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Benedikt Freiherr Raitz von Frentz ist zuversichtlich, dass der Ofen im Backhaus aus dem Jahr 1846 wiederhergestellt werden kann. Darin wurden früher freitags rund 70 Brote für die Dorfbewohner gebacken. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Ein heißer Ofen

23.08.2019

Benedikt Freiherr Raitz von Frentz will altes Backhaus auf der Burg in Antweiler retten – Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Sanierung mit 10.000 Euro – Backofen ist 1846 erbaut worden – Bewohner backten seinerzeit gemeinsam fürs Dorf

Mechernich-Antweiler – Man kann förmlich noch den Duft der frischen Backwaren riechen, wenn Benedikt Freiherr Raitz von Frentz, Hausherr von Burg Antweiler, ins Schwärmen gerät: „Auf sechs Quadratmeter Backfläche wurden früher hier auf einen Schlag 60 bis 70 Brotlaibe für das ganze Dorf gemeinsam von Bewohnern gebacken.“ Immer freitags wurde der Ofen dazu auf heiße 360 Grad vorgeheizt.

„Wenn der Himmel im Backofen anfing weiß zu werden, dann hatte es die richtige Temperatur erreicht“, berichtet der Freiherr über die untrüglichen Zeichen des richtigen Moments. Da jedoch das Holz beim Anbrennen noch den ganzen „Raum“ einnahm, musste erstmal gerackert und die Glut auf Seite geschafft werden. „Die ganze Aktion mit Einheizen und Backen war für zwei bis drei Menschen eine Tagesaufgabe“, so der Hausherr weiter.

Der Backofen ist 1846 erbaut und worden. Wie zum Beweis fährt von Frentz den eingravierten Zahlen mit dem Finger im Backstein nach und zeigt in den heute mit abgebröckelten befüllten Hohlraum: „Sehen Sie mal wie tief das ist“, sagt der Freiherr mit einem gewissen Stolz und verrät die Maße: „Das sind rund sechs Quadratmeter da drinnen.“  



Nur wenig erinnert an den Glanz alter Tage. Das Backhaus kommt aktuell eher einer Ruine gleich. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Aus Königswinter importiert

Der Backofen selbst scheint noch intakt, er wurde seinerzeit aus Königswinter importiert. Damals war das eine durchaus übliche Praxis, wie der Freiherr berichtet. „Es gab sogar einen Berufszweig der Ofenbauer. Die haben im Siebengebirge den Tuff abgebaut, die Backöfen wie einen Ikea-Bausatz zusammengefügt und sind dann in die Ortschaften gezogen, um dort den Ofen aufzubauen.“

In Antweiler wurde das Königswinterer Produkt im Backhaus der Burg errichtet. Geht man heute außen um das Gebäude herum, präsentiert sich ein ungewöhnliches Ensemble. Ähnlich wie Ying und Yang, verbunden und ein bisschen voneinander abhängig, denn das Backhaus, einst ein prächtiges Fachwerkhaus, wurde in den einstigen Wehrturm eingebaut und gleichzeitig von dessen starken Mauern auch gestützt.



Wolf Werth (l.), Ortskurator Euskirchen/Eifel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überreichte einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro an Benedikt Freiherr Raitz von Frentz. Insgesamt will der Burgherr 27.000 Euro in das alte Backhaus investieren. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Dach muss abgestützt werden

Allerdings erinnert derzeit nur wenig an den Glanz alter Tage. Das Backhaus kommt aktuell eher einer Ruine gleich. Das Dach hat unzählige Löcher und muss abgestützt werden, diverse Tragbalken und sogar eine Seitenwand des Fachwerkhauses fehlen gänzlich. Als ob das nicht schon reicht, ist beim Erdbeben Anfang 1950 die Esse eingestürzt. Nur der Schornstein ist noch vorhanden und erstaunlich stabil, dafür, dass er wie am seidenen Faden nur noch im Dachstuhl hängt.

Die Sanierung des Ofens will er daher erst im zweiten Schritt angehen. „Was nützt es, wenn wir den Ofen sanieren und es anschließend wieder rein regnet.“ Daher gehe es jetzt erstmal um die Wiederherstellung des Gebäudes. Dabei müssen auch handgearbeitete alte Zapfen getauscht und die Aussparung bearbeitet werden. Mit den Zimmerarbeiten sei die Zimmerei Bruns aus Mechernich beauftragt worden.

 



Ähnlich wie Ying und Yang: das Backhaus (hinteres Dach) wurde in den einstigen Wehrturm eingebaut und gleichzeitig von dessen starken Mauern auch gestützt, berichtet Burgherr Benedikt Freiherr Raitz von Frentz zeigt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

10.000 Euro von der „DSD“

Insgesamt will der Freiherr 27.000 Euro investieren. Wolf Werth, Ortskurator Euskirchen/Eifel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) konnte dazu dank der Lotterie Glücksspirale einen Scheck über 10.000 Euro überbringen. Das Projekt in Antweiler sei von der Kommission als „förderungswürdig“ eingestuft worden.

Die Burg gehört zu den NRW-weit über 400 Projekten, die die DSD dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale, NRW-weit bisher fördern konnte. Die Backstätte auf Burg Antweiler ist das 13. Projekt im Kreis Euskirchen. „Der Kreis Euskirchen wird gut bedacht“, so Werth.  

Der Burgherr ist zuversichtlich, dass der Ofen wie 1846 wiederhergestellt werden kann: „Ich hoffe, dass keine Steine fehlen.“ Er soll auseinandergenommen, gereinigt und wieder zusammengebaut werden.

Konkurrenz mit neuer Bäckerei

 

Wie lange im Backhaus gebacken wurde, kann der Hausherr nicht genau sagen: „Als die hier zugesperrt hatten, wurde kein Datum hinterlassen, aber wir gehen davon aus, dass es um 1900 gewesen sein muss.“ Zu der Zeit zog auch Konkurrenz im Dorf ein, mit der ersten Bäckerei, die modernere Gerätschaften zu bieten hatte.

Beim Anblick des alten Fachwerkhauses heute in dem wildwachsenden Garten mit dem schmiede-eisernen Eingangstor und umrankten Wehrturm, fühlt man sich jedenfalls in das Märchen von Dornröschen hineinversetzt. Jetzt muss das Ensemble nur noch wachgeküsst werden, was dem Freiherr der Burg durchaus eine Herzensangelegenheit ist.

pp/Agentur ProfiPress



 



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