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Eine gemeinsame Pressemeldung zur Art der Berufung der Betriebsleiter in der Eifel-Therme Zikkurat haben die Mechernicher Ratsfraktionen von SPD, UWV, Bündnis 90/Die Grünen und FDP herausgegeben. Luftbild: Archiv Agentur ProfiPress

„Bewährte Leute genommen“

14.09.2018

Mechernicher Ratsfraktionen kritisieren Auswahlverfahren und Informationspolitik der Eifel-Therme-GmbH – Geschäftsführer Thomas Hambach bedauert und gibt offensiv Auskunft über die Beweggründe – Pressemitteilung der Eifel-Therme: „Betriebsleitung aus Erfahrung nun organisatorisch und kompetenzmäßig zweigeteilt und verstärkt vom Geschäftsführer selbst personell und kaufmännisch gesteuert“

Mechernich-Firmenich – Eine gemeinsame Pressemeldung zur Art der Berufung der Betriebsleiter in der Eifel-Therme Zikkurat haben die Mechernicher Ratsfraktionen von SPD, UWV, Bündnis 90/Die Grünen und FDP herausgegeben. Darin kritisieren die Kommunalpolitiker den Umstand, dass sie entgegen früherer Gepflogenheiten nicht in die Entscheidung der Betriebsleitung der Eifel-Therme GmbH einbezogen worden sind.

„Wenn man uns nicht mehr an der Entscheidung über einen Betriebsleiter beteiligen will, dann kann man es auch sagen, anstatt uns einfach im Nachgang mit der entsprechenden Pressemeldung abzuspeisen“, so Oliver Totter, der Vorsitzende der FDP-Fraktion. Dieser Vorwurf richte sich nicht nur gegen die Geschäftsführung der Eifel-Therme, sondern auch gegen die Verwaltungsspitze der Stadt Mechernich.

Bislang seien die Fraktionen im Vorfeld der Berufung von Betriebsleitern an der Entscheidungsfindung beteiligt worden, so UWV-Fraktionschef Gunnar Simon. Diesmal seien die Fraktionen über die Berufung nicht einmal im Vorfeld informiert worden, sondern hätten daraus aus den Medien erfahren. „Unsere Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen die berufenen Personen“, so Nathalie Konias (Bündnis 90/Die Grünen), „aber wegen des Ablaufs ist doch ein über die Jahre aufgebautes Vertrauen nun mit einem Handstreich zerstört worden.“

Erster Beigeordneter Thomas Hambach, der auch Geschäftsführer der Eifel-Therme GmbH ist, beantwortet die Vorwürfe in einer Stellungnahme für den kommende Woche tagenden Stadtrat. In dem Papier, das vorab als Pressemitteilung der Eifel-Therme-GmbH versendet wurde, geht er auch auf einen Antrag mit weiteren Fragen der Fraktionen zum Betrieb der Eifel-Therme Zikkurat ein, den unter anderem Egbert Kramp (SPD) formuliert hat.



Trotz neuer attraktiver Freizeitbäder im linksrheinischen Umland hat sich die Mechernicher Eifel-Therme-Zikkurat in Firmenich am Markt bewährt. Nach dem zweimaligen Fortgang von Betriebsleitern in kurzer Zeit hatte die Geschäftsleitung in der Sommerpause auf einen bekannten und bewährten neuen Leiter des Zuständigkeitsbereichs Bad/Wellness/Sauna gebaut und Hans-Peter Jansen aus Mechernich berufen. Ohne dessen Eignung und Qualifikation in Zweifel zu ziehen, kritisieren Ratsfraktionen den vermeintlichen „Alleingang“ der eigenständigen GmbH. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Zwei Betriebsleiter gingen

Hambach geht in seinem Statement auf die Änderungen in der Eifel-Therme 2018 ein, die durch den zweimaligen Amtsverzicht bisheriger Betriebsleiter ausgelöst wurden. Jörg Schäfer, der von 2011 bis 2018 Betriebsleiter war, habe Ende Februar den Betrieb verlassen. Nach einer Stellenausschreibung habe man sich dann für Alexander Albrecht als Nachfolger zum 1. Mai 2018 verständigt. Albrecht habe aber bereits nach wenigen Wochen einen Auflösungsvertrag zum 31. August beantragt.

