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Pastoralreferent Georg Nilles und Alfred Piehler (v.r.), der ehrenamtliche Part im dreiköpfigen Leitungsteam von Regionalvikar Philipp Cuck, liehen den Mechernichern gewissermaßen das Ohr von Bischof Dieser im Synodalprozess zur Reform der katholischen Kirche. Sie bekamen im Johanneshaus wenig Schmeichelhaftes über den Zustand der katholischen Kirche, aber durchaus Positives über die GdG St. Barbara am Bleiberg zu hören. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Wenig Hoffnung für die Kirche

11.07.2019

Bischof Dieser ließ in Mechernich Stimmen zum Erneuerungsprozess einholen – Knapp ein Dutzend Katholiken aus dem Stadtgebiet kamen, übten Kritik, lobten aber auch das Klima in der GdG St. Barbara vor Ort

Mechernich – Ein knappes Dutzend Christen aus dem Stadtgebiet Mechernich nutzte am 10. Juli die Gelegenheit, dem Bistum Aachen ihre Vorstellungen von Kirche mit auf den Weg zu geben.

Pastoralreferent Georg Nilles und Alfred Piehler, der ehrenamtliche Part im dreiköpfigen Leitungsteam der Bistumsregion Eifel, waren an den Bleiberg gekommen, um den Laien in Mechernich gewissermaßen das Ohr das Bischofs im Synodalprozess zur Reform der katholischen Kirche zu leihen.

Dass sie dabei wenig Schmeichelhaftes über den Ist-Zustand des Katholizismus zu hören bekommen würden, war den beiden engsten Mitarbeitern von Eifelvikar Philipp Cuck von Anfang an bewusst. Auffällig war, dass die Christen aus Mechernich und Umgebung in dem Hearing ihre Heimat-GdG St. Barbara wesentlich besser darstellten als den Rest der amtlich verfassten Kirche.



Laien fördern und begleiten

Ihre Sorge galt vor Ort mehr Partizipation und liturgischer Mitwirkung von Laien, auch in der Predigt. Die Relevanz des Glaubens im täglichen Leben müsse auch in der Liturgie mehr zum Tragen kommen. Die Sorge Alfred Piehlers, dass es in der GdG Mechernich keinen GdG-Rat und nur wenige Pfarreiräte gebe, teilten die anwesenden Gläubigen nicht. Wo nicht so viele Gremien „reinredeten“, so eine Stimme, da ergebe sich viel Freiraum für Christen, die sich engagieren wollen.

Dass viele Gremien nicht gewählt werden konnten, sei vor allem eine Folge der Resignation. Wer das Gefühl entwickle, nicht gewollt und nicht gefragt zu sein oder aber nichts ausrichten zu können, der verliere mit der Zeit den Mut und auch die Lust, sich zu engagieren.

Insgesamt herrsche in der GdG Mechernich aber ein ziemlich liberales und offenes Klima, hieß es. Die „Hauptamtlichen“ sollten die Laien mehr begleiten und fördern.

Der Gesamtzustand der Kirche hingegen sei mehr als betrüblich – für das Verbot in anderen Gemeinden, während von Laien geleiteten Wortgottesdiensten die Kommunion auszuteilen, hatten die Mechernicher keinerlei Verständnis.

Neben der Predigt erklärten sie die Kommunion auch ohne gleichzeitige Eucharistiefeier zu wesentlichen Bausteinen eines katholischen Gottesdienstes. Es handele sich um keine Glaubens-, sondern um eine Kirchenkrise. Rückwärtsgewandte Erwartungen, es werde irgendwann wieder so, wie es mal war, seien Illusorisch, so Pastoralreferent Nilles.

Von Kritik verschont blieben auch der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser und die Bischofskonferenz nicht. Für den Erneuerungsprozess in der katholischen Kirche zeigte das knappe Dutzend zum Austausch mit dem Bistum gekommenen Christen in Mechernich wenig Hoffnung.

pp/Agentur ProfiPress



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