Beiträge zum Erhalt der Kulturlandschaften

Prof. Dr. Winfried Schenk, Dr. Inge Gotzmann und Dr. Josef Mangold (v.l.) stellten am Montag morgen, 22. Februar, die neue Publikation mit dem Titel „Kulturlandschaft in der Anwendung“ vor. Foto: mt/pp/Agentur ProfiPressNeue Publikation präsentiert anwendungsorientierte Konzepte zur Erfassung, Erhaltung und Entwicklung von Kulturlandschaften – Prof. Dr. Winfried Schenk nannte Arbeit des LVR „richtungsweisend für Europa“
„Kulturlandschaft in der Anwendung“ so lautet der Titel des Buches, das am Montagmorgen im LVR-Freilichtmuseum in Kommern vorgestellt wurde. Der Band umfasst zahlreiche Beiträge, die im Rahmen einer gleichlautenden Fachtagung des Bundes Heimat und Umwelt (BHU) in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa (ARKUM) entstanden sind.
Dr. Inge Gotzmann, die Bundesgeschäftsführerin des BHU, der mit 500.000 Mitgliedern einer der größten Verbände Deutschlands ist, berichtete, dass es in dem Buch vor allem darum gehe, Kulturlandschaften nicht nur zu erfassen, sondern auch Wege zu ihrem Erhalt aufzuzeigen.

Nach der Pressekonferenz bekamen auch die Studenten von Professor Schenk jeder ein Buch. Foto: mt/pp/Agentur ProfiPressDabei komme der Vermittlung von Kulturlandschaften eine ganz besondere Rolle zu. Aus diesem Grund hatte man sich auch ganz bewusst das LVR-Freilichtmuseum Kommern als Vorstellungsort des Buches ausgesucht.
„Wir sind hier ja quasi »Kulturlandschaft in der Anwendung«“, hob der Leiter des Freilichtmuseums, Dr. Josef Mangold, die besondere Bedeutung seiner Einrichtung hervor. Und wie wichtig die Vermittlung von Kulturlandschaft ist, das könne man im Freilichtmuseum täglich erleben.
„Man braucht nur an den landwirtschaftlichen Bereich zu denken“, so Mangold. „Noch vor zehn bis 15 Jahren war vielen Menschen klar, was beispielsweise ein Pflug, eine Egge oder ein Grubber ist. Heute müssen wir das erklären.“ Um das kulturelle Erbe einer Region möglichst authentisch zu erhalten, könne man nicht nur Gebäude und Landschaft präsentieren, sondern müsse den Besuchern auch zeigen, wie diese einst bewirtschaftet wurden. Die in dem Buch vorgestellten anwendungsorientierten Projekte beziehen sich keinesfalls nur auf Deutschland, sondern auch auf angrenzende Länder.

Alte Techniken, wie beispielsweise das Dreschen mit Dreschflegeln, werden den Besuchern im LVR-Freilichtmuseum Kommern vorgeführt. Nur so ist zu begreifen, wie diese Arbeit früher vonstatten ging. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress So geht es beispielsweise um Kulturlandschaftsforschung in Polen, der Schweiz oder in den Niederlanden. „Gerade beim Erhalt von Kulturlandschaften wird es immer nötiger, über die engen regionalen und nationalen Grenzen hinwegzusehen und eine internationale Vernetzung anzustreben“, so Dr. Gotzmann, die gleichzeitig auch das „Deutsche Forum Kulturlandschaft“ vertritt. „An dieses Netzwerk sind allein 45 Organisationen in ganz Deutschland angeschlossen“, berichtete sie anlässlich der Buchvorstellung im Waldhaus des Freilichtmuseums. Durch das Forum könnten schnell und effektiv Ehrenamtler, Verbände, Universitäten und Fachämter miteinander in Kontakt gebracht werden.
Standardisierungen sind hilfreich
„Wir nehmen in unserer Arbeit eine mitteleuropäische Perspektive ein“, sagte Prof. Dr. Winfried Schenk, der am Geographischen Institut der Universität Bonn lehrt und gleichzeitig als Vorsitzender von ARKUM fungiert. „Wir betreiben vor allem Grundlagenforschung, interessieren uns für die Genese und den Wandel der Kulturlandschaften, wozu wir oft auch weit in die Geschichte eines bestimmten Landstrichs zurückgehen müssen.“

