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Sie wurde „Engel der Findelkinder“ und „Mutter der Armen“ genannt: Schwester Anna Huberta (Roggendorf, hier in Indien). Sie ist eine der sieben Mechernicher Frauen, die im neuen Buch des Kreis-Geschichtsvereins vorgestellt wird. Foto: Archiv/pp/Agentur ProfiPress

Frauen, die Geschichte schrieben

14.02.2020

Sie waren ihrer Zeit voraus und überwanden die vorgegebenen Grenzen des zeitbedingten Frauenbildes – Buchvorstellung im Mechernicher Rathaus am Freitag, 28. Februar, ab 19 Uhr – Persönlichkeiten aus Mechernich im Fokus

Mechernich/Kreis Euskirchen – Sie schrieben Geschichte. Die Damen, im Band „Frauen. Auf dem Weg zur Gleichberechtigung“ waren ihrer Zeit voraus und überwanden die vorgegebenen Grenzen des jeweils zeitbedingten Frauenbildes. Der Geschichtsverein des Kreises Euskirchen stellt das neue Buch am Freitag, 28. Februar, ab 19 Uhr, im Ratssaal der Stadt Mechernich vor. Der Eintritt ist frei.

Im Rathaus wird der Fokus besonders auf sieben Heldinnen und Vorreiterinnen liegen, die aus Mechernich stammen oder deren Lebensweg geprägt wurde durch den Bergbau – darunter Helene Kreuser, die Frauen der Familie Roggendorf, Dr. Fanny Imle und Schwester Maria Engratia Eick, Tony Eick-Eschelbach, Margarete Feuser und Dr. Paula Zander.

Die Porträts der Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zeigen in der Summe, dass es den einen Weg zur Gleichberechtigung nicht gegeben hat. Vielmehr dürfen darunter ganz unterschiedliche Lebensmodelle verstanden werden. Einer ganzen Reihe kommen sogar Vorbildcharakter auch für heutige Mädchen und Frauen zu.

Helene Kreuser

Helene und ihr Mann Carl Kreuser jr. sind die Ideengeber einer „Wohlthätigkeitsanstalt“ in Mechernich. Allerdings starb ihr Mann vor der Eröffnung, für seine 36-jährige Witwe Helene wurde der „Kreuserstift“ zum Lebenswerk. Das große, im neoromanischen Stil errichtete Gebäude diente sowohl als Waisenhaus und Kinderverwahrschule als auch als Altenheim für „altersschwache kränkliche Berg-Invaliden und sonstige Personen“. Damit war es eine Aufnahmestation für diejenigen, die durch den Erzabbau in soziale Not geraten waren, in einer Zeit, in der die Bismarck’schen Sozialgesetze mit Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung erst langsam griffen.

Schwester Maria Engratia Eick

Maria Amalia Catharina Eick war schon als junges Mädchen fasziniert von der christlichen Nächstenliebe und der karitativen Aufgabe, die der Orden der Franziskanerinnen in Mechernich leistete. Sie schien eine wahrscheinlich liberal denkende junge Frau geworden zu sein, die ein Auge für die Not der Zeit hatte und mutig ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Sie ging nach Metz, in die USA, und stellte danach ihre ganze Arbeitskraft aufopferungsvoll in den Dienst des Mutterhauses in Salzkotten.

Frauen der Familie Roggendorf

Acht Kinder hatten der Bergbauingenieur und Heimatforscher Hubert Roggendorf und seine Frau Anna aus Mechernich - vier Jungen und vier Mädchen. Die Tochter Gertrud wurde unter dem Ehrennamen „Engel der Findelkinder“ und „Mutter der Armen“ über Deutschland hinaus bekannt. Sie war als Schwester Anna Huberta mit nicht einmal dreißig Jahren Oberin einem Kinderheim in Andheri geworden. Sie ging hinaus in die Dörfer, um die Menschen von modernen landwirtschaftlichen Produktionsmethoden und dem Genossenschaftsgedanken zu überzeugen. Sie gründete einen Orden, die „Society of the Helpers of Mary“, die heute ca. 300 Schwestern in 50 Niederlassungen weltweit umfasst und 2001 die päpstliche Anerkennung durch Papst Johannes Paul II erhielt.

