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Der Weg ins Innere der Andachtskapelle folgt einer eckigen Spirale. Wie in ein Schneckenhaus werden die Besucher zu einem Ort der Geborgenheit geleitet. Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Communio-Kapelle in Mechernich

Ein Ort des Rückzugs und der Kraft ist die Kapelle auf dem Gelände der Communio in Christo in Mechernich. Sie entstand auf Wunsch von Bewohnern und Angehörigen der Langzeitpflegeeinrichtung und des Hospizes der Communio in Christo und wurde 2016 fertiggestellt. Auch Besuchern von außerhalb steht die eindrucksvolle, symbolträchtige Kapelle mit der Bronzeskulptur einer Pietà täglich von 8 bis 17 Uhr über die Zufahrt vom Kiefernweg in die Adolf-Meyer-Straße offen.

Für die Architektur des puristischen, würfelförmigen Bauwerks zeichnet der Kölner Architekt Kaspar Kraemer verantwortlich. Kraemer war über drei Amtsperioden Präsident des Bundes Deutscher Architekten (BDA). Einen Namen machte er sich unter anderem mit den Bauwerken zum Domaufgang auf dem Kölner Roncalliplatz sowie mit dem Bau des Odysseums und des Hochwasserpumpwerkes der Kölner Stadtentwässerungsbetriebe am Rheinufer, das je nach Wasserstand des Rheins in unterschiedlichen Farben beleuchtet wird.

„Kaspar Kraemer ist ein Architekt und Planer, der die Menschen in den Mittelpunkt stellt, nicht das Bauwerk“, betonte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor wenigen Monaten im Rahmen der Verleihung des Hanns-Schäfer-Preises an den Kölner Architekten. Diesen Eindruck findet man bestätigt, wenn Kraemer von den Herausforderungen beim Bau der Kapelle in Mechernich spricht: „Diesen Ort der Konzentration und des Rückzugs an die richtige Stelle im Gebäudeensemble zu setzen, war eine Herausforderung. Mit der Nähe zur Gesamtanlage und für alle sichtbar bildet der Kapellen-Kubus eine Stärkung des Ensembles als dessen Zentrum.“

Während die Besucher beim Betreten der Kapelle einen Schritt aus der Weite ins Innere, in die Geborgenheit erfahren, eröffnen hohe Fenster eine Perspektive in die Weite. Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Symbolik der biblischen Zahlen

Für die Gestaltung hat man auf biblische Zahlensymbolik gesetzt. Das Grundquadrat misst zwölf mal zwölf Meter. Es greift damit die Zahl der Apostel auf und steht für Stabilität und Kraft des Bauwerks. Gleichzeitig stehen die zwölf Leuchten, die den Weg in das Innere der Kapelle erhellen, symbolisch für die Jünger Jesu.

Die Kapelle selbst ist sechs mal sechs Meter groß. Sie versinnbildlicht die sechs Tage, in denen Gott die Welt schuf und steht somit für das Wirken Gottes. Ebenfalls in der christlichen Symbolik mit der Zahl sechs verbunden sind die Werke der Barmherzigkeit, angelehnt an Jesus Rede zum Weltgericht im Matthäus-Evangelium.

Die Form eines Würfels erinnert an die Grundidee des Allerheiligsten im Jerusalemer Tempel des Alten Testamentes. Demnach war das Allerheiligste ein kastenartiger Bau in Form eines Kubus, in dem die Bundeslade mit den zehn Geboten aufbewahrt wurde.

In Mechernich dreht sich das Bauwerk in einer Spiralform aus der Landschaft hinein in den Andachtsraum. Besucher gelangen, geführt wie durch ein Schneckenhaus, in das Innere der Kapelle. Dort eröffnen hohe Fenster eine Perspektive in die Weite, während die Besucher beim Betreten der Kapelle den Schritt aus der Weite ins Innere, in die Geborgenheit erfahren.

Der Gedanke der Geborgenheit wird schon aus der Projektbeschreibung des renommierten Architekten deutlich: „Der natursteinverkleidete Würfel wird über einen von Bäumen umstandenen Platz erschlossen und hütet im Inneren einen Raum der Stille zur Besinnung, Andacht und Gebet.“

 

 

„Ich habe bei meiner Arbeit so viel an die kranken Menschen hier gedacht“, erzählt Maria J. Fernandez. Die Figur der Gottesmutter mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß ist ein Bild von Menschlichkeit und gleichzeitig von tiefem Leid. Foto: pp/Agentur ProfiPress

„Geborgen im Licht“

Von oben flutet Naturlicht in den Raum. Genau in der Lichtsäule steht die von der Engelsdorfer Bildhauerin Maria J. Fernandez geschaffene Bronzeskulptur der Gottesmutter mit dem toten Jesus (Pietà). „Geborgen im Licht“ lautet der Titel der Bronzearbeit, die durch die Geborgenheit bei der Mutter Gottes die Verbindung zum Himmel(reich) herstellt.

