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Stefan Plack, der Schulleiter der Grundschule in Satzvey, geht zum 31. Januar 2019 in den Ruhestand. Mit einem schelmischen Lächeln sagt er: „Ich könnte mir auch vorstellen eine deutsche Schule auf Bali aufzumachen.“ Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Er ist ein Abenteurer

04.12.2018

Schulleiter Stefan Plack geht in den Ruhestand – Zeit seines Lebens zog es ihn in den Auslandsdienst – Jakarta waren glückliche Zeiten – Aus Tripolis musste die Familie fliehen – „Ich könnte mir auch vorstellen, eine deutsche Schule auf Bali aufzumachen.“

Satzvey - Stefan Plack ist ein Abenteurer vor dem Herrn. „Es war immer mein Traum, irgendwann in den Auslandsdienst zu gehen“, sagt er.

Aus familiären Gründen hatte der Schulleiter der Gemeinschaftsgrundschule Satzvey jedoch zunächst seine Pläne hinten angestellt. Erst einen Tag vor seinem 48. Geburtstag habe er dann doch seine Bewerbungsunterlagen beim zuständigen Bundesverwaltungsamt abgegeben – auf den letzten Drücker, denn 48 Jahre war die Altersgrenze für den Auslandsdienst.

„Dann habe ich erstmal lange nichts mehr gehört“, so Plack. Doch es sollte der Türöffner für spannende Zeiten werden

Plack war seinerzeit Lehrer an einer Hauptschule in Brühl. Willy Gemünd, Rektor der KGS Kommern, wollte ihn nach Mechernich holen. Doch dort wurde er zunächst abgelehnt. Er kam als Konrektor nach Kuchenheim, später als Schulleiter an die Euskirchener Hermann-Schule. Die Schule war damals als soziale Brennpunkt-Schule berüchtigt: Rosental, Erftbleiche, das Schlachterviertel – das Einzugsgebiet waren damals wenig beliebte Randgebiete, sagt er. Er baute die Einrichtung auf und verzeichnete schnell steigende Anmeldezahlen. 

„Trotzdem, der Traum blieb, ich wollte weg“, so der rastlose Schulleiter. Überraschend trudelte dann der Brief zu Hause ein, mit der Nachricht, er könne nach Jakarta gehen. „Ich weiß noch heute, wir saßen beim Abendbrot und haben überlegt, wo das überhaupt ist.“ Andere hätte Indonesien vielleicht abgeschreckt – ihn nicht: „Das ist so aus der Welt für uns, das müssen wir machen!“ 



In Libyen führte eine Fahrt der vierten Klasse Stefan Plack in die Wüste Ghadames. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Schönste Zeit meines Lebens

Sein Fazit: „Beruflich und privat war das die schönste Zeit meines Lebens.“ Mit der dortigen Elternschaft ist er heute noch befreundet.

Nach drei Jahren musste er zurückkommen, die Mutter lag im Sterben. Von da an arbeitete er im „Inlandsdienst“ an einer Schule in Alfter, blieb aber weiter rastlos. „Man bleibt irgendwie ein Fremder im eigenen Land. Das, was andere als Heimweh kennen, kennen wir als Fernweh.“

Routine liegt ihm nicht. „Ich glaube ich gehöre zu den Schulleitern, die die meisten Schulen geleitet haben“, resümiert er schmunzelnd und auch irgendwie zufrieden.

Er sollte nach Hongkong oder Windhoek in Namibia, tiefbetrübt, dass beides gescheitert war, kamen die Städte Sao Paulo und Kapstadt ins Gespräch, dann wurde Tripolis ausgeschrieben und er landete tatsächlich dort: in Libyen, Nordafrika.  



Die Familie hat sich in Jakarta (Indonesien) sehr wohl gefühlt. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

„Das war ein anderes Leben“

Die politische Situation erschien ihm übersichtlich: „Gaddafi hatte alles im Griff, es war ja ein diktatorischer Staat.“ Besichtigen konnte er seine neue Arbeitsstelle vorher nicht. Man kam nicht rein. Er ist blank, ohne Vorkenntnisse, wie die Lebensverhältnisse dort sind, mit Familie und Hund dann hingeflogen. „Das war ein anderes Leben plötzlich“, sagt er.

Man war auf der einen Seite privilegiert. Es gab eine kleine deutsche „Community“, Plack besaß eine Art Diplomatenpass und wurde zu großen Empfängen eingeladen. „Ich habe immer ein bisschen lächelnd gesagt, ich war nach dem Botschafter der ranghöchste Beamte“, erzählt er.

Diplomatische Verwicklungen des Staates mit der Schweiz brachten ihn aber auch in Gefahr. Er wurde von einem Tag auf den anderen, ohne Vorwarnung festgehalten. Es war nicht klar, ob er ausgewiesen oder eingesperrt werden würde. Nur, weil er als Schulleiter „Manager“ in seinem Pass stehen hatte. Ein hochrangiger Libyer, dessen Kind die Schule des Satzveyers besuchte, schaffte es, ihn dort unbeschadet herauszuholen. „Das sind Situationen, die vergessen sie nie“, so Plack.

Bis 2011 blieb er in dem Land. Der Aufenthalt fand allerdings ein unschönes Ende. Die Familie musste fliehen. Der Arabische Frühling im Land zwang sie. Er erinnert sich als wäre es heute: „Die Situation spitzte sich zu.“ Unterricht fiel aus, die Lehrer wurden von ihm nach Hause geschickt. Die Botschaft rief an und riet ihm, das Land zu verlassen. 



Hund konnte nicht mit

Eigentlich wollte die Familie noch am gleichen Abend mit einer Maschine der Lufthansa ausfliegen. „Wir hatten ja den großen Hund und der konnte da nicht mit.“

In der Nacht kam es hinter der Farm der Familie Plack zu Tumulten. „Man hörte Geschrei und Gepolter, Rebellen waren mitten in der Nacht mit Baufahrzeugen zu unserem Grundstück durchgebrochen“, so Plack. Die Familie hatte sich, mit Knüppeln bewaffnet, im Haus verschanzt. Zum Glück ging alles gut. Ein anderes Flugzeug brachte die Placks samt Hund nach Hause.

Aufatmen war angesagt. Aber nicht lange. Wenig später sollte es für den heute 65-Jährigen nach Erbil, Kurdistan, gehen, ein Hochsicherheitsgebiet im Irak. Er wäre auch hingegangen. Doch sein Sohn warnte: „Du bist ja verrückt, von einem Krisengebiet ins andere zu gehen.“

Die Bezirksregierung plante ihn daraufhin als Lehrer nach Satzvey, später ging er kurz nach Blankenheim, um als Schulleiter zurückzukehren an seinen Heimatort.

„Es ist einfach eine tolle Atmosphäre hier. Wir haben einen sehr guten Ruf und fahren bereits an der Kapazitätsgrenze“, berichtet er.

Nun ist am 31. Januar 2019 Schluss mit dem Berufsleben. „Was mir Kummer macht ist nicht mehr arbeiten zu können.“ Mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen lässt er dann noch einen Satz los: „Ich könnte mir auch vorstellen, eine deutsche Schule auf Bali aufzumachen.“

pp/Agentur ProfiPress 



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