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Rainer Breinig, Vorsitzender des Fördervereins Hospiz „Stella Maris“, hieß am Welthospiztag zahlreiche Gäste zu einer denkwürdigen Feierstunde im auch architektonisch ansprechenden Gästehaus des Ordo Communionis in Christo willkommen. Der Architekt hat die Gästezimmer sternenförmig um eine zum Himmel offene Mitte angelegt. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

Zur Ruhe kommen . . .

17.10.2019

Welthospiztag in Mechernich: Lesungen und Musik vermittelten im Communio-Hospiz „Stella Maris“ eine Ahnung davon, dass dies ein Ort des Lebens und des Wandels ist

Mechernich - Ein Mensch kann sich in seinem Leben viele Orte des Glücks schaffen. Sei es die Geborgenheit in der Familie, die Kuschelecke mit dem/der Liebsten oder die Entspannung an einem liebgewonnenen Urlaubsziel. Ein Hospiz würden vermutlich die wenigsten Menschen dieser Liste hinzufügen.

Und doch ist es, wie man nicht nur im Hospiz „Stella Maris“ der Communio in Christo in Mechernich seit Jahrzehnten beobachten kann, nicht in erster Linie ein Platz fürs Sterben, sondern fürs Leben. Leben in allen denkbaren Vollzügen, intensiven Gefühlen, wichtigen Dingen, die noch zu tun sind, und mit größtmöglicher Lebensqualität bis zum letzten Augenblick, das ist die Hospizidee, die dahinter steht, und die Communio in Christo seit über 30 Jahren mit ihren „Gästen“ umsetzt.



Mit gefühlvollen Geschichten über das Leben und den Tod gab Gerti Breinig einen Einblick in die Gefühlswelt von Mitarbeitern, Gästen und Angehörigen. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

Am Welthospiztag, 12. Oktober 2019, gab es beeindruckende Veranstaltungen zum Thema im Kreiskrankenhaus und eben im Hospiz „Stella Maris“ der Communio in Christo in Mechernich. Dabei widersprach Rainer Breinig, der Vorsitzende des Fördervereins „Stella Maris“, der landläufigen Vorstellung, ein Hospiz sei „letzte Station“, ein Ort bedrückender Stimmung und eine Einrichtung der Sterbebegleitung.

...und doch schöne Erinnerungen

Zum Welthospiztag am Samstag wollten er und die Schwestern, Pflegerinnen und Begleiter im Mechernicher Communio-Hospiz ein anderes, weiteres und realistischeres Bild vermitteln. Breinig weiß, wovon er spricht, wenn es heißt Abschied nehmen: „Ich selbst habe zwei gute Freunde, die leider viel zu früh von uns gegangen sind, an diesem Ort verabschieden dürfen…“



Die Familienband Gottschling untermalte die Feierstunde zum Welthospiztag im Mechernicher Hospiz „Stella Maris“ musikalisch. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

Trotz der tragischen Ereignisse verbinde er mit dem sternförmigen Gästehaus „Stella Maris“ nur schöne Erinnerungen. Natürlich sei ein solcher Abschied immer mit bohrenden Fragen und mindestens ebenso großen Zweifeln und auch Verzweiflung verbunden, so Breinig: „Aber die Angst in einem solchen Prozess des Abschiednehmen-Müssens wandelt sich allmählich in eine gelassene Zufriedenheit.“

„Nach einer sehr emotionalen Reise kommt der Punkt, an dem man loslassen kann. Der liebevolle und menschliche Umgang der Mitarbeiter dieses Hauses mit unseren Gästen war mir und auch meinem Freund eine enorme Hilfe“, erzählte der Fördervereinsvorsitzende.



Zahlreiche Gäste begingen am Samstag den Welthospiztag im Hospiz „Stella Maris“ in Mechernich. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

Am Samstag sollten die Besucher einer Feierstunde im Communio-Hospiz „Stella Maris“ anlässlich des Welthospiztages zumindest ansatzweise einen Einblick in diese Gefühlsreise erleben. Mit kurzen Geschichten über die Erfahrungen von Mitarbeitern mit Bewohnern der Einrichtung, die das Team bewusst als „Gäste“ und nicht etwa als Patienten bezeichnet, und untermalt von stimmungsvoller Musik, gelang es den Verantwortlichen, eine gelöste und keineswegs bedrückende Atmosphäre aufzubauen.

Neue Orientierung fürs Leben

Erzählungen von Verzweiflung über den Verlust eines geliebten Menschen und Zweifel am eigenen Glauben beherrschten die Gedankenwelt der Vortragenden. Doch ebenso schnell wandelte sich das Bild letztlich wieder, und die dunklen Gedanken wichen einem Gefühl der Hoffnung. So wurde ein Ort des Abschieds für einen vortragenden Hinterbliebenen irgendwie zu einem „Hafen der Orientierung für das weitere Leben“. Während die Trauer verging, blieben die schönen Erinnerungen bestehen...

„Hoffnung beginnt am Ende der Angst“ hieß es in einem der vorgetragenen Texte. Dem konnte sich Rainer Breinig anschließen: „Jeder Mensch geht sehr individuell mit solchen schmerzvollen Situationen um. Es gibt kein Patentrezept, die damit verbundenen Ängste und Emotionen schnell zu überwinden.“



Vanessa Malburg (r.), Schatzmeisterin im Förderverein Hospiz Stella Maris, sang zur Gedenkstunde am Welthospiztag. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

Er erlebe im Mechernicher Hospiz des Ordo Communionis in Christo jedoch immer wieder, wie Gäste und ihre Hinterbliebenen Wandlungen durchaus positiv durchleben. „Das ganze Team arbeitet großartig Hand in Hand, um hier ein Zuhause, einen Ort der Zuversicht und des Vertrauens auf Gott zu schaffen“, so Breinig.

Der Applaus der Besucher des Hauses „Stella Maris“ am Samstag sollte vermutlich keine ausgelassene Begeisterung zum Ausdruck bringen. Doch die Gesichter sprachen eine eindeutige Sprache: Die Zuhörer waren beeindruckt. Und sie schienen zu wissen oder zu ahnen, dass sie sich in Mechernich an einem Ort befanden, an dem man auch in den schwersten Zeiten des Lebens zur Ruhe kommen kann…

www.communio-in-christo.de

Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress



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