kleinere Werkhallen und vor allem Schulungsräume entstehen. 



NEW will sich mit zentraler Ausbildungsstätte einbringen, wie Geschäftsführer Wilfried Fiege erläuterte. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Wilfried Fiege, einer der beiden NEW-Geschäftsführer, erläuterte die Idee, die dahintersteckt. Das Unternehmen wolle in Mechernich seine Ausbildungsstätten zentral aufstellen, bisher sei man damit an vier Standorten im Kreis Euskirchen vertreten: in Ülpenich, Zingsheim, Kuchenheim und Kall. Der neue Standort soll zentral gelegen und gut erreichbar sein. Mechernich würde sich da anbieten, so Fiege.

Im Dachgeschoss kann sich Mertens sehr gut ein Restaurant, eine „Sky Bar“ oder Wellness-Bereich mit Fitness vorstellen. „Dort oben hat man wirklich einen sensationellen Ausblick“. Die Planung sieht außerdem gut erreichbare Stellplätze in einer Hochgarage auf drei Etagen vor. Teile des hinteren Lagergebäudes müssen abgerissen werden.

2007 hat die Stadt das Grundstück von der Deutschen Bahn gekauft. Die wollte sich damals von den nicht mehr benötigten Liegenschaften trennen. Nachdem nun der Stadtrat den Plänen der Gebrüder Schilles zugestimmt hat, könnten die das Areal nun erwerben, um ihre Planungen zu verwirklichen. Die RWZ-Bauten haben sie bereits gekauft.

pp/Agentur ProfiPress



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