Thomas Hambach habe als Geschäftsführer der Eifel-Therme GmbH darauf trotz der vorherrschenden Sitzungspause, Urlaubs- und Ferienphase umgehend reagieren müssen: „Ein mittelständischer Betrieb mit rund 70 Mitarbeitern kann nicht ohne dauerhafte Betriebsleitung und auch nicht ohne Abteilungsleitungen geführt werden.“

Mit Hans-Peter Jansen habe jemand kurzfristig als Abteilungsleiter Bad eingestellt werden können, der seit Jahren bekannt ist und in dieser Zeit immer wieder für die Organisation von Veranstaltungen und Events verantwortlich zeichnete. Hambach: „Er identifiziert sich in verantwortlicher Position in der DLRG schon lange mit dem Bad und dem Thema Schwimmen und Schwimmausbildung und hatte sich auch bereits 2011 bei der damaligen Betriebsleitersuche beworben.“

Dass Jansens Berufung ohne intensive Einbindung und Beteiligung der Politik erfolgt sei, müsse der Urlaubs- und Ferienzeit und dem Zeitdruck geschuldet werden: „Es ging nicht darum, die Politik außen vor zu halten oder zu umgehen.“ Dieses Vorgehen sei nicht die übliche Verfahrensweise, so Hambach, und die Geschäftsführung entschuldige sich ausdrücklich.



Mit Hans-Peter Jansen (r.) habe jemand kurzfristig als Abteilungsleiter Bad eingestellt werden können, der seit Jahren bekannt ist und in dieser Zeit immer wieder für die Organisation von Veranstaltungen und Events verantwortlich zeichnete, so Eifel-Therme-GmbH-Geschäftsführer Thomas Hambach (l.): „Er identifiziert sich in verantwortlicher Position in der DLRG schon lange mit dem Bad und dem Thema Schwimmen und Schwimmausbildung und hatte sich auch bereits 2011 bei der damaligen Betriebsleitersuche beworben.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Bad/Sauna/Wellness und Gastronomie

Auch wenn die Geschäftsführung sich ein bis zweimal pro Woche mehrere Stunden im Betrieb aufhalte, ersetze das die Leitung vor Ort keineswegs, so Hambach, der sich künftig noch in weit stärkerem Maße als bisher um die finanziellen und betriebswirtschaftlichen Belange der Eifel-Therme kümmern will. Er schreibt: „Dies zeichnete sich bereits nach wenigen Wochen der Vakanz ab und wurde auch in der Zwischenzeit ohne Betriebsleitung im Frühjahr deutlich sichtbar. Hier sei die Anmerkung gestattet, dass die SPD dies durch ihren Antrag auf Wiederbesetzung der Betriebsleiterstelle, der sich mit der tatsächlichen Besetzung überschnitten hat, ebenfalls so sieht und die Auffassung offenbar teilt.“

Die neuen Betriebsleiter-Stellen Bad/Sauna/Wellness einerseits (Hans-Peter Jansen) und Gastronomie (Christian Klein) andererseits, entsprächen auch nicht in Inhalt und Vergütung der bisherigen einen Betriebsleiterstelle, so Hambach weiter: Der Posten Leiter der Gastronomie sei durch eine geänderte Organisation entstanden.

Die Stelle des Gastroleiters sei eine Ausweitung der früheren Stelle „Teamleiter Gastronomie“, die ebenfalls neu besetzt werden musste. Der neue „Betriebsleiter Gastro“ suche nunmehr das Personal mit aus und habe die Verantwortung für den gesamten Gastrobereich mit Einkauf, Einteilung und Sauberkeit. Hambach: „Gegenüber früher liegt mehr Personal- und Organisationsverantwortung auf seinen Schultern und außerdem die Verantwortlichkeit im Reinigungsbereich sowie Konzession gegenüber der Lebensmittelüberwachung des Kreises.“

Im Übrigen will GmbH-Geschäftsführer Thomas Hambach im Stadtrat auch ausführlich zur Qualifikation der beiden neuen Betriebsleiter und dem Umstand Stellung nehmen, warum die Stellen nicht öffentlich ausgeschrieben wurden. In beiden Fällen habe der Geschäftsführer auf bereits bekannte und bewährte Kandidaten zurückgreifen können, ohne erneut auf Unwägbarkeiten ihr unbekannter auswärtiger Bewerber einzugehen.

pp/Agentur ProfiPress



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