„Es geht um die Gesamtheit als Kunstwerk“, erklärt die Bildhauerin. Dabei komme es zum Beispiel auf Proportionen und Symmetrie, aber auch auf die Natur an. Die Skulptur bildet mit den beiden Körpern ein Kreuz, das durch die Gliedmaßen allerdings nicht starr, sondern in Bewegung erscheint.

„Die Gottesmutter Maria mit ihrem getöteten Sohn Jesus auf dem Schoß besitzt eine alles Leid und allen Schmerz ausdrückende Symbolik, die von Menschen aller Religionen und Kulturen verstanden wird“, sagt Communio-Generalsuperior Karl-Heinz Haus.

So sieht es auch sein Stellvertreter, Father Jaison Thazhathil: „Die Pietà möchte uns in die Tiefe und Mitte der menschlichen Existenz hineinführen. Leid gehört zum menschlichen Dasein. Mitleid ist das Wichtigste, das die Menschen befähigt, das Leid anderer mitzutragen und selber den Sinn des Lebens zu verstehen. Das beschauliche Gesicht Marias zeigt, was es bedeutet, auch in letzter Konsequenz an der Seite eines geliebten Menschen zu stehen.“

In einer Lichtsäule steht die Bronzeskulptur der Gottesmutter mit dem toten Jesus (Pietà) von Bildhauerin Maria J. Fernandez. Die Skulptur trägt den Titel „Geborgen im Licht“. Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Bei der Einsegnung der Pietà erkannte Generalsuperior Karl-Heinz Haus: „Die Pietà braucht diesen Raum.“ Tatsächlich hatte die Bildhauerin die Position der Bronzeskulptur genau ausgewählt. Ausschlaggebend war dafür der Lichteinfall in der Kapelle, den sie mittels Attrappen der Skulptur auf die Pietà wirken ließ.

„Das Licht, das auf die Gestalten fällt, kommt von oben und strahlt die Hoffnung aus, dass in der Dunkelheit des Leids der Weg zum Licht offen ist“, fasst der Communio-Generalsuperior die Wirkung auf die Besucher zusammen und führt aus: „Die Kapelle und die Pietà können eine Erfahrung vermitteln, in der die innere Dunkelheit durch einen Lichtstrahl erhellt wird.

Die Pietà lädt ein, die eigene Not an diesen Ort der Stille zu bringen. Im Schweigen, im Entzünden einer Kerze, im Gebet können Trost und Zuversicht geschenkt werden.“
Auch für Kaspar Kraemer ist die Lichtführung ein Detail, das die Kapelle zu etwas Besonderem macht. Zum einen das senkrechte Fenster, das mit dem Licht der Kapelle ein Zeichen in den gegenüberliegenden Wald zu senden scheint. Zum anderen das Licht, das von oben auf die Pietà fällt. „Hier wurde mit wenigen Mitteln viel erreicht“, so der Architekt.

Der Kölner Architekt Kaspar Kraemer hatte es sich zum Ziel gesetzt, mit der Kapelle etwas Besonderes auszudrücken: „Man merkt auf den ersten Blick, dass der Kubus noch eine andere Dimension hat.“ Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress

Erfahrung mit allen Sinnen

Norbert Arnold, Geschäftsführer der Communio in Christo, erlebt die Kapelle mit allen Sinnen: „Es ist eine beeindruckende Atmosphäre, wenn man sich auf das Bauwerk, die Architektur, die Steine, den Lichteinfall, die Pietà einlässt. Auch die Temperatur und die Luft sind immer neu und anders. Im Frühjahr ist der schneckenförmige Weg in das Innere durch die aufgestauten Sonnenstrahlen wohltuend warm. In den heißen Sommern bietet der Innenraum eine erfrischende Abkühlung. Der jeweilige Sonnenstand wirft stündlich ein anderes Licht von oben auf die Pietà. Letztendlich berührt mich die Puristik, die die gesamte Konzentration dann auf die Pietà lenkt.“

„Pietà“ bedeutet auf Deutsch „Erbarmen“. In seiner Predigt zur Einsegnung der Bronzeskulptur zitierte Father Jaison Thazhathil aus einer Ansprache von Papst Franziskus: „Für Jesus bedeutete »Erbarmen haben«, die Trauer der Menschen, die er traf, zu teilen, aber gleichzeitig auch selber dafür zu sorgen, dass sie sich in Freude wandelte.“

Vor der Pietà haben Besucher die Möglichkeit, Kerzen auf einem breiten Messingtisch aufzustellen und Einkehr zu halten. So entstand mit der Kapelle ein Raum der Stille und Geborgenheit, der allen Besuchern barrierefrei zugänglich ist. Mit dem Standpunkt in der Mitte des Geländes zwischen dem Ordo Communionis in Christo, dem Gebäude der Langzeitpflege und dem Hospiz Stella Maris steht die Kapelle sozusagen im Zentrum des Geschehens. Für alle Besucher von außerhalb ist die Kapelle über eine Zufahrt vom Kiefernweg in die Adolf-Meyer-Straße in Mechernich erreichbar. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Besucherparkplatz.

