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Das Architekturbüro Peter Holdenried aus Heimbach veranschlagt in der Baukostenschätzung aktuell 6,1 Millionen Euro für das dreigeschossige Gebäude, statt seinerzeit 3,9 Millionen. „Wir bekommen dafür aber auch ein Stück größere Schule“, erklärte Stadtplaner Thomas Schiefer im Haupt- und Finanzausschuss. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Bekommen ein Stück größere Schule“

11.11.2019

Für den Anbau an der Gesamtschule investiert die Stadt 6,1 Millionen Euro – Modernes Konzept sieht mehr und etwas größere Klassenräume vor – Mehr Fläche, Auflagen aus dem Brandschutz und notwendig gewordene Tiefengründung erhöhen Kosten

Mechernich – Die Kosten für den dringend notwendig gewordenen Erweiterungsbau der Gesamtschule Mechernich werden sich erhöhen, das teilt die Stadt Mechernich mit. Das Vorentwurfskonzept war im September 2018 erstmals der Politik vorgestellt worden.

Das Architekturbüro Peter Holdenried aus Heimbach veranschlagt in der aktuellen Baukostenschätzung 6,1 Millionen Euro für das dreigeschossige Gebäude, statt seinerzeit 3,9 Millionen, die in der Grobkostenkalkulation vorgesehen waren. Die höheren Kosten sind durch Veränderungen und Optimierungen seit der ersten Entwurfsplanung begründet.

„Wir bekommen dafür ein Stück größere Schule“, erklärte Stadtplaner Thomas Schiefer im Haupt- und Finanzausschuss. Damit auch ein Mehr an Lernmöglichkeiten. Der Bau sei kein „0815“-Bau, sondern nach einem modernen und offenen differenzierten Lernkonzept aufgebaut, lichtdurchflutet und filigran.

War man zunächst von 23 Klassenräume und zwei kleineren Differenzierungsräumen ausgegangen sind jetzt 25 größere Klassenräume in Abstimmung mit der Schulleitung vorgesehen. „Damit bleibt der Schule mehr Flexibilität in der Aufteilung der Räume“, so Schiefer. Das bringe auch eine höhere Funktionalität. 



Mit dem neuen Anbau stehen der Mechernicher Gesamtschule bald 25 weitere Klassenräume zur Verfügung. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Größere Grundfläche

Insgesamt weist die neue Planung ein Flächenplus von 920 Quadratmeter für die drei Etagen aus. Die Grundfläche des Gebäudes wurde von 38 Meter Breite und 18 Meter Länge auf rund 40 mal 24 Meter ausgedehnt, um mehr Raum zu gewinnen. Weil damit auch rechnerisch mehr Schüler untergebracht werden können, sind automatisch weitere Flurflächen und größere Sanitärräume notwendig geworden. Der neue Anbau wird durch eine Verbindungsbrücke an den bestehenden Trakt der Gesamtschule andocken.  

Zudem hielten die Bauarbeiten Überraschungen bereit. Schiefer erläuterte: „Wir wussten zwar, dass wir dort einen schwierigen Baugrund haben, dass er aber so schwierig ist, war nicht abzusehen.“ Man musste eine sogenannte Tiefengründung vornehmen, um den Untergrund zu stabilisieren. Mit dem Verfahren musste der Boden dann auch nach Kampfmittel untersucht werden. „Das hat uns zwei Wochen Zeit gekostet“, so Schiefer. 



Vorfertigung beim Rohbau

Um diesen Verzug im eng gesteckten Zeitplan zu kompensieren, der Anbau soll bereits zum Schuljahr 2020/2021 an den Start gehen, entschied man sich für eine höhere Vorfertigung beim Rohbau, die zwar teurer, mit der man aber wieder Zeit gewinnen konnte.

„Beim Thema Brandschutz haben wir parallel eine sehr intensive Abstimmung vorgenommen. Nicht nur mit unserem Brandschutzingenieur, sondern wir haben auch die Brandschutzdienststelle des Kreises Euskirchen mit ins Boot genommen“, so Schiefer. Danach kam vorsorglich ein weiteres innenliegendes Treppenhaus als dritter Rettungsweg hinzu. Außerdem wurden außenliegende Flucht- und Rettungsbalkone vorgesehen.

Weitere Mehrkosten sind nach Ausschreibung des ersten Drittels des Gesamtauftragsvolumens zu verzeichnen. „Wir liegen aktuell bei rund 4,4 Prozent Mehrkosten. Das ist ein durchaus guter Wert bei der erhitzten Baukonjunktur, die wir zurzeit haben“, so Schiefer. Letztlich sei das aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Zwei Drittel der Gewerke müssten noch ausgeschrieben werden. Diese Ergebnisse blieben abzuwarten und erhöhten gegebenenfalls nochmal die Baukosten. Außerdem kommen noch die Kosten für die Einrichtung hinzu. 



Erweiterung notwendig

Die Erweiterung der Gesamtschule war notwendig geworden, da die Einrichtung wegen stark gestiegener Schülerzahlen ab dem kommenden Schuljahr sechszügig geführt werden muss und erstmals auch eine Oberstufe umfasst.

Bis zum Schuljahr 2023/24 soll die Zahl der prognostizierten Schüler an der Gesamtschule von 850 (2018/2019) um knapp 160 Schüler auf 1.012 steigen. 



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