Auch das Trennen von Spreu und Weizen mit der Worfel, einem flachen Korb, wie es früher praktiziert wurde, muss man gesehen haben, um es zu verstehen. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressNatürlich gehörten zu dieser wissenschaftlichen Arbeit auch theoretische Diskussionen und Begriffsklärungen, doch lasse man dabei die Kulturlandschaftspflege in der konkreten Anwendung nicht aus den Augen. „Denn der Erhalt der historischen Kulturlandschaften ist letztlich unser Ziel“, so Prof. Schenk. Die Wissenschaft erarbeite Standardisierungen, so dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden müsse. „Nicht jede Region benötigt ein eigenes Erfassungs- und Bewertungssystem“, durch Übernahme von Standards komme man meist viel schneller zum Ziel.
Besonderes Lob zollte Prof. Schenk dem LVR-Rheinland. „Hier arbeitet man in Sachen Erhalt von Kulturlandschaften nicht nur sehr innovativ, sondern für Europa auch richtungsweisend“, sagte er. Dies kann man auch am Freilichtmuseum ablesen. Lange bevor man dies auch in anderen europäischen Freilichtmuseen praktizierte, wurden die historischen Dorf-Ensembles hier schon von Menschen mit althergebrachten Werkzeugen bewirtschaftet, wurden Tiere gehalten, Brot gebacken und alte Techniken wieder reanimiert, kurz: die dargestellte Kulturlandschaft mit authentischem Leben erfüllt.
„Auch in Sachen Vermittlung von Kulturlandschaften war das Freilichtmuseum Kommern seiner Zeit voraus und stellte als erste Einrichtung dieser Art einen Museumspädagogen ein“, berichtete Dr. Josef Mangold am Rande der Buchvorstellung.
Aufgrund des in vielerlei Hinsicht besonderen Standorts Freilichtmuseum hatte Prof. Dr. Winfried Schenk auch gleich seine Geographie-Studenten mit nach Kommern gebracht. Die sollten vor Ort herausfinden, wie sich das Freilichtmuseum im regionalen touristischen Kontext positioniert und gleichzeitig nach neuen Formen der Vermittlung suchen.
Die Publikation „Kulturlandschaften in der Anwendung“ ist in einer Auflage von 3000 Exemplaren erschienen und wird im Museumladen gegen eine kleine Spende ausgehändigt. Alternativ kann man sie auch beim BHU-Bundesverband, Adenauerallee 68, in Bonn bestellen.
pp/Agentur ProfiPress
(23.2.2010)

Nach der Pressekonferenz bekamen auch die Studenten von Professor Schenk jeder ein Buch. Foto: mt/pp/Agentur ProfiPressDabei komme der Vermittlung von Kulturlandschaften eine ganz besondere Rolle zu. Aus diesem Grund hatte man sich auch ganz bewusst das LVR-Freilichtmuseum Kommern als Vorstellungsort des Buches ausgesucht.
„Wir sind hier ja quasi »Kulturlandschaft in der Anwendung«“, hob der Leiter des Freilichtmuseums, Dr. Josef Mangold, die besondere Bedeutung seiner Einrichtung hervor. Und wie wichtig die Vermittlung von Kulturlandschaft ist, das könne man im Freilichtmuseum täglich erleben.
„Man braucht nur an den landwirtschaftlichen Bereich zu denken“, so Mangold. „Noch vor zehn bis 15 Jahren war vielen Menschen klar, was beispielsweise ein Pflug, eine Egge oder ein Grubber ist. Heute müssen wir das erklären.“ Um das kulturelle Erbe einer Region möglichst authentisch zu erhalten, könne man nicht nur Gebäude und Landschaft präsentieren, sondern müsse den Besuchern auch zeigen, wie diese einst bewirtschaftet wurden. Die in dem Buch vorgestellten anwendungsorientierten Projekte beziehen sich keinesfalls nur auf Deutschland, sondern auch auf angrenzende Länder.

