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Künstlerin Elgin Schulz und Kurator Franz Kruse vor dem Bild „Guilda“, das die Hauptfigur aus der Verdi-Oper „Rigoletto“ zeigt. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Türme in allen Variationen

06.08.2018

Vernissage in der Mechernicher „Galerie im Rathaus“ – Kölner Künstlerin Elgin Schulz stellt bis Anfang November in Mechernicher Verwaltungsgebäude aus – Zwiegespräch von Gisela Keiner und Günter Thelen, Musik von Valentin Hochgürtel

Mechernich – Hoch hinaus im Erdgeschoss: So könnte man kurz und knapp die aktuelle Ausstellung in der „Galerie im Rathaus“ in Mechernich beschreiben. Denn die Kölner Künstlerin Elgin Schulz befasst sich in ihren aktuellen Arbeiten, die die Wände des Flurs in der Rathaus-Galerie schmücken, mit dem Thema Turm.

Ein Erweckungserlebnis, das Schulz, die als Requisiteurin in der Kölner Oper tätig ist, inspirierte, gab es nicht. „Es kam einfach aus mir heraus“, beschreibt sie. Seit etwa drei Jahren malt sie alles, was auch nur entfernt mit Türmen zu tun hat. „Und das Thema ist noch nicht abgeschlossen, ich kann jetzt noch viel mehr Türme malen“, sagte sie am Rande der Vernissage im Rathaus.



Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick hieß die Künstler und die Besucher im Rathaus willkommen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Denn Turm ist nicht gleich Turm: Es kann der Sprungturm sein, von dem es ins kühle Nass geht, es kann die Schachfigur sein und natürlich auch der Turm, von dem Rapunzel ihr Haar hinabgleiten lässt – wobei der Turm auf den beiden Rapunzel-Bildern nur zu erahnen ist, denn Schulz widmete sich ganz dem Porträt des im Turm gefangenen Mädchens. Aber es geht auch abstrakt: Eine Turmfrisur, Turmfalken oder eine Turmdeckelschnecke – all das findet sich in der Ausstellung wieder, die noch bis Anfang November besichtig werden kann. „Ich wusste überhaupt nicht, dass es eine Turmdeckelschnecke“, erzählte Kurator Franz Kruse. „Ich auch nicht“, erwiderte Elgin Schulz.

Zu den 18 gezeigten Bildern gehören auch drei aus einem vorangegangenen Thema: dem Sofa. „Ich habe mir gewünscht, dass sie diese mit dazunimmt“, berichtet Kruse. 1990 hat der Floisdorfer, der viele Arbeiten für die Kölner Oper angefertigt hat, die damals neue Requisiteurin kennengelernt. „Ich habe mir ihre Mappe geben lassen, damals hatte sie als Diplomarbeit eine Garten-Serie gemalt“, erinnert sich Kruse an eines der ersten Treffen mit der frisch diplomierten Malerei-Studentin der FH Aachen.



Trotz hoher Temperaturen waren viele Gäste zur Vernissage in die „Galerie im Rathaus“ gekommen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Erinnerungen aus der Kindheit

„In ihren Bildern drückt Elgin Schulz ihre Gefühlswelt aus“, sagte Kruse. So könne sich jeder in ihren Arbeiten wiederfinden. Selbst Erinnerungen aus der Kindheit verarbeite Schulz, etwa mit dem Gemälde „Bauturm“, das bunte Holzbauklötze zeigt. Und auch ihre Arbeit kommt vor: Aus einem Turm schaut Gilda aus der Verdi-Oper „Rigoletto“, dem Betrachter den Rücken zugewandt.

Hausherr Dr. Hans-Peter Schick freute sich ganz besonders, dass entgegen jedweder Erwartungen viele Leute den Weg an einem Freitagabend bei den hohen Temperaturen ins Rathaus gefunden haben. Besonders lobte er Franz Kruse für dessen Ausdauer und Leidenschaft als Kurator der Ausstellungen in der „Galerie im Rathaus“.



Schauspielerin Gisela Keiner und Bildhauer Günter Thelen führten ein Zwiegespräch zum Hauptthema der Ausstellung, „Der Turm“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die 18 Bilder sind größtenteils farbenfroh, viele Großformate sind zu sehen, passend zum Thema Turm, der eben in die Höhe geht, auch viele Hochformate. Doch auch mystisch kann der Eindruck der Bilder sein, wie etwa das „Zwiegespräch“ aus der Sofa-Serie, bei dem zwei Sofas, eines bunt, eines blau, nebeneinander stehen, getaucht in eine blau-grün-schimmernde Welt.

Bei der Vernissage gab es aber nicht nur Kunst für die Augen, sondern auch für die Ohren. Die Schauspielerin Gisela Keiner und der Bildhauer Günter Thelen unterhielten mit einem Zwiegespräch. Umrahmt wurde die Vernissage vom Musiker Valentin Hochgürtel, der – ganz im Stile seines Vaters, dem Eifel-Troubadour Günter Hochgürtel – nur mit Gitarre und Gesang mehrere Lieder vortrug, darunter auch seine Eigenkomposition „Heimat“, die besonders beim Bürgermeister Anklang fand. Bewirtet wurden die Dutzenden Besucher wie immer von der Mechernicher Weltjugendtagsgruppe.

pp/Agentur ProfiPress



Valentin Hochgürtel gab einige musikalische Stücke zum Besten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

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