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Insgesamt nahmen 342 Wanderer an der traditionellen Silvesterwanderung durch das ehemalige Abbaugebiet teil. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Auf den Spuren des Bergbaus gewandert

02.01.2018

Großer Andrang anlässlich des 60. Jahrestages der Niederlegung des Bergwerks

Mechernich – Besonders großen Andrang gab es bei der traditionellen Silvesterwanderung, die das Team des Mechernicher Bergbaumuseums durch das ehemalige Abbaugebiet anbot. Grund war wohl der 60. Jahrestag der Schließung des Mechernicher Bleibergwerks, den nach Zählung der Museumsmitarbeiter 342 Besucher zum Anlass nahmen, an den sechs unterschiedlichen Wanderungen teilzunehmen.

Mit einer Sturmwarnung hatte der Deutsche Wetterdienst für das Silvesterwochenende vor Böen mit einer Windstärke von acht Beaufort gewarnt. „Doch da nicht nur der Bergmann, sondern auch der gemeine Eifeler Wetterphänomen gegenüber eine Mischung von Welterfahrenheit und Nonchalance an den Tag legt, kamen die Organisatoren kaum noch aus dem Staunen über den Publikumszuspruch heraus“, schreibt der für die Rheinische Redaktionsgemeinschaft Euskirchen-Gemünd tätige Journalist Stephan Everling. Nur einmal, nämlich 2010, habe die einmal die Wanderung wegen der Gefahr von Schneebruch abgesagt werden müssen.



Die Grubenführer des Museums begleiteten die Touren führen entlang der Reste der früheren Betriebsstätten des Bergbau-, Aufbereitungs- und Hüttenbetriebes. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

Besonders großer Beliebtheit erfreute sich die erste kurze Wanderung, die von Günter Nießen geführt wurde. 137 Teilnehmer machten sich auf den rund sechs Kilometer langen Weg. Zuvor war Willy Krämer mit 75 Mitwanderern zur zwölf Kilometer langen Strecke aufgebrochen. Unterstützt wurden sie von Helene Simon und Ines Rick. Die Wanderer passierten die Überbleibsel der früheren Betriebsstätten des Bergbau-, Aufbereitungs- und Hüttenbetriebes, so beispielsweise die Reste des „Langen Emils“ oder den Malakowturm.

„Man trifft hier immer Bekannte“, berichtete eine Ur-Mechernicherin, die ihren Namen nicht nennen wollte. Und unterwegs erfahre man immer viel über die Geschichte ihres Heimatortes. „Natürlich kann man die Runde auch selbst gehen, es ist ja alles ausgeschildert, doch die Führer wissen noch mehr und erzählen auch immer Krätzchen“, sagte sie.

„Sie werden staunen, wieviel von den oberirdischen Anlagen mittlerweile verschwunden ist“, informierte Friedrich Hunsicker, Vorsitzender des Fördervereins des Bergbaumuseums, die Teilnehmer. Wie es früher ausgesehen hat, davon vermittelt das Kurzem der Öffentlichkeit vorgestellte Modell der Bergwerksanlagen. „Jeden Tag kommen alte Mechernicher hier hoch, um das Modell zu betrachten“, so Hunsicker.



Auch Stefan Brings ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, die Geschichte des Mechernicher Bergbaus bei der Wanderung zu erleben. Foto: Stephan Everling/pp/Agentur ProfiPress

22.000 Euro habe die Erstellung bisher gekostet, verriet er im Gespräch mit Stephan Everling. „Das ist eine Stange Geld für unseren Verein“, machte er deutlich. Eine Absperrung müsse noch gebaut werden. Und die erste Lok der nachgebauten Bergwerksbahn hat auch schon das Zeitliche gesegnet und muss ersetzt werden. 5000 Euro sind bisher an Spenden eingenommen worden.

Während die ersten Wanderer sich nach der Rückkehr an der Grillhütte stärkten, starteten bis in die Mittagszeit weitere Gruppen. Toni Reitz, Willy Stroboy, Ralf Ernst und Alfred van Bonn führten diese. Auch Stephan Brings schloss sich einer langen Wanderung an. „Ich bin oft in den alten Tagebaugebieten“, erzählte der in Kalenberg lebende Kölsch-Rockmusiker. Doch diesmal wollte auch er sich einmal von den Führern die Geschichte des Bergbaus in Mechernich erzählen lassen.

pp/Agentur ProfiPress



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