„Leben und arbeiten mit Hoffnung“

Hier ist der tansanische Pastor (2. von links) zu Hause in Afrika bei einem Besuch in einer "Outstation" zusammen mit Massai zu sehen. Seine Heimatgemeinde liegt praktisch im Schatten des Kilimandscharo. Foto: privat/Agentur ProfiPress
Eindrücke aus zwei Welten: Father Landelini Makiluli (37) aus Tansania war zu Besuch in Mechernich
Wenn Father Landelini Makiluli ruft, kommen sie alle: Männer und Frauen, Junge und Alte, Christen und Muslime. Denn dann gibt es Arbeit. Arbeit, die allen Einwohnern seiner Gemeinde weiterhilft, die in Tansania praktisch im Schatten des Kilimandscharo liegt. Denn zu Father Landelinis Projekten zählen neben dem Wiederaufbau der Pfarrkirche ein Tank für die Bevorratung von Trinkwasser und der Neubau eines kleinen Hospitals mit sieben Krankenzimmern.

Father Landelini Makiluli war jetzt zwei Wochen bei der Communio in Christo in Mechernich zu Besuch. Der tansanische Priester ist zwar nicht Mitglied, lebt aber die Ideale der Mechernicher Ordensgemeinschaft, die mittlerweile weltweite Verbreitung gefunden hat. Kernpunkt dieser Ideale ist die praktizierte Nächstenliebe. Die Ordensgemeinschaft mit Mutterhaus in Mechernich versteht sich gewissermaßen als Modell für die Verwirklichung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPressDer 37jährige Priester aus Tansania, der jetzt in Mechernich bei der Communio in Christo zu Besuch war, betreut daheim in Afrika eine ganz besondere Gemeinde. Er arbeitet im Busch auf einer ehemaligen Außenstation, die der Bischof der Diözese Moshi erst vor zwei Jahren zur Pfarrei erhoben hat. 2500 Mitglieder zählt die Neugründung, 800 davon praktizieren ihren katholischen Glauben.
Dem Mechernicher Bleiberg musste Pfarrer Landelini jetzt nicht mit leeren Händen den Rücken kehren: Der der Communio nahe stehende Kölner Diakon Hans-Gerd Grevelding sicherte Unterstützung des Vereins „CV Afrikahilfe“ beim Bau des geplanten Trinkwassertanks zu. Vor wenigen Tagen, so berichtete Karl-Heinz Haus, der Generalsuperior der Communio, überwies der Verein Afrikahilfe 4600 Euro an die Gemeinde Father Landelinis.
Der 37jährige Priester, der sich in der Mechernicher Kommunität ausgesprochen wohl fühlte, hat daheim nicht mal ein Pfarrhaus. Zum Schlafen geht er in die elf Kilometer entfernte Nachbarpfarrei. Ein Auto besitzt er auch nicht. Wenn er Glück hat, können ihn Gemeindemitglieder morgens in seine Gemeinde mitnehmen. „Ich renne den ganzen Tag. Von einer Stelle zur anderen. Abends bin ich oft so müde, dass ich nicht einmal mehr beten kann“, gesteht der junge Priester.
Als Seelsorger kümmert sich Landelini um die Menschen, die ihm anvertraut sind. Die meisten von ihnen leben in bitterer Armut, der magere Feldertrag reicht kaum zum Überleben.
Aids und Malaria tragen Leid und Tod in die Familien. Einmal im Monat trifft sich eine Selbsthilfegruppe Aidskranker nach der Sonntagsmesse. Gemeinsam mit dem Pfarrer suchen sie nach Lösungen – und Trost.
„Ich lebe und arbeite mit der Hoffnung“, sagt der Geistliche, der sich der Mechernicher Ordensgemeinschaft Communio in Christo eng verbunden fühlt – wie übrigens eine ganze Reihe Priester, Ordensschwestern und Laien auf dem schwarzen Kontinent. Trotz erdrückender Probleme setze er auf die Energie seiner Landsleute und auf die Gnade Gottes.
Alle fassen mit an, wenn Father Landelini ruft. Seine Projekte helfen der gesamten Gemeinde – also helfen sie gern. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPressWährend seines Studiums entdeckte Father Landelini den afrikanischen Rundbrief der Communio in Christo. Die Gedanken von Communio-Gründerin Mutter Marie Therese beeindruckten den Studenten so sehr, dass er später das Mutterhaus des Ordens in Mechernich besuchte. Zwei Wochen blieb Landelini jetzt dort, um Leben und Arbeit der Gemeinschaft näher kennen zu lernen.
Begeistert erzählt er im Pressegespräch:
„Die Menschen in der Communio tun wirklich die Arbeit Gottes. Das erkennt man allein schon an ihrer Art zu beten. Alle helfen sich und gehen liebevoll miteinander um.“
Landelini war es zu wenig, in Mechernich nur zu beobachten, wie sich das Ordensleben abspielt. Er teilte die Krankenkommunion aus, spendete die Krankensalbung und begleitete über alle Sprachbarrieren hinweg eine Ehefrau, deren Mann gerade im hauseigenen Hospiz verstorben war.
„Die Werke der Barmherzigkeit, wie sie die Schwestern und Brüder der Communio üben, zeugen von einer besonderen Liebe“, resümiert der sympathische Mann. Obwohl er nicht offizielles Mitglied der Communio sei, lebe er deren Ideale. Das tun im Übrigen viele seiner Landsleute, für die die gelebte Nächstenliebe keine bloße Theorie, sondern der Alltag ist.
Judith Rosen/pp/Agentur ProfiPress

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