Die Kapelle wird täglich morgens um 8 Uhr geöffnet und kann bis 17 Uhr besucht werden. Das ist auch die Zeit, in der die gegenüberliegende Cafeteria der Langzeitpflegeeinrichtung der Communio in Christo für Bewohner und Besucher geöffnet ist. „Die Kapelle, unsere Pflegeeinrichtungen und das Hospiz sind ein Teil von Mechernich und des Kreises Euskirchen – wir freuen uns daher über jeden Besucher“, betont Communio-Geschäftsführer Norbert Arnold. Für Gruppen werden nach vorheriger Anmeldung sogar Führungen angeboten.

Als Raum der Stille und Geborgenheit ist die Kapelle allen Besuchern barrierefrei zugänglich. Gleichzeitig scheint das Licht der Kapelle ein Zeichen in den gegenüberliegenden Wald zu senden, so der Architekt Kaspar Kraemer. Foto: Annika Feuss/pp/Agentur ProfiPress

Ort der Zuversicht

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick ist stolz, dass seine Kommune Standort von gleich zwei Kapellen bekannter Architekten ist: der Communio-Kapelle von Kaspar Kraemer und der Bruder-Klaus-Feldkapelle des renommierten Schweizer Architekten Peter Zumthor. Bei der Einsegnung der Kapelle im Rahmen des Gründungsgedenktages der Communio in Christo im November 2015 sagte Bürgermeister Dr. Schick: Manche Menschen bräuchten nicht nur „die Kapelle im Herzen“, sondern auch „eine besondere Atmosphäre, einen Ort des Friedens und des Gebets, von dem eine gewisse Mystik ausgeht, um ein inniges Gespräch mit Gott führen zu können“.

Architekt Kaspar Kraemer hatte es sich zum Ziel gesetzt, in der Kapelle Funktion und Konstruktion zu einer Gestalt zusammenzubringen, die das Besondere ausdrückt: „Die Reduktion in der Gestaltung schlägt einen Ton an, der der geistlichen Bestimmung des Ortes gerecht wird. Man merkt auf den ersten Blick, dass der Kubus noch eine andere Dimension hat. Gleichzeitig sind sehr viele Konnotationen in dem Bauwerk versammelt, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen.“

Mit Blick auf die vielen Facetten der Kapelle sagt Father Jaison Thazhathil: „Die Kapelle ist nicht nur sehenswert, sondern geradezu ein Erfahrungsraum.“ Einen ähnlichen Eindruck hatte wohl auch der evangelische Pfarrer Dr. Michael Stöhr am Einweihungstag der Kapelle: „Hier wurde etwas Wahrnehmbares gestaltet, das uns verbindet mit dem, was wir nicht mehr wahrnehmen können.“

Norbert Arnold zeigt sich zu Recht stolz auf das eindrucksvolle Bauwerk, das ausschließlich aus Spenden finanziert wurde. In Zeiten der Unsicherheit und Angst dürfe man die seelische Not der Menschen nicht vergessen. Deshalb habe man die Kapelle als Ort der Geborgenheit und Zuversicht errichtet, an dem Menschen aller Religionen und Nationen Zuflucht finden können. Als besondere Herausforderung empfand der Communio-Geschäftsführer bei der Gestaltung der Kapelle, die katholischen Wurzeln einerseits nicht zu verleugnen, aber andererseits einen Ort zu schaffen, an dem sich auch Andersgläubige wohlfühlen – seien es Besucher oder Bewohner und Mitarbeiter aus anderen Ländern, Religionen oder Konfessionen.

Norbert Arnold: „Die Grundlage der Communio in Christo und der Gründung von Mutter Marie Therese ist das Zweite Vatikanische Konzil, (1962 – 1965) das letztlich die Liebe und Barmherzigkeit Gottes in den Vordergrund stellt. Das ist nicht auf Christen beschränkt, sondern gilt für alle Menschen. Alle sollten die Möglichkeit haben, die Kapelle als Rückzugsort, als Ort der Stille und Besinnung für sich zu entdecken. Das ist nicht so einfach, wenn der Ort voller traditioneller katholischer Symbolik ist. Deswegen haben wir uns für die Pietà entschieden, die als Mutter den Sohn in den Armen hält. Diese Situation ist für alle Menschen Trost und Hoffnung.“

Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

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