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Herstellung von Heizspiralen per aufwändiger Handarbeit: Unternehmer Johannes Stark, Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und die Enkel des Unternehmerpaars schauen zu (von links), im Hintergrund rechts Wirtschaftsförderer Peter Dierichsweiler. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

duotherm weiht neue Halle ein

14.06.2019

Hochspezialisiertes Familienunternehmen produziert in Satzvey keramische Hochtemperaturisolierungen und Heizsysteme für den Weltmarkt - Die Basis des Erfolgs ist das Knowhow des Ingenieurs Johannes Stark in Sachen Keramikfasern – Produktion startete 1994 in angemieteten Nordhaus-Hallen mit Ehefrau Gabriele, Tochter Barbara und Sohn Alexander, die noch heute mit dabei sind – Demnächst 80 Beschäftigte an zwei Standorten

Mechernich-Satzvey – duotherm in Satzvey ist ein Unternehmen, das auf das Knowhow eines einzelnen Mannes aufgebaut ist. Dieser Mann heißt Johannes Stark und eröffnete jetzt im Gewerbegebiet Satzvey (ehedem „Nordhaus“) eine neue 2000 Quadratmeter große und 2,5 Millionen Euro teure Halle einschließlich Bürotrakt.

duotherm Stark Isoliersysteme GmbH & Co KG, so der vollständige Unternehmensnamen, ist seit 26 Jahren in Satzvey beheimatet und produziert keramische Hochtemperaturisolierungen und Heizsysteme für höchste Ansprüche. Produkte aus Satzvey werden auf allen fünf Kontinenten verwendet, sie werden in der Luft- und Raumfahrttechnik ebenso gebraucht wie bei den Automobil-Branchenführern Mercedes, Audi und Porsche.

Es handelt sich um ein Familienunternehmen im besten Wortsinn. Als Gabriele und Johannes Stark sich gegen den Rat ihrer früheren Arbeitgeber 1993 im ehemaligen Nordhaus-Anwesen auf 900 Quadratmetern angemieteter Hallenfläche selbständig machten, packten ihre Kinder Alexander und Barbara schon kräftig mit an. Der Erfolg ermöglichte es 1994, die ersten Mitarbeiter einzustellen. Sie kamen meist von der Firma Steibe in Euskirchen, die zu der Zeit schloss.

Heute hat duotherm in Satzvey 50 Beschäftigte, die Zahl soll zum 1. Januar 2020 nochmals um 30 auf 80 steigen, wenn Gabriele und Johannes Stark mit ihren Kindern Alexander und Barbara in einem Joint Venture die Firma WESTRO Feuerungsbau in Oberhausen weiterführen.

Zur Einweihung der neuen Halle mit Bürotrakt begrüßte Johannes Stark unter anderem Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, die Satzveyer Ortsvorsteherin Heike Waßenhoven, Geschäftskunden-Abteilungsleiter Rainer Santema von der Kreissparkasse Euskirchen, den städtischen Wirtschaftsförderer Peter Dierichsweiler und Bauunternehmer Peter Schilles.

Normalerweise heiße es bei erfolgreichen Männern, sie hätten das nur geschafft, weil eine starke Frau ihnen den Rücken freigehalten habe. Im Falle duotherm liege die Sache allerdings anders, so Johannes Stark in seiner Ansprache: „Meine Frau und ich sind stets auch unternehmerisch in eine Richtung unterwegs gewesen.“ Der Erfolg ruhe mithin auf beider Schultern.



2,5 Millionen Euro investierte duotherm in Satzvey für die neue Produktionshalle einschließlich Verwaltungs- und Sozialtrakt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

 

 

Bürgermeister: „Mechernich ist stolz“

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick sagte, die Stadt Mechernich sei stolz, Unternehmerfamilien wie Starks in ihren Grenzen zu haben: „Es gehörte damals eine Menge Mut dazu, in den damals nicht perfekt beleumundeten Satzveyer Nordhaus-Hallen eine neue Firma aufzubauen.“ Dr. Schick gratulierte zum Neubau und zur Expansion im Namen der Bürger. Die Kontinuität im Aufbau sei einfach beispielhaft.

Johannes Stark ist studierter Maschinenbauingenieur. Sein kaufmännisches Wissen verdanke er Heinz Termath von der Euskirchener Firma Steibe, wo auch er beschäftigt war. Henry Meumann, der später in seine Firma nach Satzvey kam, habe ihn in die Geheimnisse der Keramik und Keramikfasern eingeführt. Das Knowhow ist bis heute das Geschäftsgeheiminis des Satzveyer Familienbetriebs.