Alte Techniken, wie beispielsweise das Dreschen mit Dreschflegeln, werden den Besuchern im LVR-Freilichtmuseum Kommern vorgeführt. Nur so ist zu begreifen, wie diese Arbeit früher vonstatten ging. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPress So geht es beispielsweise um Kulturlandschaftsforschung in Polen, der Schweiz oder in den Niederlanden. „Gerade beim Erhalt von Kulturlandschaften wird es immer nötiger, über die engen regionalen und nationalen Grenzen hinwegzusehen und eine internationale Vernetzung anzustreben“, so Dr. Gotzmann, die gleichzeitig auch das „Deutsche Forum Kulturlandschaft“ vertritt. „An dieses Netzwerk sind allein 45 Organisationen in ganz Deutschland angeschlossen“, berichtete sie anlässlich der Buchvorstellung im Waldhaus des Freilichtmuseums. Durch das Forum könnten schnell und effektiv Ehrenamtler, Verbände, Universitäten und Fachämter miteinander in Kontakt gebracht werden.
Standardisierungen sind hilfreich
„Wir nehmen in unserer Arbeit eine mitteleuropäische Perspektive ein“, sagte Prof. Dr. Winfried Schenk, der am Geographischen Institut der Universität Bonn lehrt und gleichzeitig als Vorsitzender von ARKUM fungiert. „Wir betreiben vor allem Grundlagenforschung, interessieren uns für die Genese und den Wandel der Kulturlandschaften, wozu wir oft auch weit in die Geschichte eines bestimmten Landstrichs zurückgehen müssen.“

Auch das Trennen von Spreu und Weizen mit der Worfel, einem flachen Korb, wie es früher praktiziert wurde, muss man gesehen haben, um es zu verstehen. Foto: gte/pp/Agentur ProfiPressNatürlich gehörten zu dieser wissenschaftlichen Arbeit auch theoretische Diskussionen und Begriffsklärungen, doch lasse man dabei die Kulturlandschaftspflege in der konkreten Anwendung nicht aus den Augen. „Denn der Erhalt der historischen Kulturlandschaften ist letztlich unser Ziel“, so Prof. Schenk. Die Wissenschaft erarbeite Standardisierungen, so dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden müsse. „Nicht jede Region benötigt ein eigenes Erfassungs- und Bewertungssystem“, durch Übernahme von Standards komme man meist viel schneller zum Ziel.
Besonderes Lob zollte Prof. Schenk dem LVR-Rheinland. „Hier arbeitet man in Sachen Erhalt von Kulturlandschaften nicht nur sehr innovativ, sondern für Europa auch richtungsweisend“, sagte er. Dies kann man auch am Freilichtmuseum ablesen. Lange bevor man dies auch in anderen europäischen Freilichtmuseen praktizierte, wurden die historischen Dorf-Ensembles hier schon von Menschen mit althergebrachten Werkzeugen bewirtschaftet, wurden Tiere gehalten, Brot gebacken und alte Techniken wieder reanimiert, kurz: die dargestellte Kulturlandschaft mit authentischem Leben erfüllt.
„Auch in Sachen Vermittlung von Kulturlandschaften war das Freilichtmuseum Kommern seiner Zeit voraus und stellte als erste Einrichtung dieser Art einen Museumspädagogen ein“, berichtete Dr. Josef Mangold am Rande der Buchvorstellung.
Aufgrund des in vielerlei Hinsicht besonderen Standorts Freilichtmuseum hatte Prof. Dr. Winfried Schenk auch gleich seine Geographie-Studenten mit nach Kommern gebracht. Die sollten vor Ort herausfinden, wie sich das Freilichtmuseum im regionalen touristischen Kontext positioniert und gleichzeitig nach neuen Formen der Vermittlung suchen.
Die Publikation „Kulturlandschaften in der Anwendung“ ist in einer Auflage von 3000 Exemplaren erschienen und wird im Museumladen gegen eine kleine Spende ausgehändigt. Alternativ kann man sie auch beim BHU-Bundesverband, Adenauerallee 68, in Bonn bestellen.
pp/Agentur ProfiPress
(23.2.2010)

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