Dr. Fanny Imle

Die politische Publizistin Fanny Imle war eine der schillerndsten Frauenpersönlichkeiten in der deutschen Arbeiterbewegung vor dem Ersten Weltkrieg: In jungen Jahren dem Anarchismus nahe stehend, verbrachte sie ihre zweite Lebenshälfte als katholische Ordensfrau. Mit verschiedenen publizistischen Arbeiten entwickelte sie sich innerhalb kürzester Zeit zu einer „Pionierin der Sozialforschung“ in Deutschland, wie auch zum Bleierzbergbau in Mechernich. Sie kritisierte die Niedriglöhne und setzte sich für eine angemessenere Entlohnung und Professionalisierung der Arbeitsbedingungen ein. 



Der Geschichtsverein des Kreises Euskirchen stellt das neue Buch „Frauen. Auf dem Weg zur Gleichberechtigung“ am Freitag, 28. Februar, ab 19 Uhr, im Ratssaal der Stadt Mechernich vor. Im Fokus stehen sieben Mechernicher Frauen, die Grenzen überwanden und Geschichte schrieben. Der Eintritt ist frei. Repro: Kreis-Geschichtsverein/pp/Agentur ProfiPress

Dr. Paula Zander

In unruhigen Zeiten, 1946, entschied Dr.Paula Zander sich dafür, sich als selbständige Landärztin niederzulassen. Sie führte ihre Praxis in ihrem Heimatort Satzvey. Die Herausforderungen waren groß, denn die unzureichende verkehrstechnische Mobilität der Nachkriegszeit machte viele Hausbesuche notwendig. Bei jeder Tag- und Nachtzeit und bei jedem Wetter musste sie bereit sein, ihre Patienten zu versorgen. Die langen Wegstrecken bei den Hausbesuchen bewältigte Paula Zander in der ersten Zeit mit ihrem Motorrad. Als erste Bürgerin in Mechernich bekam sie 1977 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Tony Eick-Eschelbach

Tony Eick-Eschelbach war ein Eifeler Mädchen. In der Kaiserzeit wurde sie berühmt als Musikerin, Sängerin und Rezitatorin. Um die Jahrhundertwende begründete sie die Renaissance einer schon damals fast ausgestorbenen Kunstgattung, nämlich des Volksgesangs zur Laute. Tony Eick prangerte die sozialen Verhältnisse am Bleiberg später in Zeitungsartikeln an, ungeachtet dessen, dass die dem Vater - er war Rechnungsführer und damit leitender Angestellter auf Spandau - eine Menge Ärger bescheren.

Anna Margareta Feuser

„Feuse Griet“, wie Anna Margareta Feuser von allen genannt wurde, verkaufte vor allem Gemüse, aber auch Obst, Butter und Eier, und zwar in erster Linie aus eigener Produktion. Solange ihr Hund (eine Mischung von Schäferhund und Wolfshund) noch lebte, zog dieser einen Handwagen, beladen mit den Verkaufsgütern. Nach dessen Tod bediente sie sich einer Schubkarre und später, als betagte Frau, bot sie ihre Waren in Spannkörbchen an. Als sie über 80 Jahre alt war, wurden ihr eine Erholungskur und ein Platz im Altersheim angeboten - beides lehnte sie ab. „Griet“ hatte ein einfaches, aber selbstbestimmtes Leben. Den Mechernichern blieb sie als das „letzte Original“ in guter Erinnerung.

Das vom Kreis-Geschichtsverein herausgegebene Buch (Geschichte im Kreis Euskirchen, Bd. 33) ist ab Ende Februar für 25,- Euro im Buchhandel erhältlich (Verlag Ralf Liebe, ISBN: 978-948682-00-2).

pp/Agentur ProfiPress



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