In diesen Trockenöfen werden einige Keramikprodukte getrocknet und anschließend bei Bedarf gebrannt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Vom Start weg sei die Firma so ausgezeichnet gelaufen, dass das Finanzamt hellhörig wurde: Konnte das mit rechten Dingen zugehen? Johannes Stark: „Schon kurze Zeit später mussten wir unser Ziel aufgeben, nie mehr als fünf Kollegen zu beschäftigen.“ 1995 begann die Serienproduktion von Brennhilfsmitteln, die bei der Herstellung von Ferriten bei Phillips in England benötigt wurden.

1996 startete duotherm die Produktion von Filtern, die heute in Flugzeugen von Airbus und Boeing eingesetzt werden. Diese Teile filtern die Atemluft im Falle eines Druckabfalles in der Kabine. Stark: „Sie kennen alle die Unterweisung des Bordpersonals im Falle eines Druckabfalls und wie die Sauerstoffmasken zu handhaben sind.“

Seit 1998 führt das Satzveyer Unternehmen die Modulproduktion der Firma Bolender fort. Die hergestellten Bauteile werden in allen möglichen Industrieöfen zur Isolierung bei Einsatztemperaturen bis 1500 C° eingesetzt.



„Unsere Kollegen, die uns beim Aufbau geholfen und uns teilweise nunmehr seit 26 Jahren begleiten, sind die solide Grundlage, auf der ein solcher Erfolg möglich werden kann“, sagte Johannes Stark (im Vordergrund) bei der Einweihung der neuen Halle: „Fleiß, Weitblick und gelebter Service für unsere Kunden haben die Firma duotherm zu einer Marke werden lassen, die gefragt ist.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

2005 Durchbruch im Ofenbau

2003 erwarb Gabriele Stark die bis dahin angemieteten Hallen (3860 m²), 2004 erwarb die Firma die Lizenz vom Institut für Luft- und Raumfahrt DLR in Köln. Stark: „Diese Technologie erlaubt uns, Bauteile aus endlosen keramischen Fasern herzustellen. Die verarbeitenden Materialien sind sehr hochpreisig, so dass diese Bauteile meist nur in extremen Applikationen angewendet werden, die den hohen Preis rechtfertigen.“

2005 kam die Zulieferung von Isolierbauteilen für Glühhauben zur Herstellung von Stahlblechen hinzu, die für die Produktion von Transformatoren benötigt werden. Die Baureihe umfasste 15 Glühhauben, 14 Meter lang, fünf Meter breit und drei Meter hoch. Johannes Stark: „Damit haben wir zusammen mit unserem Partner WESTRO den Durchbruch in der Ofenbau-Branche geschafft!“

Seit 2012 wirkt duotherm an einem neuen Konzept zur Herstellung von sicherheitsrelevanten Bauteilen in der Automobilbranche mit. 2014 wurde eine Wasserstrahl-Schneideanlage erworben, mit der die Produktvielfalt erheblich erweitert werden konnte: „Weil diese Maschine auch Fräsarbeiten ausführt, können wir selbst komplizierte Bauteile reproduzierbar herstellen.“



Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, hier neben Barbara Stark und Peter Schilles, versicherte bei der Einweihung, die Stadt Mechernich sei stolz, solche Unternehmerfamilien in ihren Grenzen zu haben: „Es gehörte damals eine Menge Mut dazu, in den damals nicht perfekt beleumundeten Satzveyer Nordhaus-Hallen eine neue Firma aufzubauen.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

2015 startete die Produktion von elektrischen Heizsystemen auf Basis warmfester metallischer Werkstoffe mit ohmschen Widerstandsverhalten. Im gleichen Jahr wurde ein 3D-Drucker angeschafft, mit dessen Hilfe man in Satzvey komplizierteste Formen im Werkzeugbau herstellt. Mittels eines 3D-Scanners können beschädigte Bauteile rekonstruiert und für die Kunden originalgetreue Bauteile hergestellt werden.

2017 wurde der 2,5-Millionen-Neubau planerisch in Angriff genommen, 2019 fertiggestellt und eingeweiht, 2020 kommt das Joint Venture der WESTRO dazu. Die Produktions- und Lagerfläche beträgt nun rund 6800 Quadratmeter. Noch dieses Jahr soll ein Roboter-Bearbeitungszentrum installiert werden, das Bauteile mit höchster Präzision reproduzierbar herstellt.

„Unsere Kollegen, die uns beim Aufbau geholfen und uns teilweise nunmehr seit 26 Jahren begleiten, sind die solide Grundlage, auf der ein solcher Erfolg möglich werden kann“, sagte Johannes Stark gegen Ende seiner Ansprache: „Fleiß, Weitblick und gelebter Service für unsere Kunden haben die Firma duotherm zu einer Marke werden lassen, die gefragt ist.“

pp/Agentur ProfiPress



Bei der Betriebsbesichtigung zur Einweihung der neuen Duotherm-Halle in Satzvey wurden auch Keramikteile für den Offenbau in Augenschein genommen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

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