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Weit über die Grenzen der Stadt Mechernich und Deutschlands hinaus ist die Bruder-Klaus-Kapelle des Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor bekannt. Sie wurde auf Initiative der Bauersleute Trudi und Hermann-Josef Scheidtweiler errichtet – aus Dankbarkeit für ein gelungenes Leben. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Männerwallfahrt zu Bruder Klaus

07.08.2018

Bistum Aachen lenkt den Blick auf Wut und Ärger: „Der Erde verbunden – dem Himmel entgegen“ – Ein Meditations- und Wandertag mit und zu dem Schweizer Nationalheiligen Niklaus von der Flüe, dem der Stararchitekt Peter Zumthor und die Bauersleute Trudi und Hermann-Josef Scheidtweiler im Wachendorfer Feld ein Denkmal setzten

Mechernich - Zur Männerwallfahrt unter dem Thema „Der Erde verbunden – dem Himmel entgegen“ sind alle Interessierten für Sonntag, 2. September, eingeladen. Gewandert wird von Bad Münstereifel zur Bruder-Klaus-Kapelle in Mechernich-Wachendorf.

Auf der insgesamt elf Kilometer langen Wanderung geht es unter anderem darum, wie auch Wut und Ärger helfen können, dem eigenen Weg treu zu bleiben. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr der P+R-Parkplatz am Münstereifeler Bahnhof, Kölner Straße 27.

Tagesverpflegung sollte mitgebracht werden, so der Pressedienst „iba“ des veranstaltenden Bistums Aachen. Zum Abschluss ist die Einkehr in ein Café geplant. Der Tag endet voraussichtlich um 16.30 Uhr.

Nähere Informationen und Anmeldung im Fachbereich Männerarbeit des Bischöflichen Generalvikariates Aachen unter Telefon (0 241) 452-416 oder per Mail an abt.13@bistum-aachen.de Anmeldeschluss ist der 26. August.



Wie ein Fels gewordenes Gebet, eine im Berg verborgene Kirche, ein zum Himmel offener Stoßseufzer hat Peter Zumthor die Mechernicher Bruder-Klaus-Kapelle gestaltet. Das Bauwerk ist wegen seiner spirituellen Dimension ebenso weltweit bekannt geworden wie wegen seiner architektonischen Extravaganz. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Einsiedler wenige Schritte von zu Hause

Bruder Klaus, eigentlich Niklaus von der Flüe, Schweizer Nationalheiliger seit 1947, wurde in eine Obwaldner Bauernfamilie geboren. Von 1440 bis 1444 nahm er als Offizier am Alten Zürichkrieg teil. Nach dem Krieg heiratete er Dorothea Wyss, mit der er zehn Kinder hatte. Er lebte als für damalige Verhältnisse wohlhabender Bauer, war Ratsherr des Kantons und Richter seiner Gemeinde.

Im Oktober 1467 – das jüngste Kind war noch kein Jahr alt, der älteste Sohn Hans jedoch schon zwanzig, so dass dieser als Bauer die Familie ernähren konnte – verließ Niklaus mit dem Einverständnis seiner Frau seine Familie, um Einsiedler zu werden. Er pilgerte zunächst Richtung Hochrhein. Nachdem er auf seiner Wanderung der Legende nach im Windental oberhalb Liestals eine Vision erlebt hatte, kehrte er um und ließ sich dann in der Ranftschlucht, nur wenige Minuten von seinem Haus, als Einsiedler nieder.



Lieblingsheiliger von Zumthors Mutter

Der Schweizer Peter Zumthor, der seinerzeit das neue Diözesanmuseum in Köln baute, ließ sich auf die Anfrage der Eheleute Scheidtweiler ein, die im Wachendorfer Feld eine Kapelle stiften wollten. Allerdings wollte er bei der Planung architektonisch freie Hand – und das Sakralbauwerk sollte auf jeden Fall Bruder Klaus, dem Lieblingsheiligen von Zumthors Mutter geweiht werden. Errichtet wurde das architektonisch weltweit bekannt gewordene Gebäude von den Eheleuten Scheidtweiler, ihren Söhnen und Freunden.  

pp/Agentur ProfiPress



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